"Jein" der Behörden zur Verbindung Dießen-Fischen 

Erfreuliche Wende in Sachen Fahrradweg Birkenallee

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Versöhnliche Töne gegenüber Innenministerium und Naturschutz gab es bei der Medienkonferenz zum Thema Radweg Birkenallee von Dießen nach Fischen. Unser Bild zeigt (v.l.n.r.) Dießens derzeit amtierenden Bürgermeister Peter Fastl, Bürgermeister Werner Grünbauer (Pähl) und Bürgermeister Martin Höck (Raisting).

Dießen – Eine erfreuliche Wende und vorsichtigen Optimismus gibt es beim Dauerthema Fahrradweg Birkenallee (wir berichteten). Darum schlugen die drei Bürgermeister Peter Fastl (als Vertreter von Dießens Gemeindechef Herbert Kirsch), Werner Grünbauer (Pähl) und Martin Höck (Raisting) jetzt versöhnliche Töne an gegenüber Regierung und Naturschutz, die seit nunmehr 32 Jahren den Bau des straßenbegleitenden Radweges verhindert haben.

Nach zwei intensiven Gesprächsrunden mit Vertretern des Innenministeriums im Januar blieb es zunächst weiter beim kategorischen Nein, wie die Drei bei der Medienkonferenz im Dießener Rathaus nochmals rekapitulierten. Daraus wurde überraschenderweise jetzt ein „Jein“. Das Staatliche Bauamt Weilheim wurde von der Obersten Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr beauftragt, vor der Entscheidung über ein neues Planfeststellungsverfahren „eine modifizierte und die Beeinträchtigung der ökologisch wertvollen Bereiche reduzierte Planung des Birkenweg-Radweges in die Wege zu leiten“. 

Inzwischen wurden nämlich Überlegungen an die Oberste Baubehörde herangetragen, die die Beeinträchtigung der ökologisch wertvollen Bereiche des geschützten Flora-Fauna-Habitats mit Pfeifengras und Wiesenbrütern wie dem Großen Brachvogel durch eine „modifizierte Radwegeplanung“ reduzieren sollen. Gedacht ist dabei unter anderem an eine teilweise Aufständerung in Form eines Steges oder sogar einer Teilverlegung der Staatsstraße. 

Bevor nun über ein neues Planfeststellungsverfahren entschieden wird, müssen diese Vorschläge naturschutzrechtlich untersucht und durchgeplant werden. Ein vom Bauamt Weilheim beauftragtes Fachbüro wird jetzt „die technische Planung unter Einbeziehung der vorgebrachten realistischen Optimierungsmöglichkeiten überarbeiten und die bauliche Umsetzung untersuchen.“ Darüber hinaus soll eine naturschutzfachliche Begleitung durch einen Landschaftsplaner erfolgen. 

Werner Grünbauer dankte ausdrücklich der Obersten Baubehörde, dieses festgefahrene Thema nochmals aufzugreifen. Wohl auch unter dem Druck der Öffentlichkeit und der immer größer werdenden Schar der Radfahrer. Man habe auch eingesehen, dass der Umweg über die Raistinger Schleife keine Alternative ist. Es handelt sich hierbei um einen landwirtschaftlichen Wirtschaftsweg, bei dem Konflikte mit der Landwirtschaft vorprogrammiert sind. 

„Jetzt geht es darum“, so Grünbauer, „im Konsens mit allen Beteiligten eine Planung im Einklang mit Natur und Landschaft zu entwickeln, wobei möglichst wenig Fläche versiegelt werden soll.“ Raistings Bürgermeister Martin Höck ergänzte, dass man den geplanten Fahrradweg von Dießen nach Raisting in das Gesamtkonzept mit einbeziehen wolle. 

Um die Fronten zwischen Regierung, Naturschutz und Radwegbefürwortern zu entschärfen, hat Prof. Dr. Ernst Roeckl die nächsten „Radldemos“ entlang der Birkenallee abgesagt.

Dieter Roettig

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