Noch ein Wochenende mehr

Der Kultursommer am Lech geht in die Verlängerung

Bastian (Oggy) Georgi bei Vorbereitungen für den Kultursommer am Lech.
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Stellt sich nicht in den Vordergrund: Bastian (Oggy) Georgi (ganz hinten rechts, klein im dunklen Vorzelt) bei Vorbereitungen fürs Wochenende.
  • VonAndrea Schmelzle
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Landsberg – Wunderschöne Kulisse, tolle Künstler, gute Stimmung, aber viel zu viel Regen: All das kennzeichnet den Kultursommer am Lech, der den Landsbergern schon seit dem 23. Juli jedes Wochenende von Donnerstag bis Sonntag Bands, DJs, Lesungen, leckeres veganes Essen sowie kühle (und heiße) Drinks bietet. Eigentlich sollte er mit fünf jungen Poeten im Rahmen des bewährten Poetry Slam des Kreisjugendrings kommenden Sonntag seinen Abschluss finden. Doch Veranstalter Bastian (Oggy) Georgi geht noch ein Wochenende in die Verlängerung.

Der Regen habe oftmals einen Strich durch die Rechnung gemacht, sagt Georgi. Manchmal seien die Wetterprognosen so schlecht gewesen, dass Auftritte gar keinen Sinn gemacht hätten. Absagen waren die Folge. „Um die Acts, bei denen es nicht geklappt hat, nochmal hierher zu holen, hatten wir den Wunsch, ein Wochenende dranzuhängen“, so Georgi. Quasi anstelle des abgesagten Street Food Festivals (der KREISBOTE berichtete).

Aber auch, um die Förderung durch den Bund voll ausschöpfen zu können. Denn die gebe es ja für acht Wochen, das Event sei jedoch bisher nur für sieben angemeldet gewesen, da man durch Verzögerungen in den Genehmigungen erst eine Woche später beginnen konnte.

Das Landsberger Publikum darf sich also noch auf ein Wochenende mehr und musikalischen Genuss freuen: etwa auf Gitarrenmusik von „Grünstreifen“. Sie werden schon zum zweiten Mal zu sehen sein – ihr erster Auftritt fand nur vor zehn Leuten statt – weil es „furchtbar geregnet hat und unfassbar kalt“ war, so Georgi.

Mit dem Wetter hatte auch „Das Ding aus dem Sumpf“ zu kämpfen, bei deren Auftritt der prasselnde Regen fast die Beats übertönt hat. Aber neben Kälte und Regen gab es auch schöne Erinnerungen und Highlights, sagt Georgi. Etwa viele Stammgäste, die trotz des Wetters hartnäckig da waren und genossen haben. Oder ein Publikumsrekord beim Songwriter Jesper Munk, mit insgesamt mehr als 300 Leuten, von denen wohl viele in „Whiskey-Stimmung“ waren. Sodass der Künstler schon mal wegen der Lautstärke während seines Auftritts „schimpfen“ musste: „Wir sind hier kein doch Bierzelt!“ Ganz anders noch einen Tag zuvor bei der Songwriterin Betty Baldauf, die „zuckersüß und leise mit ihrer Gitarre auf der Bühne stand“, erzählt Georgi. Da habe niemand mehr geredet, nur noch gebannt zugehört und -geschaut.

Ein Anwohnerfest wurde gefeiert, als feststand: „Wir dürfen auf dem Sandauer-Tor-Platz bleiben“. 70 Parteien sind als direkte Anwohner vom Kulturevent „betroffen“. Nur wenige seien kritisch gewesen, meint Georgi. Dennoch habe es eine Beschwerde gegenüber der Stadt Landsberg gegeben: Sieben Wochen eine Musikveranstaltung vor der Haustür zu haben, sei untragbar. Die Erlaubnis, zu bleiben, wurde an einen Kompromiss gekoppelt: Die Musik muss am Sonntag „pünktlich zum Tatort“, aufhören, so Georgi, Bässe zudem eingedämmt werden.

Insgesamt sei das Feedback für den Kultursommer sehr gut gewesen. Ohne Förderung sei es jedoch schwierig, so etwas zu wiederholen, meint Georgi. Privatwirtschaftlich sei das kaum tragbar. Dass der Kultursommer nun dem Ende entgegengeht, findet er etwas traurig, denn „es war ein bisschen ein Sommer der Normalität“. Dafür sei er dankbar. Aber er und die anderen aus dem fast 20-köpfigen Team freuen sich auch darauf, nun mit eigenen Aufgaben in den Herbst zu gehen.

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