Zu neuem Leben erweckt

Jan Davidoff saniert 200 Jahre altes Künstlerhaus – "GELUNGEN"-Preis für perfekte Renovierung

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Mit der Plakette „Gelungen“ zeigen sich vor dem renovierten Künstlerhaus in der Schondorfer Moraschstraße Prof. Dr. Peter Cornelius Mayer-Tasch, Jan und Viktoria Davidoff, Andreas Kloker und Kulturkreis-Vorsitzende Dorothee Mayer-Tasch (von links).

Schondorf – Wie nennt man eine Auszeichnung für eine gelungene Renovierung? Ganz einfach „GELUNGEN“. So heißt der Preis des Schondorfer Kreises für Kultur- und Landschaftspflege, der jetzt zum dritten Mal verliehen wurde. In diesem Jahr fand die Jury das 200 Jahre alte aufwändig restaurierte Künstlerhaus in der Moraschstraße 11 für preiswürdig.

Die Überreichung der vom Schondorfer Künstler Andreas Kloker gestalteten Plakette an die Familie Jan und Viktoria Davidofff fand im Beisein zahlreicher Kulturkreis-Mitglieder, Gemeinderäte und Handwerker statt. Das prämierte Anwesen steht im Außenbereich zwischen Schondorf und Greifenberg und gehörte zwei betagten Schwestern aus der Künstlerfamilie Cornelius. Sie verkauften das baufällige und verwahrloste Gebäude an den Künstler Jan Davidoff und seine Frau Viktoria, die sich auf einem Spaziergang in das verwunschene Haus verliebt hatten. Ihnen war zwar klar, dass mit der Renovierung eine Mammutaufgabe auf sie zukommt, aber mit viel Geduld und Liebe zum Detail haben sie es in nur einem Jahr geschafft.

Prof. Dr. Peter Cornelius Mayer-Tasch, der die Laudatio hielt, lobte ausdrücklich die neuen Besitzer, die das Haus „zurückversetzt haben in eine Insel der Lebensqualität, ohne die Rücksicht auf das Erbe der Familie Cornelius zu vernachlässigen“. Man habe das Haus musterhaft renoviert und zu einem wahren Schmuckstück gemacht, darum auch die Auszeichnung. Sie wurde überreicht von der Kulturkreis-Vorsitzenden Dorothee Mayer-Tasch.

Jan Davidoff erzählte in seiner launigen Dankesrede von den schwierigen Renovierungsarbeiten, die dank den regionalen Handwerksbetriebe trotz diverser Probleme wie Feuchtigkeit im Mauerwerk, verfaultem Dachgebälk und Rückschlägen wie dem Zusammenbruch einer Außenmauer in nur einem Jahr abgeschlossen werden konnte. Von außen sieht das Haus fast wie um Urzustand aus – mit Holzfenstern und Fensterläden, kunstvollen Geländern an den Balkonen und Zierstuck. Nur ein großes Atelierfenster zum Garten hin weicht vom Original ab. „Das musste sein“, entschuldigte sich fast der Hausherr. „Es ist jetzt der Lieblingsplatz unserer Familie“.

Bei den Umbauarbeiten stieß Jan Davidoff auf viele Relikte aus der künstlerischen Vergangenheit der Familie Cornelius, zu der auch der Komponist Peter Cornelius gehört, ein Zeitgenosse von Wagner und Liszt. Aus den Fundstücken wie Büchern, Noten und Briefen sowie historischen Baumaterialien und eigenen Werken machte Jan Davidoff eine sogenannte „Rauminstallation“, die er im Rahmen der letzten Ammerseerenade im Braunviehstall in Achselschwang ausstellte.

Das war eines der wenigen heimischen Gastspiele des international gefragten Künstlers Jan Davidoff, der an der Akademie der Bildenden Künste in München Malerei studiert hat. Seine Werke hängen in vielen namhaften Galerien auf der ganzen Welt. Und man findet sie auf den großen Kunstmessen wie Art Cologne, Pulse Miami oder Art Moskau. Schondorf kann stolz sein, dass ein so prominenter Künstler jetzt sein Lebensdomizil in der Gemeinde gefunden hat.

Dieter Roettig

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