"Das ist nicht schlüssig!"

„Zwei Millionen Euro für eine Brücke auszugeben, die im Moment niemand braucht“, das möchte UBV-Vorsitzender Wolfgang Neumeier verhindern. Animation: Stadt LL

Das Bürgerbe­geh­ren gegen den geplanten neuen Lechsteg zwischen Inselbad und Mutterturm am 11. Dezember ist ebenso beschlossene Sache wie das dagegengesetzte Ratsbegehren. Deshalb nahm UBV-Vor­sitzender Wolfgang Neumeier auch kein Blatt vor den Mund. „Ich stehe hier als Sprecher des Bürgerbegehrens, für das 2500 Landsberger unterschrieben haben“, sagt er vor gerade mal rund 20 Zuhörer auf der ersten Informationsveranstaltung im Sportzentrum.

Neumeier ficht weiterhin vehement gegen den geplanten Lechsteg. Auf der Veranstaltung wollte er die von OB Ingo Lehmann (SPD) und der Mehrheit des Stadtrates vorgebrachten Argumente nacheinander entkräften. „Im entsprechenden Wettbewerb gab es 30 Architektenideen, 25 davon sprachen sich für eine Brücke aus, die nördlich des Inselbads landet“, so Neumeier. „Die Stadtverwaltung gab dann allerdings einen anderen Korridor aus, damit sind diese Vorschläge alle rausgefallen. Im Siegerentwurf war zudem das Inselbad in seiner bisherigen Form komplett abgeschafft. Auch in einem Ideenwettbewerb von 2007 steht ganz klar, dass das Bad und die Freiflächen zur Disposition stehen. Dem ist bis heute nicht offiziell widersprochen.“ Neumeier unterstellte Lehmann indirekt „bewusste Täuschung der Öffentlichkeit“ und führte dafür verschiedene angeblich widersprüchliche Pressezitate Lehmanns in den vergangen Monaten an. So sei unter anderem der angeblich geplante Weg zum Flößerplatz, der das Inselbad vom Lechstrand trennen solle, vom Oberbürgermeister im KREISBOTEN im vergangenen Sommer zunächst klar artikuliert und danach erst über seine Verwaltung wieder dementiert worden. Ebenso habe Lehmann Pläne für eine Stadthalle auf dem Gelände der Lechturnhalle erst veröffentlicht und verneine dies nun. Im Gegenzug seien die veranschlagten Kosten für die Brücke von „maximal 1,2 Millionen Euro, aber eher deutlich darunter“ auf „jetzt 1,9 Millionen Euro gestiegen – das ist die Planung, die dem Stadtrat Stand November 2011 vorliegt; das sollten die Bürger auch einmal wissen.“ Neumeier: „Zu sagen, man habe zwei Millionen Euro für eine Brücke übrig, die im Moment niemand braucht und es sei andererseits kein Geld für die Sanierung des Inselbades da, ist nicht schlüssig.“ Die UBV präsentierte mehrere Karten, auf denen die geplanten künftigen Wege über den neuen Steg in die Stadt eingezeichnet waren. Neumeier: „Was wird denn hier verbunden? Auf der einen Seite ist gar nichts und auf der anderen Seite landet man irgendwo zwischen Lechturnhalle und Gymnasium und müsste dann 600 zusätzliche Meter im Zick-Zack zurück zum Hauptplatz gehen, das braucht ja wirklich niemand. Es ist für jeden kürzer, eine der bestehenden Brücken zu benützen, egal woher man kommt. Das Ganze ist aber offenbar Teil eines größeren Plans, den die Landsberger erst kennenlernen sollen, wenn er vollendet ist. Denn wie wir jetzt wissen, ist auch das Argument mit der Sicherheit der Schulkinder nur vorgeschoben.“ Neumeier stellte klar, dass er nicht prinzipiell gegen einen neuen Lechsteg sei: „Aber solange das Pöttinger-Gelände für die Stadt nicht erschlossen ist, kann man das nicht ordentlich planen. Wenn man das dann erst vernünftig macht, würden auch weder der Herkomer-Park noch das Inselbad beeinträchtigt.“ Sein Parteifreund Reinhold Wallner wurde deutlicher: „Für den neuen Steg braucht man angeblich aus Sicherheitsgründen für die Schüler eine Breite von 3,50 Metern, am Mutterturm reichen dann plötzlich für die gleichen Schüler Wege durch den Park von 2,50 Metern, nur damit das optisch besser aussieht und man keinen Ärger mit den Bürgern bekommt. Das ist doch unglaubwürdig und Augenwischerei. Jeder sollte sich außerdem die Mühe machen, sich den Busbahnhof einmal wirklich anzuschauen. Für 700 Schüler wird das da eher gefährlicher als am Hauptplatz. Der Wunsch nach der Brücke für die Schüler scheint mir nur vorgeschoben, damit man vor der nächsten OB-Wahl ein Prestigeprojekt um jeden Preis durchbekommt." Für den Bürgerentscheid am 11. Dezember macht sich Neumeier aber keine Illusionen: „Es ist eine Tatsache, dass hier nicht die Mehrheit der Landsberger entscheidet, sondern 20 Prozent der Landsberger, die zur Wahl gehen. Ich bin mir aber sicher, dass dieser Irrsinn abgelehnt wird.“ Christoph Kruse

Auch interessant

Meistgelesen

Töpfermarkt am Limit
Töpfermarkt am Limit
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Die Stadtwerke Landsberg steigern ihren Gewinn
Die Stadtwerke Landsberg steigern ihren Gewinn
Eresing zelebriert sein 950-Jähriges
Eresing zelebriert sein 950-Jähriges

Kommentare