Funkmasten nicht in Altstadt?

Alternativen für die Antennen gesucht

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Ob die beiden Mobilfunktürme auf dem AWO-Seniorenzentrum in der Innenstadt bleiben dürfen, ist noch immer ungewiss – der Bauausschuss hätte sie lieber gern an anderer Stel und erteilte keine Genehmigungen.

Landsberg – Grundsätzlich ist die Anbringung von Mobilfunkantennen auf den Dächern der Stadt geneh-migungsfrei. Wie es aber im „Altstadt Ensemble“ aussieht, ist noch nicht klar. Fallbeispiel dazu sind die zwei Antennen auf dem AWO-Seniorenzentrum – der Bauausschuss wünscht sie an anderer Stelle.

In den vergangenen Wochen waren die beiden weiß verkleideten Antennen auf dem AWO-Gebäude öfter in den Fokus gerückt. Grund: Es lagen bislang keine denkmalschutzrechtlichen Genehmigungen für die Türmchen vor. Und diese sind eigentlich notwendig, denn obwohl es sich beim Seniorenzentrum offensichtlich um einen Neubau handelt, steht es mitten im Gebiet des Landsberger Ensembles. Jede Veränderung einer baulichen Anlage in diesem Ensemble bedarf der denkmalrechtlichen Erlaubnis. 

Nicht mal eine E-Mail

Die Betreiber, einmal Vodafone und einmal die Deutsche Funkturm GmbH, betonen, dass die gesamte Altstadt ohne die beiden Antennen unterversorgt wären – zumal der Vodafone-Turm ohnehin nur ein Kompromiss sei. „Wir haben die Reduzierung der Funktürme und auch deren Wegfall geprüft“, erklärt Rainer Weich von der Deutschen Funkturm. „Beides würde deutliche Einschnitte in der Versorgung bedeuten.“ Bürgermeister Norbert Kreuzer (CSU) brachte es auf den Punkt: „Telefonieren wäre noch möglich, eine E-Mail vom Handy zu verschicken nicht.“

„Es ist eine Entscheidung zwischen Denkmalschutz und dem Allgemeinwohlinteresse an einer funktionierenden Mobilfunkversorgung“, erklärte Claus Müller, Leiter des Bauordnungsamtes. Die Betreiber haben mittlerweile die Anträge auf denkmalrechtliche Genehmigung gestellt. „Die zentrale Versorgung ist für mich hier wichtiger als Einzelinteressen“, appellierte Claus Müller an den Bau-, Planungs- und Umweltausschuss.

Dieser wollte die Antennen aber dennoch an anderer Stelle sehen. Dieter Völkel (SPD) sah in der Abwägung der Interessen eine schwierige Entscheidung – schließlich sei man wegen des Ensembleschutzes denkmalrechtlich verpflichtet. Von mehreren Seiten kam der Vorschlag einen alternativen Standort für die Antennen – bevorzugt auf der Westseite des Lechs – zu suchen. Die alte Pflugfabrik, der neue Nettomarkt oder der Evangelische Kindergarten fielen als Alternativen.

Einzeln prüfen

„Das müssten wir alles einzeln funktechnisch prüfen“, meinte Weich auf die Vorschläge. Die Pflugfabrik sei womöglich zu weit weg, der Netto-Markt noch nicht einmal gebaut. Zudem müsse die Bundesnetzagentur für neue Anlagen wieder Standortbescheinigungen ausstellen – in diesem Fall seien die Anlagen dann möglicherweise zu nah aneinander. Andere Standorte außerhalb des Ensembles zu prüfen sei für die Betreiber außerdem mit einem erheblichen Aufwand verbunden.

Dennoch wollten die Mitglieder des Bauausschusses nicht klein beigeben. Die im Beschluss vorgeschlagene Erteilung der denkmalschutzrechtlichen Erlaubnis lehnte das Gremium mit 13:1 Stimmen ab. Edeltraud Lüßmann (Grüne) beantragte zudem, dass die Betreiber gemeinsam mit dem Bauordnungsamt andere Standorte unter die Lupe nehmen. Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) möchte die Alternativen dann noch einmal mit dem gesamten Stadtrat diskutieren und das Thema abhaken.

Janina Reich

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