350 Kartons sind gepackt

Umzug steht an: Rein ins neue Denklinger Rathaus!

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Im Flur des alten Rathauses sind die Umzugskisten gestapelt – alle exakt beschriftet. Markus Breibinder (Kasse) und Katharina Kettner vom Bürgerbüro setzen noch was obendrauf.

Denklingen – Markus Breibinder von der Kasse und Katha­rina Kettner vom Bürgerbüro legen Hand an und stapeln Umzugskisten auf dem Flur zwischen dem Bild des Bundespräsidenten und der Tür zum Bürgermeisterbüro. 25 Schachteln sind dort aufgeschichtet. Das ist aber nur ein kleiner Teil des gesamten Materials. Insgesamt sind es 350 Umzugskisten, weiß Geschäftsleiter Johann Hartmann. Am Mittwoch startet bei der Gemeinde Denklingen die Aktion „Raus aus dem alten und rein ins neue Rathaus“.

Das bisherige Gebäude und das neue Domizil sind keine 200 Meter voneinander entfernt. Wegen des Umzugs bleibt das Rathaus von Mittwoch, 28. August, bis Dienstag, 3. September, geschlossen. Die neue Adresse im denkmalgeschützten, renovierten Gebäude des früheren Gasthofs Hirsch lautet Rathausplatz 1. Die neue Tele­fonnummer der Gemeindeverwaltung ist ab Mittwoch, 4. September, die 08243/8533333 – die Durchwahlnummern werden noch bekanntgegeben, heißt es aus dem Rathaus. Immerhin: Die geänderte Faxnummer ist bereit bekannt: 08243/853 3350. Unverändert bleiben hingegen die E-Mail-Adressen.

An fünf Arbeitstagen soll der Umzug bewältigt werden, schildert Johann Hartmann. Falls es zeitlich knapp werden sollte, hat man das Wochenende, 31. August und 1. September, als Puffer. Auch das Standesamt bleibt bis Mittwoch, 3. September, geschlossen. Es gebe eine Vereinbarung, dass bei Sterbefällen in dieser Zeit die Stadt Landsberg die Beurkundung vornimmt, ergänzt Hartmann.

„Jeder hat seine Aufgabe bekommen“, erklärt Hartmann weiter. Die klare Devise sei: „Wer die Kiste einpackt, der packt sie auch wieder aus.“ Einige der neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bei der Gemeinde im Rathaus beschäftigt sind, haben schon vor mehreren Tagen ihre Kisten gefüllt. Wie zum Beispiel Bürgermeister Andreas Braunegger. Der kommt am Montag, 2. September, aus dem Urlaub zurück und wird die präzise beschrifteten Kartons dann in seinem Zimmer im ersten Stock des sanierten Hirsch-Gebäudes vorfinden.

Bauhof packt an

Auf die Dienste einer privaten Umzugsfirma kann die Gemeinde verzichtet werden. Da packen die Männer vom Bauhof zu. Franz Schießl, Andreas Altmann und Andreas Lutzenberger (Wasserwart) werden Hand anlegen. Der Transport wird auf und in Fahrzeugen des gemeindlichen Bauhofs bewältigt.

Fast alles im alten Rathaus, das seit 1973 an der oberen Hauptstraße über der Raiffeisenbank seine Räume hat, wird ins neue Domizil mitgenommen. Eine gewichtige Ausnahme gibt es freilich. Der 2,5 Tonnen schwere, grüne Tresor im Zimmer des Geschäftsleiters, der aus der Zeit des Kalten Krieges stammt, wird nicht versetzt. Das käme viel zu teuer, kommentiert Hartmann.

Im neuen Rathaus bekommt die Gemeinde einen vergleichsweise leichten Tresor, der deutlich kleiner ist und nur eine halbe Tonne wiegt. Der bisherige bleibt zurück und muss in der Folge entsorgt werden. Schließlich wird das Monstrum auch in der Arztpraxis, zu der die bisherige, über 200 Quadratmeter große Fläche der Gemeindeverwaltung im Lauf der nächsten 15 Monate umgebaut wird, nicht benötigt. Mit der Medizinerin hat die Kommune bereits einen Vertrag geschlossen. Der Mietzins wird ab der Fertigstellung überwiesen. Für den Umbau der bisherigen Räume von Büros zur Praxis muss die Gemeinde mindestens eine Million Euro aufwenden. Unter anderem wird auch ein Aufzug installiert.

Digital erfasst

Vor dem Umzug ist eine Firma damit beauftragt worden, die Dokumente aus 1.600 Ordnern im Dachboden des alten Rathauses einzuscannen. Da ging’s um alte Kassenbelege und Nachweise bis zum Jahr 2006. Ins neue Rathaus mitgenommen werden dazu (nur) die Dateien.

Die bisherigen Möbeln werden zum Großteil im neuen Rathaus weitergenutzt. Das gilt auch für die Tische und Stühle aus dem Rathaussaal, die künftig oben im Dachgeschoss aufge­stellt werden. Lediglich Besucherstühle und ein Pressetisch kommen neu dazu. Geräte wie der Kopierer, das Zeiterfassungsterminal oder sogar ein mobiles Standrohr für Hydranten werden im neuen Rathaus ebenfalls wieder installiert.

Was anfangs gewöhnungsbedürftig werden dürfte: Bisher hatten alle Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung ihre Büros auf einer Ebene. Ab September sind die Büros im neuen Rathaus auf das Parterre und den ersten Stock verteilt. Vier Mitarbeiter werden im Erdgeschoss ihren Arbeitsplatz haben, fünf in der oberen Etage. Besonders puplikumintensive Bereiche, wie Bestattungswesen, Kasse, Bauamt und ein Teilbereich des Bürgerbüros, sind im Erdgeschoss angesiedelt. 

Johannes Jais

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