"Wir lassen uns scheiden"

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Denklingen steigt aus dem gemeinsamen Windkraftprojekt mit der Gemeinde Fuchstal aus. An den Ergebnissen der Windmessungen ist man jedoch weiter interessiert. In der Gemeinde gibt es bereits zwei privat betriebene Windräder.

Denklingen – Was einst mit großer Euphorie begann, soll am heutigen Mittwochabend im Denklinger Gemeinderat sein formelles Ende finden. Es geht um den Ausstieg der Gemeinde Denklingen aus dem Windkraftprojekt mit der Gemeinde Fuchstal. Beide Gemeinden hatten eine gemeinsame Gesellschaft als sogenannte „Gesellschaft bürgerlichen Rechts“ (GbR) ge- gründet, die die Projektierung, Planung, Vorbereitung des Baues und den späteren Betrieb übernehmen sollte. „Wir lassen uns scheiden“, so kommentierte Fuchstals Bürgermeister Erwin Karg den Vorgang.

Den Denklinger Gemeinderäten liegt nun in der heutigen Sitzung der Vertrag über das Ausscheiden Denklingens aus der gemeinsamen Gesellschaft zur Entscheidung vor. Am Ergebnis der Abstimmung dürfte kein Zweifel bestehen, denn die Gemeinde Denklingen hatte von ihren Einwohnern durch einen Bürgerentscheid die rechtsverbindliche Vorgabe erhalten, das Windkraftprojekt Denklingen/Fuchstal nicht mehr weiter zu verfolgen. 

Insbesondere darf die Gemeinde keine weiteren Maßnahmen ergreifen beziehungsweise keine weiteren finanziellen Mittel aufwenden. Allerdings wird sich ein weiterer Tagesordnungspunkt mit der finanziellen Beteiligung der Gemeinde an einem Windgutachten durch den TÜV beschäftigen. Über ein Jahr wurden die Daten der Windmessung gesammelt. Die Verwaltung macht in der Beschlussvorlage deutlich, dass die Messdaten keinen Wert hätten, wenn nicht ein darauf beruhendes Ertragsgutachten an- gefertigt würde. 

Wörtlich heißt es in der Vorlage: „Die Gemeinde Fuchstal wird, da sie das Windprojekt weiterführt, in jedem Fall das Ertragsgutachten in Auftrag geben. Auch für die Gemeinde Denklingen wären die Schlüsse aus den Windmessungen sehr aufschlussreich und für einen sinnvollen Abschluss der Windmessungen empfehlenswert“. Denklingens anteilige Kosten würden 4575 Euro betragen. Im Fuchstaler Gemeinderat wird voraussichtlich erst Ende Januar über den Vertrag abgestimmt.

Siegfried Spörer

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