"Als Frau in der CSU nicht mehr aufgehoben"

Denklingen: Gemeinderätin Gropp will nicht mehr in die CSU

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Fühlt sich als Frau in der CSU nicht aufgehoben: Gemeinderätin Anita Gropp will ihren Parteiaustritt nicht mehr rückgängig machen.

Denklingen – Weder von Ilse Aigner als Chefin der CSU Oberbayern noch von Michael Kießling als Kreisvorsitzendem der CSU Landsberg lässt sich die Denklinger Gemeinderätin Anita Gropp umstimmen: Sie hält am Parteiaustritt fest, den sie wenige Tage nach der Aufstellungsversammlung für die Liste CSU/Freie Bürger vollzogen hat. Dabei fand sie sich nach einer demokratischen Wahl auf dem für sie enttäuschenden vorletzten Platz wider. Ihr Name steht auf dem Wahlvorschlag erst auf Platz 13 (der KREISBOTE berichtete).

Sie fühle sich als Frau in der CSU „nicht mehr aufgehoben“, vielmehr „sogar belächelt und herabgewürdigt“, findet Anita Gropp (56) im Kündigungsschreiben an die CSU-Landesleitung und an die Bezirksvorsitzende Ilse Aigner deutliche Worte. Sie habe die CSU lange als wegweisend für Bayern gehalten. Doch schaffe es die Partei wohl nicht klarzumachen, dass die Wertigkeit von Frauen heutzutage dieselbe ist wie die von Männern.

Anita Gropp schildert in dem ausführlichen Beitrag, dass sie seit dem 17. Lebensjahr politisch interessiert sei. Zunächst war sie Mitglied der Jungen Union Glonn (im Landkreis Ebersberg). Bald darauf trat sie der CSU bei. Im Gemeinderat von Denklingen ist sie seit Mai 2014. Da galt ihr Engagement besonders dem Bereich Kinder und Jugendliche sowie der Integration Asylsuchender in der Gemeinde. Gropp ist von Beruf Lehrerin an der Mittelschule Fuchstal. Sie verweist zudem auf ihren Einsatz dabei, einen Dorfladen zu gründen, Teilhaber zu finden und beim Ausbau zu helfen.

Anita Gropp war die einzige Frau auf der Liste von CSU/Freie Bürger. Ihre Meinung ist: „Wäre es hier nicht notwendig gewesen, als Wahlleiter im Sinne der Partei die Kandidaten der CSU persönlich vorzustellen und um Stimmen für diese zu bitten? Und außerdem zu erwähnen, dass die einzig wählbare Frau in dieser Versammlung „seit nunmehr fast sechs Jahren wertvolle Arbeit leistet“?

Bei nur 17 Wahlberechtigten habe sie nur fünf Stimmen erhalten, was sie „als enttäuschendes Ergebnis“ bewertet, so Gropp. Da komme eindeutig zum Ausdruck, dass sie noch nicht einmal den Rückhalt und die Wertschätzung der bereits aktiven Gemeinderatskollegen auf der gleichen Liste habe, analysiert Anita Gropp.

Zu der Aufstellungsversammlung hatte der CSU-Ortsvorsitzende und Denklinger Bürgermeister Andreas Braunegger fristgerecht eingeladen. Als Leiter der Versammlung wurde der Landsberger CSU-Kreisvorsitzende Michael Kießling vorgeschlagen und per Akklamation von den Versammlungsteilnehmern gewählt.

Kießlings Kommentar

Kießling betont, dass alles mit rechten Dingen zugegangen sei. In der Aufstellungsversammlung sei das Wahlverfahren vorgestellt worden; anschließend sei darüber in geheimer Wahl abgestimmt worden. Währenddessen seien keine Änderungswünsche aus dem Kreis der Anwesenden geäußert worden.

Die 17 Stimmberechtigten stimmten dabei 16 Mal mit Ja und einmal mit Enthaltung. Somit sei durch einen Mehrheitsbeschluss das Aufstellungsverfahren der Liste beschlossen und ausgeführt worden.

Die Vorschläge der Bewerber/-in habe man alphabetisch auf dem Stimmzettel gelistet. Im Wahlverfahren sei dann festgelegt worden, dass die Reihenfolge auf dem Wahlvorschlag für die Kommunalwahlen nach der Anzahl der erhaltenen Stimmen festgelegt wird. Michael Kießling betonte: „Es handelt sich hierbei um ein demokratisches Vorgehen.“

Vor dem Wahlgang habe es für alle Bewerber die Möglichkeit gegeben, sich kurz vorzustellen, ergänzt der Kreisvorsitzende. Hierzu habe er selbst die Bewerber/-in gemäß alphabetischer Reihenfolge aufgerufen.

Diese Gelegenheit sei dann auch von jedem der Kandidaten wahrgenommen worden. Der Kreisvorsitzende ergänzt, dass der Inhalt und die Länge der persönlichen Vorstellung jedem Bewerber frei überlassen gewesen sei. Im Anschluss an die Vorstellung habe der Wahlgang stattgefunden.

„Den Austritt von Frau Gropp bedauere ich sehr, da ich ihre Art und Weise der Zusammenarbeit in meiner Zeit als Bürgermeister stets geschätzt habe“, so MdB Michael Kießling. Er unterstütze ausdrücklich das Engagement von Frauen in der Politik. Gerade hier müssten familienfreundliche Angebote geschaffen werden, um auch junge Frauen für politisches Engagement zu begeistern.

Johames Jais

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