"Das passt nicht zusammen!"

Ein Erholungsgebiet für die Münchener mitten im hochsensiblen Vogelschutzgebiet? Eine Ungereimtheit für die Fortschreibung des Regionalplanes München möchte die Gemeinde Dießen ausräumen. In der Karte „Über­örtliche Erholungseinrichtungen“ ist der Erlaich eingetragen, der die „Schwedeninsel“ bezeichnet.

Nachdem die Insel aber zum FFH-Gebiet zählt und in einem für ganz Europa bedeutenden Vogelschutzgebiet liegt, will die Gemeinde Dießen nun Auskunft darüber haben, wie dies mit den im Regionalplan ausgewiesenen Erholungsgebieten zu vereinbaren ist. „Das passt nicht zusammen, man kann doch in diesem Bereich keine Er­holungs­maßnahmen planen“, erklärt Erich Neugebauer, geschäftsleitender Beamter der Marktgemeinde. Weder beim Regionalverband noch bei der Unteren Naturschutzbehörde habe die Verwaltung eine zufriedenstellende Auskunft erhalten können, hieß vergangene Woche im Gemeinderat. Nur beobachten? Bauamtsleiterin Johanna Schäf­fert vermutet, dass sich das neue Erholungsgebiet eher auf den Bereich Naturbeobachtungsturm im Ammermoos beziehe, das deutlich weiter westlich liegt. Aber auch diese Aus­- sichtsplattform steht mitten im Naturschutzgebiet. Allein der Bau unterlag schon strengsten Auflagen wie etwa der Rücksichtnahme auf die Brutzeit der Vögel. Besucher dürfen den Steg zum Turm nicht verlassen, die Natur hat gegenüber einer besseren Aussicht Vorrang. Insgesamt erstrecken sich auf dem Gemeindegebiet die Erholungsräume „Fünf-Seen-Land“ sowie „Südliches Lechtal“ und „Moränenhügellandschaft zwischen Lech und Ammersee mit Windachtal und Windachspeicher“. Laut Regionalplan München sollen explizit in diesen genannten überörtlichen Erho­- lungs­räumen Naherholungs­pro­jekte gefördert werden. Weniger Vorhaltsgebiete Wesentliche Änderungen im Regionalplan gibt es außerdem bei den land- wie wasserwirtschaftlichen Vorbehaltsgebieten. Sie wurden deutlich reduziert, weil bestehende Schutz­- ge­biete aus planerischen Gründen nicht mehr aufgeführt werden. Die Flächen westlich von Obermühlhausen sowie östlich und südöstlich von Dettenschwang dienen zur Sicherung von Wasservorkommen. Diese Planung ist für die Marktgemeinde jedoch nicht mehr bindend. Für Landwirte ändere sich nichts, betonte Bürgermeister Herbert Kirsch.

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