Das Bauwerk und die Kosten

11,6 Millionen Euro für die neue Wasserversorgung in Denklingen

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Das Brunnenhäuschen der bisherigen Wasserverfassung nahe Denklingen. Die neue Quelle wird weit außerhalb der Besiedlung im Staatsforst erschlossen.

Denklingen – „Massiv“ – dieses Wort münzte Bürgermeister Andreas Braunegger auf die ganze Baumaßnahme. Massiv sind aber auch die Kosten für die neue Wasserversorgung mit Brunnen, Hochbehälter, sieben Schachtbauwerken und 14 Kilometer Leitungsnetz. All das summiert sich nämlich auf 11,6 Millionen Euro. So steht es in der aktuellen Kostenberechnung des Fachbüros Blasy-Overland aus Eching am Ammersee.

Von einer „massiven Baumaßnahme“ sprach Bürgermeister Andreas Braunegger mit Blick auf das Projekt. Es handle sich um eine Großinvestition, die auf die nächsten 30 bis 40 Jahre ausgelegt sei.

Losgehen soll’s mit den Maßnahmen im Sommer 2019. Die Bauzeit wird voraussichtlich gut zwei Jahre betragen. Eine komplette Inbetriebnahme wird bis Ende 2021 angestrebt. Der Wasserverbrauch für Denklingen, Epfach und Dienhausen wird bis ins Jahr 2047 auf knapp 250.000 Kubikmeter pro Jahr prognostiziert.

Aus der Kostenberechnung des Büros Blasy-Overland geht hervor, dass auf Wasserleitungen (14 Kilometer müssen verlegt werden) und auf die Schachtbauwerke 5,33 Millionen Euro entfallen. Für den Hochbehälter mit eine stabilen Gründung und den Brunnen im Stubental sind 2,51 Millionen Euro veranschlagt; Elektro-, Fernmelde- und Steueranlage werden mit 647.000 Euro angegeben.

So kommen 8,5 Millionen Euro zusammen. Da sind dann die Nebenkosten – cirka 15 Prozent, die vor allem auf die Planer entfallen – draufzuschlagen. So landet man bei 9,77 Millionen Euro. Schließlich kommt noch die Mehrwertsteuer dazu, sodass es letztendlich 11,6 Millionen Euro sein werden.

Sicherheit und Leistung

Dieter Rosar vom Fachbüro Blasy-Oberland gab im Gemeinderat Erklärungen zu dem Großprojekt. Mit dem Ausbau erreiche die Gemeinde Denklingen in der Trinkwasserversorgung mehr Sicherheit durch zwei Standbeine, „aber auch mehr Leistungsfähigkeit“. Künftig gebe es zusätzlich zu den sieben Schachtbauwerken mit den Kontrollmechanismen eine „zentrale Prozessleittechnik“, die über Mobilfunk angesteuert werden könne.

Der neue Brunnen befindet sich im Stubental zwischen Osterzell und Dienhausen im Staatsforst. Östlich davon wird auf 785 Meter Höhe der Hochbehälter Lichtenrain auf 785 Meter über dem Meeresspiegel errichtet. Es handelt sich dabei um ein „mächtiges Bauwerk“, wie Dieter Rosar mit einer Skizze veranschaulichte. Das Gebäude sei 32 Meter lang, 17 Meter breit und am First elf Meter hoch. Darinnen befinden sich zwei Tanks mit 13 Meter Durchmesser, die jeweils 1.000 Kubikmeter fassen.

Auf die Bemerkung der Gemeinderätin Anita Gropp, letztlich werde die gesamte Maßnahme noch zehn Prozent mehr kosten, antwortete Rosar, dies könne sein; es sei aber auch möglich, dass es billiger komme. Bei der aktuellen Preissituation auf dem Bausektor gebe es keine Sicherheit mehr.

Gemeinderat Anton Stahl merkte an, dass man derzeit in der Gemeinde Denklingen einen Euro und zwei Cent für einen Kubikmeter Wasser bezahle. Wenn die Investitionen umgelegt würden, kämen 1,50 Euro hinzu. „Das ist heftig“, kommentierte Stahl. Das müsse dem Bürger erklärt werden; da heiße es, „Farbe zu bekennen“.

Stephan Egner war es „zuwider“, dass seit der Präsentation im Herbst 2017 innerhalb von eineinhalb Jahren das Projekt um 3,6 Millionen Euro nach oben gegangen sei. Regina Wölfl meinte, der Verweis auf die aktuelle Konjunktur sei das eine. Man müsse aber freilich schon sehen, dass bei dieser Investition die Ingenieurbüros auch kräftig verdienten und somit keineswegs alles beim Handwerker ankomme.

Kämmerer Johann Hartmann von der Gemeinde Denklingen berichtete, dass im ersten Zuschussbescheid des Wasserwirtschaftsamtes Weilheim 1,95 Millionen Euro zugesagt wurden. Aufgrund der Änderungen in der Planung – unter anderem wegen eines längeren Leitungsnetzes – sei aber von einem höheren Zuschuss auszugehen.

Bürgermeister Braunegger sagte, was es im Endeffekt koste und wie es sich dann auf den Wasserpreis auswirke, sei heute nicht genau darstellbar. Es sei aber Aufgabe des Gemeinderates, „das Projekt weiterzubringen“. Martin Ahmon merkte dazu an: „Vorausschauend ist die Sache auf jeden Fall“.

Die neue Wasserfassung im Stubental mit dem Hochbehälter Lichtenrain ist notwendig, weil es bei der aktuellen Versorgung für Denklingen Konflikte in der Ausweisung der Schutzzone gibt, die bis Dienhausen reichen soll. Zudem wird die Versorgung durch den Anschluss an die Brunnen der Stadtwerke Schongau im Staatsforst südlich von Denklingen auf ein zweites Standbein gestellt.

Johannes Jais

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