"Das ist gigantisch!"

Fast immer Herr der Lage und die Scheibe auch noch in der Horizontallage fixiert: HCL-Stürmer Andreas Guggenmoos (links). Fotos: Krivec

Die Riverkings haben am Sonntag ihr erstes Punktspiel überhaupt vor heimischer Kulisse verloren: Mit 3:4 (1:1, 0:1, 2:2) unterlag der HC Landsberg nach einer spannenden und hochklassigen Partie dem EV Pfronten. Spektakulär war auch das Faninteresse: Über 700 Zuschauer wollten das Spitzenspiel der Eishockey-Landesliga Süd/West sehen.

Phasenweise erinnerte das, was beide Teams vor der Rekordkulisse ablieferten, allerdings nicht an Landesliga-Eishockey. „Das Spiel kann auch in der Bayernliga stattfinden“, meinte HCL-Kapitän Markus Haschka, der trotz Grippe durchhielt. Landsberg zeigte seine beste Saisonleistung, die Allgäuer wiederum ließen über die gesamte Spielzeit nicht locker und stellten sich als bisher stärkster Gegner in der Landsberger Eishalle vor. Druck kam allerdings erst einmal von den Riverkings. Nach 24 Sekunden hatte Roland Hanemann die erste Chance, nach 55 Sekunden gab es die erste Strafe gegen Pfronten, nach 128 Sekunden klingelte es zum ersten Mal im Tor der Allgäuer, nachdem Geuß von Ville Dollhofer wunderschön vor dem Gehäuse freigespielt worden war. Die Gäste zeigten sich allerdings über die ganze Partie vom massiven Druck, den der HCL ausübte, wenig beeindruckt. Zum einen hatte Pfrontens Torhüter Weißenberger (wie auch sein Gegenüber Falkenberger) einen Sahnetag erwischt, zum anderen schaffte es der EVP immer wieder, sich zu befreien und phasenweise die Partie zu bestimmen. So fiel auch das 1:1 (10.), als die Allgäuer über drei Minuten dominiert hatten. Danach hatten die Riverkings aber wieder deutlich mehr vom Spiel. Die erneute Führung blieb in der 20. Minute nur aus, weil Endres vor dem leeren Tor auf der falschen Schlägerseite angespielt wurde. Nach 29 Minuten hatten binnen Sekunden Simmler (zweimal) und Ville Dollhofer glasklare Einschussgelegenheiten – Weißenberger rettete dreimal spektakulär. Nach einer schönen Kombination visierte Augst dann noch die Latte an (32.). Wer gedacht hatte, dass das Pech für diesen Abend damit ausgeschöpft war, sah sich eines besseren belehrt, als Weixler – er war neben Jason Schneider auffälligster Pfrontener – das Tor umkurvte und die Scheibe von einem Landsberger Schlittschuh ins kurze Eck zum 1:2 prallte. Aus härterem Holz Die Achterbahn der Eishockey-Gefühle war damit an diesem Abend noch lange nicht im Ziel. Als nächstes war ein Doppelschlag der Riverkings binnen 43 Sekunden dran: Augst schloss eine saubere Kombination zum 2:2 ab (42.), Guggenmos schob gleich darauf nach einem Gestocher vor dem Tor zum vielumjubelten 3:2 ein. Der Tabellenführer zeigte aber, dass er aus härterem Holz geschnitzt ist als die bisherigen HCL-Gegner. Beim 3:3 (53.) profitierten die Pfrontener zunächst von Falkenbergers einzigem Fehler an diesem Abend: Dem Goalie rutschte der Puck über die Fanghand, Sigulla nahm den Abpraller dankend an. Der EV Pfronten bekam nun noch einmal Aufwind: Bei Landsberger Überzahl konterte Jason Schneider und setzte die Scheibe an die Latte (55.). Eine Minute später lag der Puck dann tatsächlich hinter Falkenberger im Kasten, als die HCL-Verteidigung in Unterzahl nicht schnell genug geschaltet hatte und Groh nach Schneider-Vorlage den Endstand erzielte. Danach wurde es zwar bei einer 5:3-Überzahl der Riverkings in der Halle noch einmal richtig laut und auf dem Eis turbulent, zum Punktgewinn reichte es aber trotz guter Chancen nicht mehr. Markus Haschka zollte dem EVP nach der Partie Respekt, meinte aber auch: „Die besseren Chancen hatten wir. Pfronten war ein starker Gegner, aber wenn wir uns ein bisschen geschickter anstellen, bleiben die Punkte bei uns. Diesmal hat einfach der Glücklichere gewonnen.“ Beeindruckt zeigte sich der 34-Jährige HCL-Chef auch von der Zuschauerkulisse, die selbst der EV Landsberg zwei Klassen höher in seinem letzten Jahr kaum noch erreichte: „Das ist gigantisch, so etwas hätten wir nie erwartet.“ Kempten kommt Vermutlich werden es auch in der kommenden Woche nicht sehr viel weniger Zuschauer werden: Am Freitag (20 Uhr) kommt der ESC Kempten nach Landsberg. Die Allgäuer sind punktgleich mit den Riverkings und aus dem Hinspiel hat man noch eine Rechnung offen. Damals war der HCL zunächst 4:1 in Führung, dann 4:5 in Rückstand und rettete zum Schluss noch einen Punkt. Auch gegen Kempten muss man allerdings voraussichtlich auf Michael Hess verzichten. Der Stürmer, der gerade seinen zweiten Karrierefrühling erlebte, fällt momentan mit Rückenbeschwerden aus; befürchtet wird ein Bandscheibenvorfall. HC Landsberg - EV Pfronten 3:4 (1:1, 0:1, 2:2). Tore: 1:0 (3.) Geuß (V. Dollhofer/+1), 1:1 (10.) Friedl (J. Schneider), 1:2 (34.) Weixler, 2:2 (42.) Augst (V. Dollhofer, Simmler), 3:2 (43.) Guggenmos (Geuß, Hanemann), 3:3 (53.) Sigulla, 3:4 (56.) Groh (J. Schneider/+1). Zuschauer: 708. Strafen: je 14 Minuten.

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