"Der kleine Muck" ganz groß

Mit tosendem Applaus und Bravo-Rufen haben sich am Samstag die Premierenzuschauer bedankt. Sehr zur Freude aller brachte der Theaterverein Schondorf das Märchenspiel „Der kleine Muck“ nach dem gleichnamigen romantischen Märchen von Wilhelm Hauff (1802-27) auf die Bühne gebracht hat.

Kinder brauchen Märchen und Erwachsene können Märchen manchmal ganz gut gebrauchen um Abstand zum Alltag zu gewinnen und die Dinge mal wieder in anderem, durchaus philosophischem Lichte zu sehen oder um einfach ein bisschen Spaß zu haben. Die Schondorfer Inszenierung in der Regie von Holger Schmidt-Lutz bietet Akteuren und Zuschauern von all dem etwas. Doch das Schönste an dem spannenden und zugleich entspannenden Theaternachmittag ist die Tatsache, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene gemeinsam auf der Bühne stehen – miteinander, füreinander – und das allerschönste ist die Figur des kleinen Muck, der so liebevoll, klug und frech von Samantha Bishara gespielt wird: Sobald die 16-Jährige auf der Bühne agiert kann man den Blick nicht mehr von Muck abwenden, mag man keine Geste, keinen Satz des hungrigen kleinen Männleins mit den großen Kulleraugen verpassen, das Dank seines guten Herzens und seiner Klugheit letztendlich das Glück findet. „Geh fort, suche dort nach Arbeit, wo deine kleine Gestalt dir von Vorteil ist. Dann kann es sehr schnell sein, dass du stolz darauf bist, klein zu sein“, rät ihm sein bester Freund und treuester Begleiter, der sprechende Hund Hadschi Hassan Ben Wuff, in dessen wuscheliges Fell die 18-jährige Madeleine Engmann geschlüpft ist. Klar dass Muck, ausgerüstet mit den Zauberpantoffeln und dem Zauberstab der Hexe Ahavzi (Elisabeth Lampert) unterwegs – ob in der Wüste oder im Palast des großen und beeindruckenden Sultans von Bagdad (Thomas Eichinger) – zahlreiche Abenteuer bestehen und viel lernen muss. Wo bliebe sonst die Moral von der Geschicht? Doch dabei stehen ihm seine Freunde Hadschi Hassan Ben Wuff und der freundliche, weise Sternendeuter (Kurt Bergmaier) stets mit Rat und Tat zur Seite. Schon in den ersten Szenen, wenn es die hinterlistigen Katzen der Frau Ahavzi mal all zu doll mit ihm treiben, kann sich Muck an der Gelassenheit seines vierbeinigen Freundes ein Beispiel nehmen. Selbstverständlich sind die frechen Katzenkinder trotz aller Hinterlist so musikalisch, anmutig und süß, dass man ihnen nicht wirklich böse sein kann, wenn sie hinter dem Rücken des verzweifelten Muck tanzend ihre Spottlied­chen singen (Choreographie: Lisa Frank). Doch nicht nur die großen und kleinen Darsteller der wunderschönen Märcheninszenierung geben ihr Bestes. Auch Bühnen-, Kostüm- und Masken­bildnern ist es gelungen, trotz kleinem Budget mit viel Kreativität und Phantasie erstaunlich viel geheimnisvollen Orient auf die Bühne zu zaubern. Kurz: „Der kleine Muck“ verspricht einen ganz großen Theaternachmittag für kleine und erwachsene Märchenfreunde! Weitere Vorstellungen: 23. und 24. Januar in der Grundschule Schondorf; 27. und 28. Februar im Theatersaal des Augustinums in Dießen. Beginn jeweils um 16 Uhr. Infos unter www.theater-schondorf.de.

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