"Den Menschen helfen"

Das Bundesverdienstkreuz erhielt Dr. Gerd Lintz in einer Feierstunde am Montag aus der Hand der bayerischen Justizministerin Dr. Beate Merk. Foto: Privat

Er blickt auf eine 37-jährige Tätigkeit als Notar zurück, davon 28 in Landsberg, parallel dazu war er fast 18 Jahre lang Richter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe – ehrenamtlich: Dr. Gerd Lintz. Am Montag ist er im Justizpalast in München von Ministerin Dr. Beate Merk mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.

Als der Landsberger Notar im Januar 2009 in den sogenannten „Ruhestand“ trat, tat er das aus dem Entschluss heraus, auf dem Höhepunkt seines Schaffens aufzuhören. Bei guter Gesundheit wollte Dr. Gerd Lintz die nunmehr freie Zeit mit seiner Familie genießen können. Zu diesem Zeitpunkt lagen 37 Berufsjahre als Notar hinter ihm. Nach dem Abitur 1964 legte der gebürtige Bamberger 1968 und 1971 die beiden juristischen Staatsexamen ab, neben dem Studium der Volkswirtschaft promovierte er mit 25 Jahren und wurde mit 29 Jahren zum Notar ernannt. Nach Tätigkeiten in Passau, Kempten und München kam er mit seiner Ehefrau Lisa 1980 in die Lechstadt, wo die Familie bis heute lebt. Hier war er bis 2009 als Notar tätig, mit seinem Kollegen Dr. Manfred Rapp. „Es war und ist mir ein Grundbedürfnis, Menschen zu helfen“, beschreibt Dr. Gerd Lintz seine Hauptmotivation. Daher setzte er sich für seine Klienten mit ganzem Herzen ein, was nicht nur sein großes Engagement Ende der 80er für den damals finanziell angeschlagenen TSV Landsberg beweist. Den gleichen Einsatz zeigte er bei seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als beisitzender Richter im Notarsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe. In diesen 18 Jahren wirkte er in höchster Instanz an Entscheidungen mit, die richtungsweisend für den gesamten Berufsstand waren, beispielsweise im Rahmen der Deutschen Wiedervereinigung. „Wäschekörbeweise“ seien die Akten aus Karlsruhe angeliefert worden, erinnert sich Dr. Lintz. Am Stück gerechnet belief sich die Arbeit für den BGH auf etwa sechs Wochen pro Jahr, nicht gerechnet die zahlreichen Fahrten zu den Verhandlungen. Zeit für Hobbys Kaum vorstellbar, dass sich der Ruhestand bei einem solch aktiven Menschen wirklich „ruhig“ gestaltet. Und so widmet sich Dr. Lintz nun seinen zahlreichen Hobbys: Reisen, Bergwandern, Ski- und Mountainbiketouren, Klavierspielen, Kon­zertbesuche und Lesen. Und „nebenbei" arbeitet er an Veröffentlichungen über das griechische Grundstücksrecht…

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