Solarenergie auch für Hirschvogel

Denklingen schafft Baurecht für mehr Fotovoltaik

Hirschvogel von oben Luftbild
+
Auch die Firma Hirschvogel will den Strom aus den neu zu bauenden Fotovoltaikanlagen in Denklingen nutzen.

Denklingen – So oft wie in der letzten Sitzung hat Bürgermeister Andreas Bürgermeister wohl noch nie die Ziffern von Flurstücken ‚heruntergebetet‘. Denn es sind zu den betroffenen Grundstücken in der Gemarkung Denklingen mehrere Beschlüsse gefasst worden, damit private Investoren Fotovoltaikmodule auf freiem Feld errichten können.

Dabei geht es zum einen um ein Areal beim großen Parkplatz nördlich der Firma Hirschvogel. Der soll auf drei Seiten mit Fotovoltaik-Modulen eingerahmt werden, die Solarstrom erzeugen, der vom großen Unternehmen abgenommen wird.

Auch auf den drei roten Flächen um den großen Parkplatz bei Hirschvogel, insgesamt rund fünf Hektar, sollen Solarmodule aufgeständert werden.

Zum anderen betrifft es zwei Flächen südöstlich Denklingens, auf denen die Firma ‚Ökostrom 24‘ umweltfreundliche Energie aus Solarenergie gewinnen möchte. Für beide Vorhaben – für das nahe der Firma Hirschvogel und für das außerhalb von Denklingen nahe am Bahngleis – haben die Gemeinderäte nun baurechtlich die Weichen gestellt.

Auch Gegenstimmen

Allerdings gab es bei den einzelnen Abstimmungen auch Gegenstimmen. Räte wie Simon Hefele (CSU/Bürgerliste) oder Florian Steinle von der Wählergemeinschaft Epfach sehen die Freiflächen-Fotovoltaik eher kritisch.

Die Mehrheit im Gremium hat aber befürwortet, dass der Flächennutzungsplan der Gemeinde für die beiden Vorhaben geändert wird. Dazu ist der Aufstellungsbeschluss ebenso gefasst worden wie für den Bebauungsplan an den zwei weiteren Standorten in der Denklinger Flur südöstlich der Ortschaft. Damit einher geht in dem langwierigen Verfahren jetzt eine Auslegung, in der Behörden, Träger öffentlicher Belange und auch die Bürger Einwände aber auch Anregungen vorbringen können.

Auf Flächen rund um den Parkplatz der Firma Hirschvogel sollen Fotovoltaikmodule errichtet werden. Wie schon im vergangenen Jahr berichtet, ist dazu eine Finanzierungs- und Betreibergesellschaft mit dem Namen „S&T Bürgerenergie Planungs GmbH“ gegründet worden. Sie pachtet die Grundstücke für 20 Jahre mit Option auf Verlängerung.

Das Gebiet, in dem die Freiflächen-Fotovoltaik realisiert werden soll, ist fünf Hektar groß. Ein Hektar davon gehört Hirschvogel, und zwar nördlich des Parkplatzes. Die restlichen vier Hektar sind in der Hand privater Eigentümer. Die Finanzierungs- und Betreibergesellschaft wird die Flächen dann zu gleichen Konditionen von allen Beteiligten pachten – auch von der Firma Hirschvogel.

Zunächst hieß es optimistisch, dass bereits im Frühjahr 2022 die Stromerzeugung aufgenommen werden soll. Doch nun ist es – da man baurechtlich gerade erst ins Verfahren eingestiegen ist – eher fraglich, ob heuer noch was daraus wird.

Externer Investor

Das Unternehmen Ökostrom 24 in Affing-Mühlhausen möchte auf zwei Feldern im Südosten Denklingens Module aufständern und Strom aus Sonnenenergie gewinnen. Die kleinere Fläche mit 0,6 Hektar befindet sich auf einer Wiese zwischen Buchweg und Bahngleis. Das größere Feld ist östlich der Biogasanlage und umfasst 2,6 Hektar.

Im Flächennutzungsplan sind die Gebiete bisher als Fläche für die Landwirtschaft und als Grünfläche ausgewiesen. Die beiden Felder sollen ebenso wie das Areal beim Hirschvogel-Parkplatz in ein Sondergebiet für Freiflächen-Fotovoltaikanlagen abgeändert werden. Mit dem baurechtlichen Verfahren wurde der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München beauftragt.

All dem vorausgegangen war ein grundsätzlicher Beschluss des Denklinger Gemeinderates im Frühjahr letzten Jahres. Damals wurde das bis dato bestehende Verbot für Freiflächen-Fotovoltaik-Anlagen im Gemeindegebiet gekippt. Ein jährlicher Zubau bis zu fünf Hektar auf einer eingegrenzten Fläche ist seitdem möglich.
Johannes Jais

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kaufering: Autofahrerin beleidigt, Fußgänger beschädigt Auto
Kaufering: Autofahrerin beleidigt, Fußgänger beschädigt Auto
Amtsgericht Landsberg: Ex-Häftling beschuldigt Arzthelfer
Amtsgericht Landsberg: Ex-Häftling beschuldigt Arzthelfer
Corona im Landkreis Landsberg: der Sprung über die 50
Corona im Landkreis Landsberg: der Sprung über die 50

Kommentare