Nach dem Bahnhofsumbau geht‘s weiter

Der Kauferinger Bahnhof soll grün und fahrradfreundlich werden

Herrenlose Fahrräder werden Anfang Juni entfernt
+
Damit in Zukunft viele per Fahrrad umweltfreundlich zum Kauferinger Bahnhof kommen, sind dort nach Fertigstellung der Bahnhofsumbauten auch im Umfeld weitere Änderungen geplant.
  • vonAndrea Schmelzle
    schließen

Kaufering – Nach dem Bahnhofsumbau ist vor dem nächsten Umbau: Nach Fertigstellung der Baumaßnahmen für den modernisierten, barrierefreien Bahnhof will die Marktgemeinde im nördlichen Bahnhofsumfeld Infrastruktur und Grünanlagen neu anordnen – kombiniert mit der Realisierung eines Bike&Ride-Konzeptes. Die Planungen wurden jedoch in einigen Punkten von den Gemeinderäten in Frage gestellt – das Thema muss nochmal auf den Tisch.

„Eigentlich sollte unser Konzept etwas Positives bewirken“, so Bauamtsleiter Andreas Giampa. Denn das, was man sich gemeinsam mit Landschaftsarchitektin Johanna Vogl überlegt und auf Basis der bereits bestehenden Beschlusslage entwickelt habe, sei in den meisten Punkten vorteilhaft. Grund für die Weiterentwicklung des bestehenden Konzeptes: die Umbaumaßnahmen des Hausgleises 1, das mit einem Aufzug versehen wird (siehe Artikel oben).

Das neue Konzept sehe zwei kompakte, doppelstöckige Fahrradabstellanlagen im Bereich der vorhandenen Stellplätze – hinter dem WC – vor, die Platz für insgesamt 400 Räder bieten und gegebenenfalls um einige Fahrradboxen ergänzt werden könnten, erklärte Giampa. Das bedeute weniger Flächenbedarf. Dadurch wiederum könne eine grüne „Pufferzone“ erhalten bleiben – sprich: „Die meisten Bäume, die hier stehen, können hier auch bleiben.“ Für Vogl war wichtig, die neue Anbindung der Unterführung so einzubetten, dass die ‚grüne Insel‘ wahrnehmbar bleibe. „Ich finde es sehr wohltuend, wenn noch etwas Grünes atmet.“

Der geplante Weg zur Bahnunterführung durchschneide das brachliegende Gartengrundstück, das vor dem Bahnhof liegt. Durch einen geplanten Baumhain werde versucht, die durch den Weg geteilte Grün­fläche in ein Gesamtkonzept einzubetten. Schöne Einzelbäume des Gartens sowie die bestehenden Bäume am Bahnhof sollen um neu angeplanzte Bäume ergänzt werden. Im Bereich der Fahrradabstellanlage ließe es sich dennoch nicht vermeiden, drei Bäume zu fällen.

Etwa die große Kastanie, die allein wegen der Baumaßnahmen für die Unterführung nicht erhalten bleiben könne. Es sei jedoch besser, hier mehr Fahrradstellplätze unterzubringen, so Vogl, als – so die einzige Alternative – auf der anderen Bahnhofsseite noch zusätzlich Stellplätze zu schaffen.

Ebenfalls neu geplant ist die verlängerte Unterführung von Gleis1 in Richtung Bahnhofstraße sowie eine Brücke für Fußgänger, die in Ost-West-Richtung darüber führt. „Nachdem die Mauerwangen von der Unterführung eh schon vorhanden sind, ist es ein Leichtes, eine Brücke darüber zu ziehen“, so Vogl. Hier eine bessere Durchlässigkeit für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen, sei wichtig.

„Wichtig war es uns, den Artenschutz zu berücksichtigen, ein ‚Grün‘ zu schaffen, auf dem man sich auch ausruhen und auf Bänke setzen kann sowie genügend überdachte Radstellplätze zu haben“, betonte Bürgermeister Thomas Salzberger (SPD). Befestigte Wege, Verbesserung der westlichen Parkplatzzufuhr, drei barrierefreie Stellplätze am Anfang des Fußweges sind weitere Bestandteile des Konzeptes, insgesamt eine Aufwertung des Geländes, so Giampa. Weshalb ihn die Debatten nach Konzeptvorstellung umso mehr verwunderten.

Das neue Grünordnungskonzept befürworteten die Gemeinderäte, jedoch gab es, was die verkehrliche Erschließung angeht, Zweifel. Etwa, ob der Fußweg zur Unterführung, der im Zuge der Umbauarbeiten des Gleises 1 entsteht, überhaupt nötig sei. Wenn er zugleich von Radfahrern genutzt werde, sei das zudem eine „sportliche Angelegenheit“, meinte Elisabeh Glaser von den Grünen. „So sportlich ist das nicht“, entgegnete Giampa, „weil die Radfahrer absteigen und schieben müssen.“ „Was kostet die Unterführung mit der Brücke darüber?“, wollte Glaser weiter wissen. Eine entsprechende Kostenübersicht solle dem Gemeinderat noch vorgelegt werden.

Debatten entstanden bei den Räten auch zur Parkplatzsituation. Nach Anregungen von Markus Wasserle (SPD) und Cäcilie Nebel (Grüne) prüft die Verwaltung, ob es Sinn macht, wenn die Parkplätze neben den Fahrradstellplätzen wegfallen würden, um dort Platz für weitere Stellplätze zu schaffen. Der Baumbestand solle hier, wenn möglich, erhalten werden.

Im verkehrlichen Bereich wurden der Verwaltung also einige „Hausaufgaben“ mitgegeben. „Die heute angesprochenen Themen und Anregungen werden in unsere Planungen mit einfließen“, meinte Salzberger. Die Verwaltung werde erneut darüber diskutieren. „Wir haben schon einige Ideen“, sagte Giampa zwei Tage nach der Sitzung. Die würden allerdings noch nicht verraten. Ein neues Konzept verkehrlicher Art werde zu gegebener Zeit nochmals vorgestellt.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bayern trägt Intel den Fliegerhorst Landsberg an
Bayern trägt Intel den Fliegerhorst Landsberg an
Corona im Schulbus - 140 Schüler in Quarantäne
Corona im Schulbus - 140 Schüler in Quarantäne
Hoffnung auf Sammersee-Festival im August
Hoffnung auf Sammersee-Festival im August
Landsbergs Grundschulen kämpfen mit den Corona-Folgen
Landsbergs Grundschulen kämpfen mit den Corona-Folgen

Kommentare