Rasenschonend abgebaut

Der Abriss des Sprungturms im Landsberger Inselbad

Inselbad Landsberg ohne Turm mit Panther
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Wo vorher der Sprungturm lockte, herrscht jetzt Leere. Das Inselbad hat eine Attraktion verloren.
  • Susanne Greiner
    vonSusanne Greiner
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Landsberg – „Kleinere Sprünge“ machen auch Spaß, findet man bei den Stadtwerken Landsberg. Und lässt die Handwerker zum Schneidbrenner greifen. Tags darauf ist der Sprungturm des Inselbades Geschichte. Nach fast 50 Jahren landet ein Stück Landsberg auf dem Schrottplatz.

„Es ist zwar schade, war aber unvermeidlich. Die Bauwerke waren marode und nicht mehr betriebssicher“, erklärt Stadtwerkemitarbeiter Reinhard Dippold, Leiter der Bäderbetriebe. Das Kommunalunternehmen ist für den Betrieb des von den Lechstädtern geliebten Inselbades zuständig. Handwerker hatten die Plattformen abgebaut und das Stahlgerüst in Stücke gesägt. So habe man zumindest den Rasen geschont, der gerade frisch angesät worden sei, so Dippold. Und auch einer der zwei Einmetertürme wurde stehengelassen. Denn, so Dippold: „Auch kleinere Sprünge machen Spaß.“

Wie Stadtwerke-Sprecherin Pia Wiedenbruch ausführt, sei eine Sanierung des Sprungturms nicht mehr möglich, ein Neubau angesichts der bevorstehenden Gesamtsanierung zum jetzigen Zeitpunkt nicht sinnvoll gewesen.

OBin Doris Baumgartl ist hingegen überzeugt, dass der Sprungturm getrennt von der Gesamtsanierung aufgebaut werden könne, antwortete sie auf Nachfrage des KREISBOTEN. Ob dieses Jahr ein neuer Turm kommt, wollte sie nicht versprechen. Die Sanierung des Inselbades stehe aber nicht auf der Kippe. Zwar ist eine Förderung durch das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen“ nicht möglich – zu viele hatten sich auf die zur Verfügung stehenden 600 Millionen Euro beworben, „das Inselbad wurde leider nicht berücksichtigt“, heißt es in der Sitzungsvorlage des Pandemieausschusses, der am 12. Mai tagt. Man versuche aber, Gelder aus dem Sonderprogramm Schwimmbadförderung des Freistaates zu bekommen. Das habe man vorher nicht machen können, da eine Parallelförderung nicht möglich sei. Zudem wolle man „Kontakt zur Städtebauförderung“ aufnehmen und nach Gründung der LEADER-AG eine Förderung hierüber prüfen.

In einem offenen Brief teilte Baumgartl am Freitagabend schließlich mit, dass der Abriss zwar notwendig gewesen sei. „Enttäuscht bin ich allerdings über die Art und Weise, wie Sie darüber informiert worden sind.“ Sie habe als Verwaltungsratsvorsitzende der Stadtwerke zwar vom Abbruch bereits im Februar erfahren, jedoch „konnte ich weder als Oberbürgermeisterin noch als Verwaltungsratsvorsitzende diese Information weitergeben“. Die Öffentlichkeitsarbeit gehöre zu den Aufgaben des Vorstands. Baumgartl hätte diese Information allerdings weitergeben dürfen. Man habe über Alternativen wie einen Leihturm oder einen vorgezogenen Neubau des Turms gesprochen. Offensichtlich ohne Ergebnis. Sie habe jetzt „zeitnah“ um ein weiteres Gespräch gebeten, so Baumgartl.

Der Landsberger Eventmanager Bastian Georgi startete eine Online-Petition: „Gebt unseren Kindern den Sprungturm zurück“. Zwar werde wohl mit der Sanierung ein neuer Turm kommen. Das lasse aber auf sich warten: „Das Thema Sanierung war schon auf dem Plan, als ich noch als Kind im Inselbad war.“ Bisher hat die Petition knapp 400 Stimmen. Für das landkreisweite Quorum (Adressat Landrat) wären 1.200 Stimmen nötig. Allerdings ist das Inselbad kein Landkreis-, sondern ein städtisches Bad. Der korrekte Adressat wären die Stadt oder der Landtag.

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