Zeltbetreiber Jochen Mörz beklagt Einbußen in Kaufering

Aus Volksfest wird Regenfest

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Der Dauerregen machte das Kauferinger Volksfest zum Regenfest und den Schaustellern fehlten die Fahrgäste.

Kaufering – Der Wettergott hatte es nicht gut gemeint mit dem 27. Kauferinger Volksfest. Regen ohne Ende. Das bekamen vor allem die Schausteller zu spüren. Den Betreibern der beiden Kinderkarussells und des Autoscooters fehlten die Fahrgäste. Sie waren überhaupt nicht zufrieden, sagt Festwirt und Zeltbetreiber Jochen Mörz im Gespräch mit dem KREISBOTEN.

Begonnen hatte die 27. Auflage des Kauferinger Volksfestes am Donnerstag vergangener Woche. Der traditionelle Festumzug der Kauferinger Vereine, der an der Mittelschule starten sollte, fiel wegen des Dauerregens schon mal ins Wasser. Dass auch die Mitglieder der örtlichen Wasserwacht im Festzelt auftauchten, war aber nicht dem vielen Wasser geschuldet. Sie waren nicht im Einsatz, sondern wollten nur mitfeiern, wie die vielen anderen Vereine der Marktgemeinde auch. Den offiziellen Startschuss gab dann Bürgermeister Erich Püttner. Mit nur zwei Schlägen schaffte es der Rathauschef, das erste Fass Bier anzuzapfen. Für Püttner war es das letzte Volksfest in seiner Amtszeit. Bekanntlich will er kein zweites Mal kandidieren. Schade war nur, dass das Zelt an diesem Abend gerade mal zu zwei Dritteln besucht war.

Sehen und gesehen werden, lautete in diesem Jahr das Motto für Kauferings Lokalpolitiker. Während Manfred Huber von der Kauferinger Mitte eher am Rand saß, besetzten die Ratskollegen von CSU, SPD, UBV und Grünen einen Tisch in der Zeltmitte. Meinrad Mayrock, Thomas Salzberger, Manfred Nieß, Andreas Keller, Flora Kurz, Gerhard Forster und Bernhard Mödl ließen sich die erste Maß schmecken. Für eine gute Stimmung sorgte die Musikkapelle Kaufering.

Erfolgreich wie eh und je war der Seniorennachmittag am Freitag. Alle älteren Kauferinger Mitbürger bekamen traditionell von der Marktgemeinde einen Gutschein für ein halbes Hendl und eine Maß Bier. Wer nicht im Zelt sitzen wollte, konnte sich Hendl und zwei Flaschen Gerstensaft einpacken lassen. Einige der Senioren kam wieder mit Milchkannen und anderen Gefäßen, da sie lieber Fassbier mit nach Hause nehmen wollten, erzählt Festwirt Jochen Mörz. Für die neue CSU-Ortsvorsitzende, Gabriele Uitz, war es die Gelegenheit, sich als Neubürgerin in Kaufering vorzustellen. Im Schlepptau von Bürgermeister Erich Püttner ging sie im feschen Dirndl von Tisch zu Tisch. Ein Zufall? Wohl kaum. In Kaufering wird schon länger gemunkelt, dass sie als Bürgermeisterkandidatin im kommenden Jahr ihren Hut in den Ring werfen wird.

Eine Enttäuschung war für den Festwirt wie auch für Bürgermeister Püttner der Freitagabend. Er sollte, wie in den Jahren zuvor, der „Tag der Betriebe“ werden. Doch die Betriebsamkeit litt unter dem Besuchermangel. „Das war ein krasser Abfall im Vergleich zu den Vorjahren, wir haben gewaltige Umsatzeinbußen gehabt“, klagt Jochen Mörz. Ein bisschen Kompensation hat es dann am Samstagabend gegeben. „Wenigstens da war das Zelt voll“, bilanzierte Mörz. Es war der Abend der Kauferinger Vereine. Und auch der Sonntagmittag sei trotz des Wetters gut gewesen.

Insgesamt war es eine durch­wachsene Bilanz, die Jochen Mörz für das Kauferinger Volksfest ziehen musste. Die Besucherzahl lag nach ersten Schätzungen zwischen 10.000 und 12.000 Besuchern. Rein statistisch würde das bedeuten, dass jeder Kauferinger Bürger, vom Neugeborenen angefangen bis zum ältesten Rentner, einmal auf dem Festgelände gewesen ist – natürlich nur rein statistisch.

Absolut positiv ist anzumerken, dass es ein friedliches Volksfest war. Die Landsberger Polizei musste kein einziges Mal nach Kaufering ausrücken. Dafür hätten sich die Ordnungshüter auch bedankt, berichtete Bürgermeister Erich Püttner. „Wir haben eine neue Firma unter Vertrag“, erläutert Festwirt Mörz. Die „BG Security&Event Service“ aus Mering habe einen „sehr guten Job gemacht“.

Kaufering feiert sein traditionelles Volksfest

Auffällig war das vor dem Zugang zur Festwiese stationierte Bauhoffahrzeug. Es blockierte die Zufahrt zum Festgelände während der Publikumszeiten. Das sei nach den Anschlagserien in Barcelona und anderswo eine Auflage der Polizei gewesen, erklärt Bürgermeister Püttner. Einige Besucher stellten sich die Frage, warum die ganze Zeit ein Mitarbeiter des Bauhofes im Fahrzeug saß. Der Rathauschef klärte auf: „Im Notfall müssen Feuerwehr oder Rettungskräfte hindernisfrei auf schnellsten Weg auf das Festgelände fahren können“. Zufrieden zeigte sich Püttner mit den Rahmenbedingen. „Die Toilettenanlagen waren sauber, das Essen sehr gut.“ Ein Lob des Bürgermeisters gab es für Andreas Mörz. Der Sohn des Festwirts kümmert sich als Küchenchef um das leibliche Wohl der Gäste.

In den nächsten Tagen wollen sich Festwirt und Gemeindeoberhaupt zusammensetzen. Beraten werden soll, welche Stellschrauben man drehen muss, um das Kauferinger Volksfest attraktiver zu machen. Auch das Werbekonzept muss noch einmal auf den Prüfstand. Ein Problem wird Kaufering immer haben: Seit es in Landsberg die wiederbelebte Wies‘n gibt, fehlen die Lechstädter auf dem Volksfest in der Marktgemeinde.

Gut eingeschlagen habe das Konzept des „Kauferinger Kulturzelts“. Konzertveranstalter Bernhard Schloemer bilanzierte, der Montagabend mit der „Couplet-AG“ sei mit rund 350 Gästen schon gut besucht gewesen (siehe Seite 11), der Dienstagabend mit „LaBrassBanda“ (nach KREISBOTEN-Redaktions­schluss) aber noch besser – zumindest was den Kartenvorverkauf anbelangte.

Als Familienbetrieb bezeichnet Jochen Mörz die „Mörz Festzeltbetriebs GmbH“. Im Gespräch mit dem KREISBOTEN kündigte er an, das Unternehmen zu „irgendeinem Zeitpunkt“ seiner Tochter Nadine übergeben zu wollen. Sie kümmere sich heute schon um das Kauferinger Volksfest. Insgesamt an 17 Volksfesten in ganz Bayern ist die Familie Mörz vertreten. Der Betrieb des 2.300 Plätze umfassenden Zeltes sei sehr personalintensiv. Es kommen rund 50 Mitarbeiter zum Einsatz. 

Siegfried Spörer

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