"Der oberbayerische Lachs"

Etwa 3000 Seeforellenbrütlinge (kleines Foto) haben die Kinder der Klasse 3a aus Utting in den Mühlbach entlassen. Mit dabei waren (hinten v. links) Lehrerin Elisabeth Rainer, Ammerseefischer Bernhard Ernst, Bürgermeister Josef Lutzenberger, Fischermeister Peter Voll und die Fischereifachberater Dr. Ulrich Wunner sowie Dr. Bernhard Gum. Fotos: Ernst

Patenschaft für 3000 Seeforellenbrütlinge: Die Kinder der Klasse 3a aus Utting halfen der Fischereigenossenschaft Ammersee bei der Entlassung der Brütlinge. Seit Jahren sind die Ammerseefischer um die Regeneration der bedrohten Seeforelle bemüht. Mit einer neuen Besatzstrategie ist es gelungen, den Fisch in die heimischen Seen zurückzuholen.

Die Fischereigenossenschaft Ammersee ist laut Bernhard Ernst vom Verband bayerischer Berufsfischer seit Jahren um die Regeneration der fast verschwundenen Seeforellen im Ammersee bemüht. „Annähernd 100000 Euro wurden von der Fischereigenossenschaft über die letzten zehn Jahre in den Erhalt der Fischart investiert“, berichtet Ernst. Der Bestand sei nach dem Krieg vielerorts zurückgegangen. Unzählige Seeforellen wurden in den letzten Jahren als Brut- oder Jungfische in die Seen besetzt. Trotzdem wuchs der Bestand in den oberbayerischen Gewässern kaum an. Die Wissenschaft erkannte dann jedoch, dass die jungen Seeforellen zunächst in den Zuflüssen verweilen, ehe sie nach ein bis drei Jahren in die Seen abwandern. Deswegen werden heute Brut- und Jungfische nur noch in durchgängige Zuflüsse gesetzt, oder zunächst in Teichen oder Bruthäusern aufgezogen. Erst als ausgewachsene Fische werden sie dann direkt in die Seen entlassen. Kürzlich hat die Fischereigenossenschaft Ammersee wieder insgesamt um die 10000 Brütlinge in die Zuflüsse des Ammersees eingebracht. „Die Fische wurden im bezirkseigenen Bruthaus am Tegernsee erbrütet und den Ammeseefischern zur Verfügung gestellt“, erklärt Bernhard Ernst. Der Fischer organisierte eine außergewöhnliche Besatzmaßnahme: Unter der Patenschaft der Klasse 3a aus Utting wurden insgesamt etwa 3000 frisch geschlüpfte Seeforellen in den Mühlbach gesetzt. Jedes der 19 Kinder bekam einen Becher mit vielen kleinen Seeforellen-Brütlingen. „Der Bach soll den kleinen Fischen nun als Kin-derstube dienen.“ Der neuen Strategie nach soll der Ort den Seeforellen bis zur eigenen Fortpflanzung in Erinnerung bleiben. „Das Problem war, dass den Fischen die Ursprungsbindung fehlte“, deswegen sei die Population bislang nicht selbstständig angewachsen. Mit der Besatzungsstrategie ist es bereits gelungen, den Seeforellenbestand in Oberbayern zu sichern. Heute werden die lachsartigen Fische wieder regelmäßig mit einem Gewicht von bis zu drei Kilogramm gefangen. Sogar beim Laichen konnten Tiere in einigen Seezuflüssen wieder beobachtet werden.

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