Kostenlos und landkreisweit

Das Schnelltest-Geschenk vom Landsberger BRK

Ein Mann lässt in einer Teststation einen Corona-Schnelltest bei sich machen.
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Schnelltests vom BRK soll es ab dem Wochenende im gesamten Landkreis kostenlos geben (Symbolfoto).

Landkreis – Schnelltests werden vor allem an Ostern stark gefragt sein. Auch wenn inzwischen klar ist, dass man sich nur sehr eingeschränkt mit der Familie treffen sollte (zwei Haushalte und maximal fünf Personen). Um den Bedarf an Schnelltests abzusichern, bietet das BRK Landsberg jetzt kostenlose Schnelltests für die Bürger im Landkreis an – und zwar vor Ort. 

Gültig wird das Angebot schon ab kommenden Wochenende sein, informiert die Assistentin der Geschäftsleitung Julia Rother in einer Pressemitteilung. Dem vorhergegangen war eine Absage des Landratsamtes gegenüber dem BRK Landsberg, das bei den Schnelltests eine Zusammenarbeit mit der Behörde angeboten hatte (siehe Kommentar unten).

Zunächst sollen die Rot-Kreuz-Helfer in den Orten Landsberg, Kaufering, Weil, Hofstetten, Dießen und Denklingen bis zu zweimal pro Woche Testungen nach vorheriger Anmeldung durchführen. Die Anmeldung erfolgt über die Homepage des BRK Landsberg www.brk-landsberg.de: „Auf unserer Homepage werden die jeweiligen Termine angezeigt, man trägt sich mit seinem Namen zur gewünschten Uhrzeit ein. Fertig“, erklärt Kreisgeschäftsführer Andreas Lehner und weiter: „Die vorherige Terminvergabe ist wichtig, um große Menschenansammlungen zu vermeiden und die Tests rasch durchzuführen.“

Zudem sollen die Testtermine und Orte stetig ausgeweitet werden, so der BRK-Geschäftsführer: „Ziel ist, ein flächendeckendes Netz von Testangeboten im gesamten Landkreis zu schaffen und in den nächsten Monaten zu betreiben.“ Auch über die Osterfeiertage werden die mobilen Testteams Termine anbieten.

„Wir freuen uns, dass das BRK mit den kostenlosen Tests die Kommunen vor Ort unterstützt“, reagiert Bürgermeister-Sprecher Christian Bolz auf das Angebot des BRK. Das Angebot helfe, „die Strukturen im zentralen Testzentrum zu entlasten und erhöht den Anreiz, sich testen zu lassen. Ich bin mir sicher, dass das Angebot gut angenommen wird. Die Nachfrage bei den schon bestehenden dezentralen Testangeboten bestätigt das.“

Ein weiterer Vorteil der BRK-Testungen: „Sollte ein Schnelltest positiv sein, können wir sofort einen Labortest abnehmen, ohne dass die Person dafür noch das zentrale Testzentrum aufsuchen muss“, erklärt Andreas Lehner. Die genauen Termine und Orte seien gerade noch in Planung und sollen ab Donnerstag auf der BRK-Homepage veröffentlicht werden. Ab dann könnten sich die Landkreisbürger über das Internet anmelden. Eine telefonische Anmeldung könne nur in Ausnahmefällen für Personen ohne Internet unter Telefon 08191/9188-73 erfolgen, betont Rother.

Um der großen Nachfrage gerecht zu werden, werde das BRK im Landsberger BRK-Haus in der Max-Friesenegger-Str. 45 bereits am Freitag, 26.März, von 17.30 bis 19.30 Uhr und am Samstag, 27. März, von 16 bis 18 Uhr Schnelltests anbieten. Auch für diese Termine ist aber eine vorherige Anmeldung notwendig. Daneben biete das BRK weiterhin Schnelltestungen in Firmen und Betrieben an – das Angebot ist aber kostenpflichtig.

Kommentar

Mutiger Schritt

Die Entscheidung der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, den Kreisverband Landsberg des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) mit der Durchführung von Schnelltests zu beauftragen, ist kluges Krisenmanagement – und ein mutiger Schritt im Verhältnis zum Landkreis.

Noch vor einer Woche hatte die Leiterin der Führungsgruppe Katastrophenschutz, Maria Matheis, „nach Rücksprache mit Herrn Landrat“ nämlich erklärt, der Landkreis sehe sich für Tests „nicht in der Verpflichtung“. Außerdem gebe es „keinen Bedarf“ – die Testmöglichkeiten für die Bürger in Apotheken und Testzentren, für Kinder und Schüler in ihren jeweiligen Einrichtungen, reichten aus.

Das war kurz nachdem die Coronavirus-Testverordnung des Bundes in Kraft getreten war, die die Beauftragung von Rettungs- und Hilfsorganisationen ermöglichte und auch die Kostentragung regelte. Warum das Landratsamt die Hilfe des BRK abgelehnt hat und allenfalls „zu gegebener Zeit“ darauf zurückgreifen wollte, bleibt daher unklar. Argumente, die gegen die Einschaltung sprachen, gab es nicht. Lediglich das Kultusministerium setzte prinzipiell auf die Lehrer, schloss aber die Begleitung durch Hilfsorganisationen nicht aus. Und selbst wenn das Testangebot nicht auf permanente Nachfrage stoßen sollte, ist das doch nicht das Problem des Amtes. Das BRK bekommt nur Geld, wenn die Tests auch durchgeführt werden.

Das Landratsamt – die örtliche Vertretung unseres Staates – trägt eine umfassende Krisenverantwortung. Und es ist im lokalen Raum exklusiv für das Thema „Gesundheit“ zuständig. Es sollte sich darum kümmern, dass die Maßnahmen, die Bund und Land beschließen, vor Ort auch greifen. Durch eine Zusammenarbeit mit dem BRK hätte das Landratsamt einen weiteren Baustein zur Bekämpfung der Pandemie gesetzt. Nun zeigen die eigentlich gar nicht zuständigen Bürgermeister dem Landrat ersatzweise, wie man in der Katastrophe Ressourcen nutzt. Der Vorgang sollte dazu führen, noch einmal grundsätzlich die Arbeit des Amts in Corona-Zeiten zu überdenken.
Werner Lauff

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