Verjüngungskur bei der Feuerwehr

Denklinger Feuerwehr hat eine neue Führungsriege

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Der Wechsel ist vollzogen. Kreisbrandrat Johann Koller (von links) mit dem bisherigen Kommandanten Herbert Negele, mit dem neuen Kommandanten Christian Gleich und dessen Stellvertreter Manuel Freiberger sowie mit Vorstand Stefan Sieg.

Denklingen – Eine Ära endet bei der Feuerwehr in Denklingen. Kommandant Herbert Negele (51) hat nach 28 Jahren das Führungsamt abgegeben. Zu seinem Nachfolger ist Christian Gleich (24) gewählt worden. Auch der stellvertretende Kommandant in der Wehr mit 48 Aktiven ist neu; diese Aufgabe hat Manuel Freiberger, ebenfalls 24 Jahre, übernommen. Bisher war Jürgen Waldhör der Vize.

Er habe zwei große Musikfeste erlebt, drei Stellvertreter gehabt und mit vier Bürgermeistern zu tun gehabt, scherzt Herbert Negele über seine Amtszeit, die von 1991 bis 2019 ging. Kaum aufzulisten sind hingegen die vielen Übungen und Einsätze in den vergangenen 28 Jahren.

Auch die Zahl der Verletzten und getöteten Personen, die bei Unfällen, Bränden oder anderen Unglücken zu bergen waren, ist hoch. Genaue Angaben kann Negele nicht machen. Aber es seien in dieser Zeit mehrere dutzend Todesfälle gewesen, mit denen er als Kommandant konfrontiert gewesen sei. Er erinnert an den tragischen Unfall mit dem Schlepper und dem Anhänger, bei dem im Herbst 2018 nahe Denklingen ein Landwirt ums Leben kam. Die Zahl der schlimmen Unfälle auf der B 17 habe in den letzten Jahren Gott sei Dank abgenommen, erklärt Negele. In der langen Zeit habe es bei Einsätzen keine Verletzten unter den Kameraden gegeben.

Als Herbert Negele 1991 mit nur 23 Jahren zum Kommandanten gewählt wurde, übernahm er das Amt von Adolf Stahl. Der war immerhin auch 25 Jahre Kommandant. Die Besonderheit ist, dass in Denklingen in mehr als 50 Jahren nur zwei Männer an der Spitze der Freiwilligen Feuerwehr standen.

Sowohl Negele, er ist Geschäftsführer des gleichnamigen Autohauses in Denklingen, als auch Waldhör bleiben als Aktive weiter bei der Wehr. So erklärte es der bisherige Kommandant gegenüber dem KREISBOTEN, nachdem die Neuwahlen im Sportheim Denklingen abgehalten worden waren. Waldhör (47) war zehn Jahre Stellvertreter von Negele; früher bekleidete er auch zehn Jahre das Amt des Jugendwartes.

Der neue Kommandant Christian Gleich trat ebenso wie sein Stellvertreter Manuel Freiberger bereits mit 14 Jahren in die Jugendfeuerwehr ein. Beide waren Gruppenführer, sind zudem Maschinist und Atemschutzgeräteträger. Im Februar absolvierte der neue Kommandant den Kurs „Leiter einer Feuerwehr“ an der Feuerwehrschule in Geretsried. Gleich ist von Beruf Zimmerermeister; er arbeitet in einem Betrieb in Reichling. Vize Manuel Freiberger ist Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizung und Klimatechnik in der elterlichen Firma.

Christian Gleich sieht im neuen Amt eine „große Verantwortung“. Er habe sich im Herbst 2018 entschieden, sich der Aufgabe stellen. Freilich wisse er, dass er eine Wehr übernehme, die personell und technisch gut ausgestattet sei.

Einen Wechsel hatte es vor mehreren Wochen bereits im Nachbarort Dienhausen gegeben. Dort ist nun Manuela Bauer (27) die Stellvertreterin von Kommandant Daniel Unsin (35) in der Freiwilligen Feuerwehr.

Vorstand Stefan Sieg (38) blickte auf die Fahnenweihe voraus, die mit einem Fest vom 4. bis 6. Oktober verbunden wird. Dazu wird ein Zelt am Feuerwehrhaus aufgebaut. Die Wehr erhält eine neue Fahne. Ein Restaurieren der bisherigen Fahne, die aus dem Jahr 1899 stammt, wäre zu aufwändig gewesen, verweist Sieg auf eine entsprechende Beurteilung durch eine Fachfirma.

Bilanz für 2018

Neben den Neuwahlen gab es natürlich auch eine kleinen Rückblick auf das vergangene Jahr. 41 Einsätze hatte die Denklinger Wehr 2018. Übers Jahr wurden 42 Übungen abgehalten. Diese Zahlen nannte der bisherige Kommandant Herbert Negele in seinem nunmehr letzten Jahresbericht.

2018 rückte die Wehr zu sechs Bränden aus. Auch wurden 16 technische Hilfeleistungen verzeichnet. Zwölf Mal waren es sonstige Einsätze, wie zum Beispiel Absperrdienste, dreimal gab es Fehlalarmierungen.

Unter den Übungen ist ein größeres Zusammenwirken mit den Wehren aus Reichling und aus Pflugdorf-Stadl zu nennen. Dabei ging es um eine technische Hilfeleistung. Den Bericht des Jugendwartes erstattete Karina Bauer. In den aktiven Dienst wurden übernommen: Quirin Augustin, Thomas Donner, Franz Britzger, Luis Martin und Andreas Maier.

Aktive sind es derzeit 48 – darunter drei Frauen. Bernd Schweiger und Christian Koch kamen als Quereinsteiger hinzu. Und 20 der Floriansjünger sind zudem als Atemschutzgeräteträger ausgebildet.

Johannes Jais

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