Abschluss mit 1,5

Denklinger Benjamin Schleich ist Innungssieger

Benjamin Schleich aus Denklingen
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Benjamin Schleich setzt die große Rohrzange an einem Gewinde an, das er im Schraubstock eingeklemmt hat.
  • VonJohannes Jais
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Denklingen – Auf die Frage, was ihn fordert, muss Benjamin Schleich nur kurz nachdenken: „der schnelle Wandel bei der Technologie.“ Damit meint er zum Beispiel alle Veränderungen im Bereich der Heizungstechnik. Der 20-jährige Denklinger ist fit, was die Neuerungen angeht. Die Berufsschule in Weilheim hat er mit der Note 1,0 absolviert, mit der Gesamtnote 1,5 ist er Innungssieger im Oberland. Und dafür wurde er jetzt auch mit einem Staats­preis ausgezeichnet. 

Benjamin, der die dreijährige Lehre im elterlichen Betrieb absolviert hat, ist nun Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizung und Klimatechnik – so die genaue Berufsbezeichnung. Als nächstes wird er im Januar des kommenden Jahres die Meisterschule besuchen.

Nicht ganz alltäglich an Schleichs Ausbildung ist Folgendes: Die Meisterschule möchte der 20-Jährige an zwei Standorten absolvieren. Die Theorie wird er, so ist zumindest seine bisherige Planung, im Bildungszentrum der Handwerkskammer in Weilheim vermittelt bekommen. Den anderen, mehr praxisbezogenen Bereichen widmet er sich an der Meisterschule in Kempten.

Benjamin wird sich in Vollzeit – und nicht in Abend- oder Wochenendseminaren – auf die Meisterprüfung vorbereiten. „Ich muss da richtig Zeit und Energie investieren“, blickt der 20-Jährige voraus. Wenn alles gutgeht, darf er sich im Juli 2023 mit dem Meistertitel schmücken. Sein Ziel nach dem Abschluss der Ausbildung ist es, im Anschluss den elterlichen Betrieb zu übernehmen.

Nach seiner Realschulzeit in Landsberg stieg der Jugendliche mit 16 Jahren in die Lehre ein. Diesen Schritt hatte er sich im Voraus gründlich überlegt, wie der schlanke, großgewachsene junge Mann zu verstehen gibt. Im März dieses Jahres erhielt er den Gesellenbrief; dabei wurde der Denklinger mit der Gesamtnote 1,5 Innungssieger im Oberland.

Arbeiten in der Familie

Ob er ein Strebertyp ist? „Nicht wirklich“, antwortet Benjamin. Ihm sei es leichtgefallen, sich den durchgenommenen Stoff anzueignen. Bis er im Januar kommenden Jahres an der Meisterschule startet, arbeitet er weiterhin im Betrieb seiner Eltern Erich und Eva-Maria Schleich in Denklingen, wo auch schon seine Schwester Daniela (25) in Teilzeit tätig ist. In dem familiengeführten Betrieb sind insgesamt 24 Männer und Frauen beschäftigt.

Die meisten Baustellen, bei denen der Betrieb mitarbeitet, befinden sich zwischen Landsberg, Schongau und Weilheim. Ab und zu seien aber auch schon Baustellen bis vor die Tore Münchens dabei gewesen. „Mein Ding ist aber eher der Kundendienst“, erklärt der junge Handwerker. Zunehmend übernimmt er aber auch Aufgaben im Büro sowie die Organisation kleiner Baustellen.

Auch bei der Feuerwehr

Die Freizeit verbringt Benjamin gern mit seinen Freunden. Die kennt er beispielsweise von der Feuerwehr, wo er als Truppführer aktiv ist und bei bestimmten Anlässen wie beim Fest zur Fahnenweihe „als Mädchen für alles“ eingesetzt wird, wie der 20-Jährige lächelnd sagt. Zudem ist er auch noch in der Landjugend aktiv.

Benjamin wohnt noch mit den Eltern unter einem Dach. Der Vater ist 54 Jahre, die Mutter ein paar Jahre jünger. Ob zu Hause auch über die Firma gesprochen wird? Benjamin nickt. Am Küchentisch, ja. „Aber dann ist das Thema gegessen.“ Denn es sei für ihn auch wichtig, dass der Kopf für andere Gedanken frei ist.

Stichwort „gegessen“: Was ist denn das Leibgericht des jungen Mannes? „Suppenfleisch mit Kartoffelsalat“, sagt er ohne zu zögern. Und das bekommt er auch regelmäßig, jeden Samstag bei der Oma.

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