Wer mäht in der Marktgemeinde Kaufering?

Der Kampf um den Bauhof

Don Bosco Kaufering
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Die Arbeiten im Don Bosco-Südgarten sind abgeschlossen – auch hier hat der Bauhof geholfen Der Westgarten befindet sich dagegen noch im Rohzustand.
  • vonAndrea Schmelzle
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Kaufering – Ein Teil der Mäharbeiten im Gemeindegebiet, eigentlich Aufgabe des Bauhofs, soll dieses Jahr wie auch in den vergangenen Jahren ausgeschrieben werden. Bauhof-Mitarbeiter sind derweil anderweitig im Einsatz. Etwa im Auftrag der Corona-Pandemie. Oder für den Bau der Außenanlagen des Don Bosco Kindergartens. Das führte zu Diskussionen auf der Gemeinderatssitzung vergangenen Mittwoch. Am Ende siegte aber eine klare Mehrheit. 

„Eine Vergabe der Mäharbeiten ist weder nötig noch sinnvoll“, so Jürgen Strickstrock in seinem Antrag der „Nichtbefassung mit dem Tagesordnungsspunkt“, den er für die Grünen- Fraktion vortrug. Die Durchführung der Mäharbeiten im Gemeindegebiet sei eine Kernaufgabe des Bauhofs, auf die er sich konzentrieren solle. Personelle Kapazitäten sowie maschinelle Ausstattung seien entsprechend vorhanden. „Wir haben eine Pandemie“, gab Bürgermeister Thomas Salzberger zu bedenken. Mitarbeiter des Bauhofs seien derzeit für viele andere Belange eingesetzt,etwa für die Verteilung von Corona-Selbsttests. Antrag abgelehnt, das Thema Mäharbeiten blieb auf der Tagesordnung.

„Wir benötigen unseren Bauhof heuer zudem verstärkt zur Unterstützung bei den großen Baumaßnahmen – etwa Don Bosco, Mittelschule – und im Bereich der Sporthalle, sodass eine externe Vergabe eines Teils der Mäharbeiten notwendig ist“, meinte auch Andreas Giampa, Leiter Technisches Bauamt. Die einzige Alternative: „Don Bosco wird nicht fertig.“ Bei den Mäharbeiten handele es sich um die Ausbesserungen der Grünstreifen im Straßenbereich. Die Kosten dafür: rund 50.000 Euro. Das sei die beste Möglichkeit, um zeitgerecht fertig zu werden und wirtschaftlich gesehen einigermaßen glimpflich davonzukommen.

Die mehrfache Ausschreibung für die Außenanlagen des Don Bosco-Kindergartens habe „völlig überzogene“ Angebote erbracht, so Giampa. Das bringe die Marktlage mit sich. „Außenanlagenbauer sind gerade ausgebucht“. Daher habe man nach einem Weg gesucht, durch Eigenleistung Kosten einzusparen. „Grundsätzlich müssen wir den Bauhof flexibel einsetzen, um die Fertigstellung von Baumaßnahmen hinzubekommen.“ Für Don Bosco heiße das: Mitarbeiter des Bauhofes besorgen Spielgeräte wie Sandkasten oder Kletteranlage, richten Grünflächen her, pflanzen die Sträucher und bauen den öffentlichen Spielplatz wieder auf.

Die Arbeiten im Südgarten seien zwar abgeschlossen – auch sie mit Eigenleistung des Bauhofs. Der Westgarten befände sich jedoch noch im Rohzustand, so Giampa. Das einzige Angebot für diesen Teil sei von der Firma gekommen, die bereits den Zuschlag für den ersten Teil erhalten hat. Es liege aber mit rund 75.000 Euro um 39 Prozent über der Kostenplanung. Nochmals auszuschreiben mache momentan aber keinen Sinn mehr, meinte Giampa. Derzeit habe man noch die Haushaltsmittel, „das Jahr hat ja erst angefangen.“

Die 23 Räte stimmten einstimmig zu, dem Bewerber trotz teurem Angebot den Zuschlag zu geben. Er soll nun die Arbeiten für Terrasse, Wege, Geländemodellierung, Fundamentvorbereitung und Zaun übernehmen.

Schönrechnerei

Der Einsatz von Bauhofmitarbeitern in größeren Baumaßnahmen rechne Investitionskosten ‚schön‘, kritisierte Strickstrock. Zudem sei eine fachliche Eignung der Mitarbeiter nicht durchgängig gegeben und auch aus Haftungsgründen somit eher kritisch zu bewerten.

„Don Bosco muss fertig werden“, sagte auch Gabriele Hunger (CSU). „Das hat Vorrang. Wir brauchen die Außenanlagen für den Kindergarten.“ Da die Arbeiten im Außenbereich stattfinden, spiele auch das Wetter eine Rolle, meinte Fraktionskollege Stephan Nitsche. Es sei völlig legitim, dass man sich Hilfe hole und die Mäharbeiten in den Gemeindegebieten stattdessen anderweitig ausschreibe. Mit 20:3 Stimmen stimmte der Gemeinderat schließlich der externen Vergabe der Mäharbeiten zu.

Mit der aktuellen Prognose für Sanierung und Erweiterung des Don Bosco-Kindergartens von rund 3,1 Millionen Euro entstehen nunmehr überplanmäßige Kosten in Höhe von 150.000 Euro. Die Bauhof-Kosten, auf Wunsch der Räte noch zu erfassen, kommen noch dazu. „Wir werden ganz sicher Lösungen finden, die Kosten zu decken“, meinte Salzberger. So sei es ja auch in den letzten Jahren gewesen.

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