Planung für Radweg Apfeldorf–Kinsau startet

Das Kreuz mit der Lechbrücke bei Kinsau

Brücke bei Kinsau
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Trotz gerade erst erfolgter Sanierung: Auf der Lechbrücke zwischen Apfeldorf und Kinsau ist für Radfahrer auch in Zukunft kein eigener Fahrstreifen vorgesehen. Der Bereich zwischen Geländer und Leitplanke ist offiziell nicht befahrbar.
  • Susanne Greiner
    vonSusanne Greiner
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Landkreis – Gute Nachrichten vom Staatlichen Bauamt Weilheim gibt‘s für die Radler: In diesem Jahr werden Planungen zu drei Radwegen im Landkreis in Angriff genommen oder weiter vorangetrieben: zwischen Schwabhausen und Geltendorf (entlang der St2054), zwischen Hohenfurch und Denklingen entlang der B17 und zwischen Kinsau und Apfeldorf entlang der St2055. Letzterer wird an einer Schlüsselstelle einem Hindernisparcours gleichen.

Bei der Radwegplanung zwischen Kinsau und Apfeldorf handele es sich vorerst nur um ein Teilstück, präzisiert Julia Haider, Leitung der entsprechenden Abteilung beim Bauamt Weilheim. Dort sei man mit allen betroffenen Grundstückseigentümern entlang der Staatsstraße in Kontakt, um die notwendigen Flächen zu erwerben. Das sei immer das Hauptproblem. Doch auch, wenn alle Eigentümer verkaufen: Die bereits 2018 sanierte Lechbrücke bei Apfeldorf wird auch für die kommenden Jahre eine Engstelle bleiben und die Fahrradfahrer zum Absteigen oder Fahren auf der Straße zwingen.

Sicher hat man auch schon vor drei Jahren an eine gefahrlose Lechquerung mit dem Rad gedacht. Wäre es nicht sinnvoll gewesen, die Brücke bei der Sanierung gleich so zu verbreitern, dass auch Radler ungestört die Fahrt fortsetzen können? Damals sei die Brücke begutachtet worden, berichtet Haider. „Brücken bekommen dann Schulnoten verliehen.“ Und je nach Note ist es wirtschaftlicher, das Bauwerk ganz neu zu errichten – oder es eben doch zu sanieren. Als die Brücke 1980 gebaut wurde, kostete sie 1.625 Millionen Euro. Heute wären das rund 4,5 Millionen Euro, rechnete 2018 der damalige Bauamts-Abteilungsleiter Christoph Prause. Die Sanierung habe hingegen lediglich 840.000 Euro gekostet. Dabei wurden die Kappen und die Schutzeinrichtung zurückgebaut. Allerdings entdeckte man einen gravierenden Baufehler: Die Last war höher, als es die Tragwerksplanung vorsah. Durch Reduzierung des Brückengewichts habe man aber die Last senken können.

Vielleicht liegt es auch an diesem Zwischenfall, dass die Gehwege der Brücke nach der Sanierung zwar breiter wurden – Haider sagt, sei seien statt 75 Zentimeter jetzt 1,5 Meter breit –, dass aber eine Verbreiterung auf die für einen gemeinsamen Geh- und Radweg notwendigen 2,5 Meter nicht möglich war.

Das erinnert auch Apfeldorfs Bürgermeister Gerhard Schmid. Die Brücke habe damals aus Gründen der Statik nicht noch weiter verbreitert werden können. „Ein durchgängiger Radweg wäre uns allen natürlich lieber gewesen. Aber es ist eben nicht jeder Tag Weihnachten.“ Schließlich müsse die Maßnahmen ja auch jemand finanzieren.

Kinsaus Bürgermeister Marco Dollinger freut sich vor allem über die Tatsache, dass der Radweg überhaupt gebaut werden soll. Das haben er vor der KREISBOTEN-Anfrage noch nicht gewusst. Was die Lechbrücke angehe, sei er froh, dass sie wieder zur sicheren Querung des Lechs diene. Er sei selber Radfahrer. „Und da kann man schon auch erwarten, dass der Radler eben absteigt.“

Positive Nachrichten gibt es bei der Planung für den Radweg zwischen Denklingen und Hohenfurch. Dort fehle nur noch der Lückenschluss, sagt Haider. Und dafür habe man bereits bis auf eines alle Grundstücke erwerben können. „Wenn alles klappt, könnten wir da Ende 2022 fertig werden.“
Susanne Greiner

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