Deutsche Funkturm GmbH darf bauen

Denklingen: Der hohe Mobilfunkmast kommt

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Erläuterungen aus erster Hand: Wilhelm Kielmann.

Denklingen – Im Dezember vergangenen Jahres ist der hohe Mobilfunkmast im Denklinger Gemeinderat noch mit knapper Mehrheit gescheitert, ein Vierteljahr später schaut die Sache ganz anders aus: Bei nur noch zwei Gegenstimmen ging der Antrag durch. Eingereicht hat ihn die Deutsche Funkturm GmbH, eine 100-prozentige Tochter der Telekom. Errichtet wird der Mast im Gewerbegebiet an der Epfacher Straße – nahe dem Bahngleis.

Bürgermeister Andreas Braun­egger brachte das heikle Thema jetzt erneut aufs Tableau. Hintergrund: Mit dem ablehnenden Beschluss vom Dezember wäre die Gemeinde in der Zwickmühle gewesen. Denn schon im Mai vergangenen Jahres hatten die Räte ihre Zustimmung dafür gegeben, dass die Gemeinde im Gewerbegebiet eine kleine Fläche am künftigen Wertstoffhof an eine Firma verpachtet, die dort einen Mobilfunkmast errichten möchte. Der Mietvertrag ist längst unter Dach und Fach.

Wäre nun im März 2020 das Ansinnen wiederum abgelehnt worden, dann hätte das durchaus Folgen haben können. Gemeinderat Martin Steger hakte nach: „Wenn wir den Mast überhaupt nicht wollen, dann verklagen Sie uns!“ Steger votierte schließlich ebenso wie Reinhard Megele, dem das 28 Meter hohe technische Bauwerk am Ortseingang nicht gefällt, gegen das Vorhaben. Megele schlug als Standort den Hochbehälter auf der Anhöhe im Westen vor.

Ein zweiter Grund für die erneute Beratung: Die maximale Höhe des freistehenden Antennenträgers wird von bisher 26 Meter auf maximal 28 Meter geändert. Das wird im Mietvertrag zwischen der Gemeinde Denklingen und der Deutschen Funkturm GmbH als Nachtrag fixiert.

Errichtet werden soll ein Schleuderbetonmast. Der hat 22 Meter. Darauf kommt ein Aufsatz mit sechs Metern. Funkmasten aus Schleuderbeton sind prädestiniert für enge Grundstücksflächen. Sie sind schlank, und trotz der schlanken Bauweise beschreiben sie Bautechniker als „sehr stabil“. Außerdem heißt es, dass sie langlebig seien.

Physiker Wilhelm Kielmann von der Deutschen Funkturm GmbH schilderte im Gemeinderat, dass es bei einem Aufsatz, der bis 28 Meter reicht, möglich sei, unterhalb der Richtfunktechnik der Telekom noch die Antenne eines zweiten Betreibers zu installieren. Als potenziellen Interessenten nannte er den Mobilfunkanbieter Telefónica (O2). Vor den Gemeinderäten und einigen Zuhörern schilderte Kielmann zudem, dass ein anderer Mobilfunkbetreiber (Vodafone) im Süden Denklingens eine Fläche Im Eschle anpachtet. Dort soll ein zehn Meter hoher Mast für Datentechnik aufgerichtet werden.

Ideal sei ein Standort mitten im Ort, um möglichst geringe Entfernungen zu den Endgeräten zu haben, erklärte Kielmann. Doch er fügte hinzu, dass die von der Gemeinde angebotene kleine Fläche im neuen Gewerbegebiet beim künftigen Wertstoffhof bei wenigen Abstrichen auch gute Voraussetzungen biete. Die Verbindungen würden um ein Vielfaches schneller, und auch das Gewerbegebiet im Denklinger Osten sei ausreichend versorgt. Der starke Netzausbau sei sowohl privat als auch im geschäftlichen Bereich von Vorteil.

„Grundsätzlich wird die Versorgung überall um ein Vielfaches besser“, lobte Vize-Bürgermeister Norbert Walter. Und Braunegger betonte, dass ein lückenloser, guter Empfang auch Sicherheit bedeute, falls sich jemand verletze oder ein schwer Erkrankter schnell Hilfe benötige. Anita Gropp fasste nach, ob mit der Technik im Gewerbegebiet Egart der Mast zwischen B17 und Firma Hirschvogel dann wegkomme. Kielmanns Antwort: „Das halte ich für ein Gerücht.“

Die Notwendigkeit des neuen Mastens begründete der Vertreter der Deutschen Funkturm GmbH mit den rasant gestiegenen Datenmengen und nicht nur mit dem klassischen Mobilfunk. Inzwischen seien die Datenmengen mehr als 20 Mal so hoch als im Jahr 2014, vergleich Kielmann.

Die Strahlenbelastung nahe der Antenne sei wesentlich geringer als bei einem Handy, das man lange am Ohr halte. Eine geringe Entfernung zur Antenne wirke sich am Endgerät positiv aus, weil es weniger Leistung benötige. Kielmanns Kommentar: „Sie schonen die Gesundheit mit einem besseren Empfang“.
Johannes Jais

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