Der Deckel bleibt drauf

Der Deckel bleibt auf dem Marienbrunnen; im Zuge des Hauptplatzumgestaltung ist der Bau der Brunnenstube erst für nächstes Jahr vorgesehen. Foto: Kruse

Auch wenn der Juni bis jetzt kühl war, harter Frost ist nicht mehr zu erwarten. Dementsprechend fragen sich viele Landsberger, aber auch Touristen: Warum ist der Marienbrunnen immer noch abgedeckt? Die Antwort hat mit dem Hauptplatzumbau zu tun – und jetzt steht fest, dass der Brunnen erst im Jahr 2013 wieder in Betrieb genommen werden kann.

Bislang war die sogenannte „Brunnenstube“, in der die Technik für den Brunnen untergebracht ist, in der Fußgängerunterführung beheimatet. Mit dem Abriss der Unterführung verschwand auch dieser Raum. Der Neubau ist ein gutes Stück weiter südlich geplant. Dort sollte eigentlich auch schon vor mehreren Wochen mit den Bauarbeiten begonnen werden, da an dieser Stelle mit historischen Funden gerechnet wird: In diesem Bereich stand im Mittelalter das Rathaus Landsbergs. „Wir ziehen die Brunnenstube deshalb vor“, erklärte Tiefbauamts-Leiter Hans Huttenloher zu Jahresbeginn. Eine Verzögerung durch die eventuell notwendige archäologische Be­- standsaufnahme wäre dann gut zu verkraften. „Falls da wirklich etwas rauskommt, geht der Brunnen in diesem Jahr eben erst im August oder September in Betrieb, ich wüsste nicht, wen das ernsthaft stören sollte“, so Huttenloher damals weiter. Jetzt hat sich die Lage allerdings geändert; mit den Arbeiten an der Brunnenstube wird vorerst noch nicht begonnen. Ein Grund: Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) ist die Maßnahme in der vorgesehenen Form zu teuer. Deutlich über 200000 Euro würde das Einzelprojekt nach der ursprünglichen Planung kosten – zu viel, wenn es nach dem Stadtoberhaupt geht. Deshalb beauftragte er Huttenloher, sich nach Alternativen umzusehen. „Das muss günstiger gehen“, fordert Neuner. Derzeit ist nach Auskunft von Pressesprecherin Eva Schatz ein externer Planer damit beschäftigt, die technischen Anforderungen für den Bau der Brunnenstube festzulegen. Danach geht das Thema zunächst in den Finanzausschuss, erst dann ist die Ausschreibung möglich. Schatz: „Die vorbereitenden Arbeiten finden noch 2012 statt, die technische Ausstattung erst im Rahmen des zweiten Bauabschnitts 2013.“ Ein genauer Fertigstellungstermin könne derzeit noch nicht genannt werden. Oberbürgermeister Neuner nimmt die Verzögerung zugunsten einer „deutliche Ersparnis“ in Kauf. „Ganz klar: Wo keine Technik vorhanden ist, kann auch noch kein Wasser fließen.“ Für ihn hat die Sache aber auch ein Gutes: „Vielleicht ist es ganz gut, dass der Deckel auf dem Brunnen noch drauf ist. Die Baustelle liegt direkt nebenan und so kann er wenigstens nicht beschädigt werden. Bäume wickelt man in solchen Fällen ja auch sicherheitshalber ein.“

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