Cash als Besuchermagnet

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Der Freundeskreis städtischer Museen favorisiert den jetzigen Standort des Stadtmuseums am Berg.

Landsberg – Noch sind die Türen zur Dauerausstellung im Neuen Stadtmuseum Landsberg geschlossen: Dennoch kauft das Museum für diese Ausstellung Stücke an. Unterstützung bietet ihm dabei der Freundeskreis städtischer Museen Landsberg. Erst vor Kurzem übergab er Museumsleiterin Sonia Fischer 4000 Euro, um eines der begehrten Ausstellungsstücke der Johny Cash-Ausstellung zu erwerben: Die Jukebox, die Gäste beim Rundgang musikalisch in die Vergangenheit brachte. „Die lief wie Lottchen“, berichtete Fischer, „wir wissen also, dass sie in wirklich gutem Zustand ist.“ Cash solle auf jeden Fall auch Eingang in die Dauerausstellung finden.

Im vergangenen Jahr belief sich die Sachspende des Vereins an das Stadtmuseum auf gute 14.000 Euro. Mit dem Betrag erwarb der Freundeskreis einen Großteil des 1972 in Landsberg gestorbenen Malers Adolf Reidel, handliche Museumsstühle, die den Ausstellungsbesuchern ein bequemes Betrachten der Werke erlauben und drei Bilder der Münchener Künstlergruppe „Scholle“. Ein viertes Scholle-Bild konnte das Stadtmuseum durch die Spende der Sparkasse in Höhe von 8000 Euro ankaufen: der „Rückenakt“ von Adolf Münzer. Darauf eine nackte Dame in Rückansicht, die sich im Spiegel betrachtet, was die Stifter „leicht erröten ließ“, weiß Vorsitzende Ruth Sobotta zu berichten. „Das Bild hing auch kurzfristig beim OB im Zimmer, aber nachdem man es dort etwas zu anstößig fand, ist es jetzt endgültig im Museum.“

Schatzmeister des Freundeskreises Axel Flörke zeigte sich mit den Finanzen zufrieden. Trotz viel Bürokratie konnte letztes Jahr auch das Herkomerbuch erscheinen: „Dafür gab es einen Zuschuss des Bezirks Oberbayern, den wir tatsächlich nicht in Anspruch nehmen mussten. Der Bezirk hat ihn jedoch auch nicht zurückgefordert“, wodurch der Verein im Plus dastehe. Als Kulturreferent und Botschafter der Stadt Landsberg bedankte sich Flörke ausdrücklich bei Fischer: „Sie haben uns mit dem Herkomermuseum ein Museum vom Feinsten verschafft.“ Was das Stadtmuseum angehe, so halte er den jetzigen Standort für den einzig richtigen. Auch andere Museen, zum Beispiel das Münterhaus in Murnau, seien nicht so komfortabel zu erreichen. Dass ein Museum Besucher anziehe, hinge nicht von der Lage, sondern allein von seiner Attraktivität ab: „Und mit Cash hatten wir knapp 7000 Besucher, soviele wie sonst in einem Jahr.“

Den aktuellen Standort favorisiert auch der Freundeskreis. Auf dem Schlossberg oder im Gebäude der VHS sieht Sobotta keine Möglichkeiten: „Ein schöneres Haus als jetzt finden wir in ganz Landsberg nicht.“ Zwar sei der Einbau eines Aufzugs wegen des Denkmalschutzes sicherlich schwierig, „aber im Herkomermuseum hat es ja auch geklappt.“ Fischer berichtete von einer Machbarkeitsstudie, die natürlich auch den aktuellen Standort einbeziehe. „Ich sehe das Problem Brandschutz auch als Chance, um ein ganz neues Konzept zu erarbeiten.“

Insgesamt ist Fischer zuversichtlich: „Wir hatten 2015 knapp 9000 Besucher, 2014 waren es gerade mal 5200.“ Zwar werde es nicht jedes Jahr eine so erfolgreiche Ausstellung wie Johnny Cash geben, „aber mit einer guten Dauerausstellung können wir auch enorme Anreize schaffen.“ Bis die Dauerausstellung eröffnet werden kann, werden hoffentlich die Sonderausstellungen für Besucher sorgen: Ende April startet die Ausstellung zum Thema „Lech“, und ab dem 12. November fügt sich das Stadtmuseum ins Dominikus-Zimmermann-Jahr ein: Fünf zeitgenössische Künstler gruppieren ihre „Barocken Überläufer“ um das Werk des berühmten Baumeisters.

Susanne Greiner

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