4,77 Millionen Euro neue Schulden

Denklingen: Ohne Kredit geht es nicht!

Bürger- und Vereinezentrum Denklingen - Rohbau August 2020
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Ohne Kreditaufnahme kommt die Gemeinde Denklingen nicht mehr über die Runden. Allein der Bau des Bürger- und Vereinezentrums (die Aufnahme stammt vom August) verschlingt 12,4 Millionen Euro.

Denklingen – 4,77 Millionen Euro sind eine stattliche Summe. So viel Geld muss sich die Gemeinde Denklingen auf dem Kapitalmarkt beschaffen, um über die Runden zu kommen. Die Gemeinderäte haben in ihrer jüngsten Sitzung mit großer Mehrheit der Kreditaufnahme zugestimmt.

Offen ist noch der Modus. Will heißen: Es werden sowohl zwei Darlehen über jeweils 2,385 Millionen Euro ausgeschrieben als auch eines über die gesamte Summe angefragt. Unter den Angeboten soll die Verwaltung dann das wirtschaftlichste annehmen. Die Laufzeit beträgt 30 Jahre; die Zinsbindung muss sich über den gleichen Zeitraum erstrecken.

Der Beschluss in der Oktobersitzung des Gemeinderates ist mit der Ermächtigung verbunden, dass die Verwaltung die Ausschreibung, die Annahme des wirtschaftlichsten Kreditangebotes und den Abruf der Summe vornimmt. Mit dieser Ermächtigung wird es ermöglicht, sofort zu reagieren und eine Kreditannahme innerhalb weniger Stunden zu bewerkstelligen. Denn über Nacht könne meistens nie ein verbindliches Kreditangebot gehalten werden, hieß es dazu.

Die Rechtsaufsicht im Landratsamt Landsberg erklärte ihr Einverständnis zu der Kreditaufnahme. Dies geschah schon im April dieses Jahres.

Auf die schriftliche Nachfrage des KREISBOTEN, wofür der genannte Betrag denn konkret vorgesehen sei – für die Investition Wasserversorgung oder gestreut für mehrere aktuelle große Projekte der Gemeinde – reagierte Bürgermeister Andreas Braunegger recht schmallippig: „Wie im Haushaltsplan 2020 vorgesehen, wird der Kredit zum Ausgleich des Vermögenshaushalts verwendet.“

Damit ist nicht ein konkretes Projekt gemeint, sondern die Summe aller Investitionen in diesem Jahr. Allein für die neue Trinkwasserversorgung (gut acht Millionen Euro) und für das Bürger- und Vereinszentrum (BVZ) mit 12,4 Millionen Euro werden heuer und nächstes Jahr gut 20 Millionen Euro aufgewendet.

»Auf den Prüfstand!«

In der Sitzung beschlossen die Gemeinderäte zudem, dass ein Antrag von Michaela Killmann (Epfacher Liste) bis zu den Haushaltsberatungen 2021 vertagt wird. Ihr Anliegen war, die geplanten Ausgaben der Gemeinde „auf den Prüfstand zu stellen“. Sie verwies auf die Coronakrise, wodurch mit Ausfällen bei der Gewerbesteuer zu rechnen sei. Ein Ende sei nicht absehbar.

Dazu hieß es seitens der Gemeinde, dass der Antrag im Grunde genommen schon umgesetzt worden sei. Denn aufgrund des gravierenden Rückgangs bei der Gewerbesteuer der Betriebe werde der Gemeinderat folgende Projekte momentan nicht realisieren lassen: Neubau der Kindertagesstätte, Ausbau der Ortsstraße Am Weiher, Sanierung der Stützmauer an der Schiebelgasse, Bau der Wertstoffsammelstelle, Feuerwehrgerätehaus Dienhausen.

Begonnene Maßnahmen, wie etwa das BVZ, die Außenanlagen des Rathauses und der Neubau der Trinkwasserversorgung mit Brunnen, Hochbehälter und Leitungsnetz, werden nicht gestoppt. Zu den Investitionen, die weiterhin vorgenommen werden, zählen die Arztpraxis im alten Rathaus (um die Arztstelle in Denklingen nicht zu verlieren), drei Baugebiete (um die Investitionen durch Grundstücksverkäufe zu refinanzieren), der Regenwasserauslass am Lech (damit der Reparaturbedarf nicht noch größer wird) und die Glasfaserversorgung für Denklingen und Epfach.
Johannes Jais

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