Neubau am Penzinger Feld

Das Landratsamt Landsberg - ein Lechkiesel

Siegermodell Landratsamt-Neubau
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Das Siegermodell des Realisierungswettbewerbs für den Neubau des Landratsamtes soll an einen Lechkiesel erinnern. Der durchsichtige ‚Kiesel‘ steht für eine mögliche Erweiterung.
  • Ulrike Osman
    VonUlrike Osman
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Landkreis – Nachhaltig, inklusiv, harmonisch: Bei der Vorstellung des Siegerentwurfs für das geplante neue Verwaltungsgebäude des Landratsamts sparte Landrat Thomas Eichinger nicht mit Lob. Das Gewinnerbüro Hascher Jehle Assoziierte GmbH aus Berlin überzeugte das Preisgericht des Realisierungswettbewerbs mit einem ringförmigen Gebäude mit großem Innenhof. Besucher sollen sich hier gut orientieren können. Außerdem wird die am Standort Penzinger Feld herrschende Lärmproblematik gelöst.

17 Entwürfe von Planungsbüros in Deutschland und Österreich hatte die Jury aus 19 Sach- und Fachpreisrichtern zu bewerten. Nach zwei Tagen intensiver Diskussion war man sich einig, dass Hascher Jehle den Zuschlag bekommen sollten. „Ich bin froh über die einstimmige Entscheidung“, so Eichinger. „Es war der in sich stimmige Entwurf, der sich harmonisch in die Umgebung einfügt“, zudem verfüge er über ausreichend Platz für Mitarbeiter und Bürger.

Die organische Form des viergeschossigen Gebäudes erinnere ihn an einen abgeschliffenen Lechkiesel, sagte Eichinger. Zudem stehe das Rund für „das Miteinander von Landkreis und Stadt“. Begeistert war Eichinger auch von der Eingangslösung im Westen, dem „vielseitig nutzbaren großen Innenhof, die hervorragend gelöste Parkplatzsituation mit einer großen Tiefgarage und nicht zuletzt auch eine langfristige Erweiterungsmöglichkeit“.

Dieses ‚Sich-Einfügen‘ ist von den Planern vorgesehen. Rainer Hascher, Mitbegründer und einer der Geschäftsführer des Architekturbüros, sprach von einem Gebäude, das sich „nicht exaltieren“ solle. Die heterogene Struktur der Umgebung – hier Felder, dort Gewerbebetriebe und Wohnhäuser – verlange nach einer „vermittelnden Bebauung“.

Das neue, viergeschossige Landratsamt am Penzinger Feld soll einen großen, lärmgeschützten Innenhof bekommen.

Der große, schallgeschützte Innenhof soll einen ruhigen Aufenthaltsbereich für Mitarbeiter und Besucher bieten und das Problem lösen, dass das Gebäude an drei Seiten von Lärmquellen umgeben sein wird – der Autobahn im Norden, der Münchner Straße im Süden und dem Gewerbegebiet im Westen. Die Büros sollen mit ergänzenden Schallschutzmaßnahmen ausgestattet werden.

Keine Sackgassen

Eichinger sieht in dem Gebäude einen „Solitär am Stadteingang“, der hohen ästhetischen Ansprüchen genüge. In Sachen Nachhaltigkeit wolle man eine Vorbildfunktion erfüllen und setze auf eine Holz-Hybrid-Bauweise sowie eine regenerative Energie- und Wärmeversorgung durch Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen. Für die Dächer ist außerdem eine Begrünung vorgesehen.

Innen sollen sich Besucher gut orientieren und – aufgrund der Ringform – nicht verlaufen können. Dass es „keine Sackgassen“ geben werde, ist in Eichingers Augen „besonders charmant“. Da er in der Zukunft eine immer größere Aufgabenfülle auf das Landratsamt zukommen sieht, wird das Gebäude bereits mit Erweiterungsmöglichkeiten geplant. Eine Tiefgarage sowie eine Parkharfe im Norden sorgen für die nötigen Stellplätze.

Vergeben wurden zudem zwei zweite Plätze und ein Anerkennungspreis. „Bei optimalem Verlauf – Schaffung von Bauplanungsrecht, Detailplanung, Ausschreibungen, Bauphase – könnte das neue Gebäude im ersten Halbjahr 2026 bezugsfertig sein“, hofft Eichinger.

Alle 17 eingereichten Modelle sind kommende Woche in der Lechsporthalle (Lechstraße 8) zu besichtigen. Öffnungszeiten: Montag, 16. August, 16 bis 18 Uhr, Mittwoch, 18. August., 8 bis 11 Uhr, und Freitag 20. August, 12 bis 14 Uhr.

Einer der zweiten Preise ging an das Büro hammeskrause architekten aus Stuttgart.
Dieser Entwurf, der ebenfalls einen 2. Preis erhielt, stammt von Beer Bembé Dellinger Architekten aus Greifenberg.

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