Bunter Protest vor der Landsberger Stadtpfarrkirche

Der Regenbogen vor Maria Himmelfahrt

Stufen vor der Stadtpfarrkirche bunt
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Am Mittwoch leuchteten die Treppen vor der Stadtpfarrkirche noch farbenfroh.
  • Susanne Greiner
    vonSusanne Greiner
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Landsberg – Wenn es nach dem Vatikan geht – und das tut es in der katholischen Kirche ja – dürfen Geistliche homosexuelle Paare nicht segnen, weil Gott „Sünde nicht segnen kann“. Segnungen menschlicher Beziehungen seien nur möglich, wenn damit den Plänen Gottes gedient sei. So lautete das ‚Responsum ad dubium‘ des Vatikans, die Antwort auf einen Zweifel, der sich um die Möglichkeit der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare drehte. Weltweit regte sich Protest. Auch in Landsberg: an den Stufen der Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt. 

„Love is no Sin“, war an den Stufen zu lesen. Dazu „Liebe ist keine Sünde. Segen für alle. Mein Gott diskriminiert nicht.“ Die Stufen daneben leuchteten am Mittwochnachmittag in Regenbogenfarben, der ‚Fahne‘, die weltweit für Toleranz und Akzeptanz steht, und auch für die Vielfalt von Lebensformen.

Am Donnerstagmorgen waren die Stufen allerdings schon wieder verblasst. Und von der Schrift war gar nichts mehr zu lesen. „Wir haben die Reinigung der Stufen nicht vorgenommen“, antwortet Simones Sedlmayr von der Pressestelle der Stadt Landsberg auf Nachfrage des KREISBOTEN. Der Bauhof habe mit der Säuberung nichts zu tun. Wer der Urheber der Aktion gewesen sei, wisse man auch nicht.

... aber schon am nächsten Tag war von der Schrift nichts mehr und von der Farbe nur noch wenig zu sehen.

Auch Stadtpfarrer Michael Zeitler weiß nicht, wer das Aufbegehren gegen die Vatikansbotschaft auf die Stufen gemalt hat. Und auch nicht, wer es weggewischt hat: „Von unserer Seite war es niemand.“ Es handele sich um öffentlichen Grund. „Ich dachte, dass die Stadt für die Putzaktion verantwortlich sei.“

Auf den ersten Blick habe er an ein Werk von Kindern gedacht, die die Stadt in den momentan eher grauen Zeiten hätten bunter machen wollen. Diese Form des Protests gegen die Ansage aus Rom sei sicherlich legitim, bekräftigt Zeitler. Er frage sich aber, wer „zu einer absoluten Unzeit“ um das ‚Responsum ad dubium‘ aus Rom gebeten habe. Die Menschen seien momentan aufgrund der Pandemie verunsichert. Zudem enthalte die Antwort aus Rom ja nichts, was nicht schon bekannt gewesen wäre. „Bei Amazon könnte man sagen: Nicht bestellt, bitte zurücknehmen.“ Ebenso komme bei dem Protest ein anderer Aspekt zu kurz: „Unzählige geschieden-wiederverheiratete Paare, die Sonntag für Sonntag unsere Gottesdienste besuchen (...), leiden mindestens ebenso unter dem Verbot, dass ihre Verbindung nicht gesegnet werden darf.“

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