Isoliert und abgesichert

Der Newcomer-Horst in Schöffelding

Isolierung Stromleitung
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Das Nest ist eigentlich schon bereit für die junge Storchenfamilie. Aber erst mussten noch die gefährlichen Stromleitungen isloiert werden.

Schöffelding – Isolation ist wichtig – auch für Störche. Und hier ist nicht die räumliche Isolation gemeint, sondern die bauliche. Denn Störche bauen ihr Nest gerne mal auf Strommasten. Damit vor allem die Jungstörche nicht bei den ersten Flugversuchen in die Leitungen geraten und sterben, muss isoliert werden. So wie vor Kurzem in Schöffelding, wo nun ein Storchenpaar sein neues Nest auf dem Mast bezogen hat.

Die Gefahr drohe zum Beispiel an Regentagen, erläutert der Kommunalbeauftragte der LEW, Josef Nersinger, der vor Kurzem erst den Apfeldörfer Störchen unter die Flügel gegriffen hatte (der KREISBOTE berichtete). „Da reichen schon 30 Zentimeter, dann kommt es zum Spannungsüberschlag.“ Gerhard Däubler, Naturschutzfachkraft am Landratsamt Landsberg, weiß, dass der Stromschlag meistens zum sofortigen Herzstillstand führt. „Die Folge: Die Störche stürzen ab und sterben.“

Es musste eben unbedingt der Strommast sein.

Vor zwei Wochen wurden im Pfarrgarten in Schöffelding am jüngsten Storchenhorst des Landkreises die Leitungen zum Schutz der beiden Neuankömmlinge mit Gummischläuchen isoliert. Nachbarn hatten die Untere Naturschutzbehörde und die LEW über das Storchenpaar informiert, das sich in der Karwoche neben der Kirche auf einem Strommasten zum Horstbau entschlossen hatte.

Unter Federführung der Unteren Naturschutzbehörde war die LEW als in dieser Region zuständiger Netzbetreiber kurzfristig bereit, sich für den Schutz von Adebar und Adebarin einzusetzen. Einige Schaulustige fanden sich während der Aktion am Pfarrgarten ein und beobachteten das Geschehen. „Wir freuen uns sehr über die schnelle Reaktion der Behörde und der LEW“, sagte eine ältere Frau. „Wir wollen ja die Störche in Schöffelding behalten!“

Die beiden Tiere ließen sich während der Aktion nur einmal kurz blicken. Sie nutzten an dem sonnigen Morgen die warmen Frühlingstemperaturen lieber zur Nahrungssuche. Nach weniger als zwei Stunden war die Leitungsbaufirma mit den Arbeiten fertig. Die Störche dankten es mit lautem Klappern – aber erst am späten Nachmittag nach ihrer Rückkehr zu ihrem nun abgesicherten neuen Heim.

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