Dauerbrenner ohne echte Lösung?

Parken, wo immer es nur möglich ist – im weiten Umfeld des Geltendorfer Bahnhofes ist dasseit vielen Jahren ein alltägliches Bild.

Dauerbrenner-Themen haben am Donnerstag die diesjährige Geltendorfer Bürgerversammlung im voll besetzten Saal des Gasthauses Alter Wirt beherrscht: die Bahnhofstraße, der überfüllte Park&Ride-Platz und das Fehlen sanitärer Anlagen am Bahnhof, die Verkehrssituation in der Schulstraße, die geplante neue Sporthalle und natürlich das Feuerwehrhaus.

Anton Leitenstorfer bedauerte, dass im Zuge der Sanierung der Bahnhofstraße kein Radweg geplant ist. Dort, wo die Anlieger bereit seien, Grund abzugeben, solle ein Radweg entstehen, und dort, wo dies nicht der Fall sei, die Straße verengt werden, bis vielleicht eines Tages doch Grund verkauft werde, schlug er vor. Bürgermeister Willi Lehmann (CSU) erwiderte, ein unterbrochener Radweg sei gefährlicher als gar keiner, und bei Straßenverengungen werde der Landkreis als Baulastträger nicht mitmachen. Um die Anlieger über den Zeitplan der Sanierung im kommenden Jahr zu informieren, kündigte er gesonderte Bürgerversammlungen im Frühjahr an. Der erst vor wenigen Jahren erweiterte Park&Ride-Platz sei schon wieder überfüllt, beklagte Ewald Bensch. „Nach 10 Uhr findet man keinen Platz mehr, und die Leute parken wieder auf der Böschung.“ Dies konnte Lehmann nur bestätigen. Seine Idee, auf dem Gelände Parkdecks in Leichtbauweise zu errichten, sei jedoch bei der Bahn auf keine Gegenliebe gestoßen. Die Gemeinde müsse endlich für Toiletten am Bahnhof sorgen, forderte ein Bürger. „Den Bahnhof nutzen 6000 bis 10000 Reisende am Tag. Das muss doch Chefsache sein.“ Lehmann erinnerte daran, dass die Bahngebäude an ein ausländisches Konsortium verkauft worden seien und die Gemeinde hier nicht einfach tätig werden dürfe. Der Zweite Bürgermeister Thomas Hellmann (SPD) schlug unter dem Beifall der Anwesenden vor, sich um das Nutzungsrecht für die Gebäude zu bemühen und eine Toilettenanlage à la Mr. Clean zu betreiben. Markus Eisele lobte den neuen Spielplatz in der Nähe der Schule und kritisierte gleichzeitig die Verkehrssituation in der Schulstraße, wo aufgrund der Enge jeden Morgen Kinder Gefahr liefen, einem Auto vor die Motorhaube zu geraten. Niemand halte sich an das in der Spielstraße geltende Tempolimit. Er forderte, die Straße für den Durchgangsverkehr zu sperren. Dies wird als Antrag im Gemeinderat behandelt werden. Die Frage, wann und vor allem an welchem Standort die neue Sporthalle entstehen soll, beschäftigte die Bürger ebenfalls. Wie Gemeinderätin Martina Goldbrunner (SPD) vom Arbeitskreis Sporthalle mitteilte, werden voraussichtlich im Frühjahr zwei bis drei Planentwürfe mit grober Kostenschätzung vorliegen. Die ursprüngliche Idee, die Halle an das Bürgerhaus anzubauen, werde wohl nicht verwirklicht. Dies, obwohl bei der Errichtung des Bürgerhauses bereits Duschen für die spätere Sporthalle eingebaut wurden. „Die Planer warnen, dass wir damit viel zu nah an die Wohnbebauung kommen“, so Goldbrunner. „Aber wir haben schon andere Standortvorschläge im Kopf.“ Franz Hummel kritisierte den geplanten Standort für das neue Feuerwehrhaus. Seiner Meinung nach wird die demographische Entwicklung der nächsten Jahrzehnte zu einem Aussterben der kleinen Ortswehren führen, so dass ein zentrales Feuerwehrhaus für die Gesamtgemeinde gebraucht werde. „Dies sollte im Westen Geltendorfs liegen, wo die Ortsteile sind, und nicht im Osten.“ Jugendwart Robert Rauschmayr entgegnete, die Jugendfeuerwehr habe derzeit 25 Mitglieder, der Nachwuchs sei also gesichert. Gleiches betonte Vize-Bürgermeister Hellmann. Prognosen sagten dem Landkreis in den nächsten 20 Jahren ein zwölfprozentiges Bevölkerungswachstum voraus. Davon werde gerade Geltendorf als S-Bahn-Endpunkt profitieren, und das geplante neue Baugebiet westlich der Bahnhofstraße werde junge Familien in den Ort locken. „Mit einer guten Infrastruktur können wir die Feuerwehr halten.“ Ulrike Osman

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