Ein Raum voller Talent

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Präsentierten den Raum der Öffentlichkeit: v. links: Gründer der Strahlemann-Initiative Franz-Josef Fischer, Initiator Markus Wasserle, Landrat und Schirmherr Walter Eichner; vorne: Schulleiter Oswald Kurr und Dagmar-Eva Mempel, Projektleiterin der Talent Company.

Landsberg – „Die Schüler da abholen, wo sie stehen“ sei das Ziel der Talent Company. Das betonte der Initiator Markus Wasserle bei der Eröffnung. In den Beruflichen Schulen Landsberg (BSL) steht Jugendlichen jetzt ein eigener Raum zur Verfügung, in dem sie ihre berufliche Zukunft planen können.

Seit über einem Jahr arbeiten das Team der „Ausbildungsmesse Landsberg“ und die Beruflichen Schulen gemeinsam mit der Strahlemann-Stiftung intensiv an der Verwirklichung des Projekts Talent Company in Landsberg. Ein Konzept, das Unternehmen und Absolventen zusammenbringen soll. Dass dieser Ansatz funktioniert, zeigen schon andere Orte in ganz Deutschland wie Darmstadt, Heppenheim oder Cloppenburg. Nun reiht sich auch die Lechstadt ein. „Manchmal begegnet man besonderen Menschen“, erinnerte sich Franz-Josef Fischer, der Gründer der Strahlemann-Initiative, an sein erstes Treffen mit Markus Wasserle. 

Im Dezember 2012 begegneten sich die beiden das erste Mal. Und von da an war für Wasserle klar: „Landsberg braucht auch eine Talent Company!“ Dann ging alles relativ schnell. Nur drei Monate später erfolgte der symbolische Spatenstich im Untergeschoss der Beruflichen Schulen und Landrat Walter Eichner (CSU) übernahm sogleich die Schirmherrschaft. Am vergangenen Donnerstag war es dann so weit: Der Raum im Untergeschoss des Altgebäudes konnte der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Gast­geber und Schulleiter Oswald Kurr stellte das Projekt vor. Musikalisch wurde die Feierlichkeit von den Kulturförderpreisträgern Johannes und Hedwig Gruber mit ihrem Streichquartett begleitet. 

Seit November schon läuft der Probebetrieb in der Talent Company in Landsberg. An zwei Nachmittagen in der Woche haben Jugendliche seitdem die Möglichkeit, den Raum ohne Anmeldung zu besuchen. Zwei Mentoren des Mehrgenerationenprojekts „Alt hilft Jung“ und ein Bundesfreiwilligendienstleistender unterstützen die Schüler bei verschiedenen Fragen und Problemen im Bewerbungskampf und bieten Telefon- und Bewerbungstraining an. Dafür stehen acht Computerarbeitsplätze für die Internet­recherche zur Verfügung. An jedem Platz befindet sich außerdem ein Telefon. Ein Konferenz- sowie ein Chill-out- Bereich geben den Jugendlichen zudem die Möglichkeit, sich mit den Mentoren auszutauschen und sich beraten zu lassen. 

Wichtig sei es laut Initiator und Unternehmer Wasserle vor allem, „die richtige Lehrstelle zu finden“. Viele Jugendliche, die ihre Schullaufbahn erfolgreich beendet haben, wüssten überhaupt nicht, welchen Weg sie danach einschlagen wollen. All jene erhalten in dem Raum der Talent Company „Hilfe bei der Suche nach Ausbildungsplätzen“, betonte auch Schulleiter Kurr. 

 In den Regalen liegen die Broschüren der Arbeitsagentur aus. Auch sie unterstützt damit das Projekt. Die sogenannten „Job Walls“, Tafeln, auf denen Unternehmen sich und ihre Ausbildungsberufe präsentieren können, schmücken die Wände des modern eingerichteten Raumes. 600 Euro „Miete“ koste eine solche Wand pro Jahr – wohlgemerkt, pro Jahr und nicht pro Monat, hob Wasserle hervor. Dafür erhalte man die Chance, geeignete Lehrlinge für die eigene Firma zu finden. Gleichzeitig würden Schüler auf dem Weg in den richtigen Beruf individuell gefördert. Das Zimmer in den Beruflichen Schulen stellte der Landkreis kostenlos für dieses Projekt zur Verfügung. 

Froh sei man vor allem auch über die „unbürokratische Herangehensweise“, lobte Wasserle: Die Spenden der Sparkassenstiftung, der VR Bank Landsberg-Ammersee und einiger Privat­- personen gingen direkt an den Landkreis und konnten dann gezielt an das Projekt weitergeleitet werden. Das hat die Talent Company wohl vor allem Landrat Eichner zu verdanken. Er wies besonders darauf hin, dass „wir nicht an der demografischen Entwicklung vorbeikommen“ und „aufpassen müssen, dass uns niemand durch das soziale Netz fällt“. 

Deshalb habe er sich auch sofort dazu bereit erklärt, die Schirmherrschaft für dieses Projekt zu übernehmen. Auch seiner Nachfolgerin oder seinem Nachfolger legte er das Projekt ans Herz. Er selbst bleibe auch in seinem Ruhestand, der am 1. Mai beginnen wird, gerne weiter für die Talent Company im Einsatz.

Astrid Erhard

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