Die Ziele für 2020

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In einer fairen und sachlichen Diskussion beantworteten die Landratskandidaten Markus Wasserle, Renate Standfest, Thomas Eichinger und Hermann Dempfle (v. links) die Fragen der Besucher zum Thema „Demografischer Wandel“.

Demografischer Wandel: „Wo steht der Landkreis Landsberg im Jahr 2020?“ Das war die zentrale Frage bei der Podiumsdiskussion mit den Landrats­kandidaten am vergangenen Mittwoch. In der Bayerischen Verwaltungsschule in Holzhausen stellten sie ihre Ideen vor und beantworteten die Fragen der Gäste.

„Die derzeitige Bevölkerungsentwicklung wird früher oder später zu Problemen führen. Viel Zeit zum Handeln bleibt nicht mehr“, eröffnete Hans Starke, Vorsitzender des Vereins Füreinander, der die Diskussionsrunde veranstaltete. Auch das seniorenpolitische Gesamtkonzept des Landkreises gehörte zu den diskutierten The­- men. Die Moderation übernahm an diesem Abend Christian Rindsfüßer vom Institut für Sozialplanung aus Augsburg. 

Jeder Kandidat hatte zunächst zehn Minuten Zeit, um seine Argumente und Ziele vorzubringen, die Ziele, die er im Falle einer gewonnenen Wahl in den sechs Jahren im Amt im Hinblick auf den demografischen Wandel umsetzen würde. Während der zeitliche Rahmen von Renate Standfest (Die Grünen/GAL) und Thomas Eichinger (CSU) bis zur letzten Se­- kunde genutzt wurde, kamen Markus Wasserle (SPD, FW, ÖDP, Landsberger Mitte) und vor allem Hermann Dempfle (Bayernpartei) mit dem zehn-Minuten-Limit gut zurecht. 

Nach den Statements der Kandidaten hatten die Besucher die Gelegenheit, selbst Fragen an die Kandidaten zu stellen. Bei den Gästen ging es dann vor allem um ein Thema: Wie können ältere Menschen länger zu Hause bleiben und dabei trotzdem am öffentlichen Leben teilhaben? Kurz und knapp erklärte Bayernpartei-Kandidat Dempfle, man könne die Probleme lösen, indem man „die Familie stärkt“. Er selbst sei in einem Vier-Generationen-Haus aufgewachsen. Da müsse man wieder hin. 

Renate Standfest verwies auf die schlechte Anbindung der umliegenden Gemeinden an die Stadt Landsberg. Sie empfinde diese Situation als „beschämend“: Gerade in länd­lichen Gegenden hätten es ältere Menschen schwer, auch nur zum Einkaufen zu kommen. Sie sieht hier die Lösung im Umdenken in den Bebauungsplänen: Man müsse in Zukunft Sondergebiete für seniorengerechtes Wohnen schaffen, forderte die Grünen-Kandidatin. 

CSU-Kandidat Eichinger war da ähnlicher Meinung: Die wohnortnahe Versorgung in kleinen Gemeinden sei ein Problem, daher müsse man auch hier den barrierefreien Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, gebenenfalls mit Anrufsammeltaxisystemen, fördern. Für Markus Wasserle liegt der Schlüssel für die Lösung der Probleme von Senioren in der Vernetzung von ehrenamtlichem Engagement mit den Kreisseniorenheimen. Auch die Ausbildung von Pflegekräften würde er als Landrat mehr fördern. 

Beim Thema „Seniorenpolitisches Gesamtkonzept“ (SPGK) waren sich dagegen alle Vier einig: Es sei ein gutes Konzept, würde aber nicht wirklich umgesetzt. Während Standfest bereits die Einstellung einer Fachkraft zur Umsetzung des Seniorenpolitischen Gesamtkonzepts als erste Amtshandlung ankündigte, verwies Eichinger auf die fehlenden finanziellen Mittel. Hier müsse man den „Mehrbedarf“, der durch den demografischen Wandel auf den Landkreis zukomme erst einmal prüfen. Den Landrat sieht er dabei als „Vermittler und Kommunikator“. Aber dass dieses Thema nicht nur Geld, sondern vor allem auch gute Ideen erfordere, gab Markus Wasserle zu bedenken. 

„Ältere Menschen haben keine Lobby. Das findet alles im Verborgenen statt“, hob der Vereinsvorsitzende Hans Starke hervor. Daher wünschte er der zukünftigen Landrätin oder dem zukünftigen Landrat am Ende der Diskussion vor allem Eines: „Viel Mut, diese Dinge anzugehen!“

Astrid Erhard

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