Jetzt doch mit Gas

Denklingen: Hackschnitzel machen keine Schule

+
Das Schulhaus in Denklingen benötigt eine neue Heizung. Das Gebäude wird ans Gasnetz angeschlossen.

Denklingen – Heizen mit Hackschnitzeln, die vom Holz aus heimischen Wäldern kommen, macht in Denklingen Schule – diesen Eindruck konnte gewinnen, wer die Wärmeversorgung für das Bürger- und Vereinezentrum sowie für den neuen Kindergarten betrachtete. Aber: Die Leistung reicht nicht aus, um damit auch die Volksschule zu versorgen. Das Gebäude und die Mehrzweckhalle nebenan werden stattdessen ans Gasnetz angeschlossen.

Die Heizzentrale im Schulhaus ist viele Jahrzehnte alt und muss auch, weil sie unwirtschaftlich ist, demnächst ausgewechselt werden. „Ein Monstrum“ – so bezeichnete Bürgermeister Andreas Braunegger den Heizölkessel. Eine Erneuerung ist bisher verschoben worden, weil die meiste Wärme in den letzten Jahren von der Biogasanlage bezogen worden ist, die sich im Osten Denklingens am Buchweg befindet.

Doch nun ist der Vertrag zwischen dem Lieferanten und der Gemeinde aufgelöst worden. Nach Informationen des KREISBOTEN hat die Heizung an der Schule nicht einwandfrei funktioniert. Ob’s an der benötigten Leistung lag? Der Biogaserzeuger hat im nahen Ausbildungszentrum der Firma Hirschvogel zudem einen weiteren Abnehmer.

Seit kurzem führt eine Gasleitung bis zum Schulgebäude. Bereits seit 2018 wird auch der gemeindliche Bauhof, der sich ebenfalls im Osten der Ortschaft befindet, mit Gas als alleinigem Energieträger beheizt. Das gleiche gilt fürs neue Rathaus. Und genauso soll künftig bei Schule und Turnhalle verfahren werden. Die Gemeinde wird in den nächsten Wochen Angebote für eine Heizzentrale mit dem Energieträger Gas einholen.

Anlage nicht ausreichend

Die Hackschnitzelanlage, die beim Bürger- und Vereinezentrum gebaut wird, ist nicht so groß dimensioniert, dass sie neben der künftigen Kindertagesstätte und dem BVZ auch noch ein weiteres Gebäude mit ausreichend Heizenergie beliefern kann. Sie ist auf 200 Kilowatt ausgelegt. Aber allein der Wärmebedarf in der Schule wird auf 180 Kilowatt geschätzt.

Genauso hoch wird der Wärmeverbrauch im BVZ angesetzt. Und im Kindergarten sind es 60 KW. Die Versorgung dieser beiden neuen Gebäude hat den Vorteil, dass die Energie in der Tagesstätte vorwiegend von vormittags bis nachmittags und im BVZ bevorzugt vom Nachmittag bis in den Abend hinein benötigt wird.

Weder die Heizkessel noch die Verteilleitungen sind aber für einen Anschluss der Grundschule ausgelegt. Der Schule könnten über den Hackschnitzelbunker maximal 60 KW Heizleistung bereitgestellt werden. Benötigt wird aber eine bis zu dreifache Menge.

Die Idee war, fürs Schulgebäude aus ökologischen Gründen zwei Energieträger zu nehmen: Hackschnitzel (nachwachsender Rohstoff Holz) und für die Spitzenlast Gas (fossil). Doch dazu heißt es, dieser Ansatz sei aus wirtschaftlichen Gründen nicht sinnvoll. Denn die Kosten für einen größeren Gaskessel fallen kaum ins Gewicht. Anders ist das beim Aufwand für die zusätzliche Anbindung der Hackschnitzelanlage mit einer eigenen Leitung, Graben, Installation oder auch Wärmetauscher.

Die Gemeinderäte haben zugestimmt, dass die Heizzentrale der Grundschule und der Mehrzweckhalle künftig mit Gas betrieben wird. Offen geblieben ist freilich der Aspekt, warum die Hackschnitzelheizung beim BVZ, die in einer großen Halle mit zwei Bunkern und der Feuerungstechnik untergebracht wird, speziell auf Bürger- und Vereinezentrum sowie Tagesstätte ausgelegt worden ist, aber in der Planung eine höhere Kapazität für die Option eines Anschlusses der Volksschule keine Rolle gespielt hat.
Johannes Jais

Auch interessant

Meistgelesen

Neues Zuhause gesucht: Helfen Sie diesen liebenswerten Vierbeinern!
Neues Zuhause gesucht: Helfen Sie diesen liebenswerten Vierbeinern!
Uttings Bürgermeister Hoffmann ist Vorsitzender von "VHS Ammersee West"
Uttings Bürgermeister Hoffmann ist Vorsitzender von "VHS Ammersee West"
Aus der Zukunft in die Gegenwart - ein Projekt von dieKunstBauStelle Landsberg
Aus der Zukunft in die Gegenwart - ein Projekt von dieKunstBauStelle Landsberg
Landkreis Landsberg: Kapellentag nur virtuell
Landkreis Landsberg: Kapellentag nur virtuell

Kommentare