Nicht mehr für die CSU

Verstimmt: Denklinger Rätin Anita Gropp aus CSU ausgetreten

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Anita Gropp kandidiert nicht mehr für die CSU.

Denklingen – Die Denklinger Gemeinderätin Anita Gropp (56) ist nach der Aufstellungsversammlung der Liste CSU/Freie Bürger, die für sie enttäuschend verlief, aus der Partei ausgetreten. Das Kündigungsschreiben richtete sie an die Landesleitung der Christsozialen und nachrichtlich zudem an die oberbayerische Bezirksvorsitzende Ilse Aigner.

Gropp gehört dem Gemeinderat von Denklingen seit Mai 2014 an. Im 14-köpfigen Gremium ist sie das älteste Mitglied, weswegen ihr die Rolle zufiel, den neu gewählten Bürgermeister Andreas Braunegger im Januar 2018 zu vereidigen.

In der Aufstellungsversammlung, die MdB Michael Kießling als Landsberger CSU-Kreisvorsitzender geleitet hatte, reichte es für Gropp in einer Abstimmung zu der alphabetischen Auflistung aller Bewerber nur zum vorletzten Platz. Sie erhielt nur fünf Stimmen. Es waren lediglich 17 Wahlberechtigte anwesend, schildert die Kommunalpolitikerin.

Hinter ihr lag – auf Platz 14 – nur Helmut Mayer. Wie unsere Redaktion erfahren hat, ist auch er aus der CSU ausgetreten. Aber aus einem ganz anderen Grund. Er war mit der Erhöhung des Mitgliedsbeitrages um zehn Euro nicht einverstanden.

Derzeit stellt die gemeinsame Liste CSU/Freie Bürger fünf der 14 Räte in der Gemeinde Denklingen. Alle fünf Mandatsträger haben sich in der Versammlung, die noch im Jahr 2019 im Bürgersaal des Rathauses abgehalten wurde, wieder aufstellen lassen. Insgesamt stehen nur acht Bewerber auf der Liste, weswegen auf den vorderen Plätzen einige Namen doppelt aufgeführt werden.

Anita Gropp ist die einzige Frau auf dieser Liste. Im Gemeinderat sind es zwei Frauen: neben Anita Gropp auch noch Regina Wölfl (45) von der Freien Wählergemeinschaft Denklingen. Beide sind dafür bekannt, dass sie den Mund aufmachen und klar Position beziehen, wenn sie kritische Anmerkungen vorbringen.

Gropp, die nahezu 40 Jahre in der CSU war, vermisst in der Partei die Wertschätzung gegenüber politisch engagierten Frauen. Zudem hätte sie vom Versammlungsleiter, MdB Kießling, einen anderen Wahlmodus für die Aufstellungsversammlung gewünscht. Damit meint sie, dass die aktiven Gemeinderäte in einem ersten Block zusammengefasst werden, der von den Anwesenden per Wahl bestätigt werden sollte. Diesmal habe man aber eine rein alphabetische Aufstellung vorgenommen.

Außerdem bedauert die Gemeinderätin, dass sich die Kandidaten nicht persönlich kurz vorstellen konnten. Anita Gropp wird ihren Platz auf der Liste für die Kommunalwahl am Sonntag, 15. März behalten. Aber sie bewirbt sich nicht (mehr) als CSU-Mitglied, sondern als Freier Bürger. Zu mehr Details und dazu, was man im Ortsverband dazu sagt, folgt ein weiterer Bericht.

„Sehr schade“ findet MdB Michael Kießling den Austritt von Anita Gropp aus der Partei; er habe sie in seiner Zeit als Denklinger Bürgermeister (2014 bis 2017) als engagierte Gemeinderätin kennengelernt. Zur Kritik am Wahlmodus erklärte Kießling in einer ersten Reaktion gegenüber unserer Redaktion, dass er als Leiter der Versammlung neutral bleiben müsse.

Der Ortsverband habe das Wahlverfahren festgelegt, ergänzt Kießling. Es sei an diesem Abend anfangs vorgestellt worden, wobei keine Gegenstimme gekommen sei. Es sei also von der Versammlung legitimiert gewesen, nimmt er Bezug zur alphabetischen Auflistung der Kandidaten für diesen Abend und zur abschließenden Reihung gemäß Stimmenzahl. Kießling betont: „Da ist alles korrekt gelaufen.“
Johannes Jais

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