Jubiläum am Lech

Die Kinsauer Sportler feiern das 75-Jährige

SV Kinsau - Sportgelände
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Aus der Vogelperspektive: die traumhaft am Lech gelegene Sportanlage des SV Kinsau. Die Archivaufnahme stammt aus dem Jahr 2013.
  • Dietrich Limper
    VonDietrich Limper
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Kinsau – Kräftig gefeiert wird am 24. Juli im Süden des Landkreises Landsberg: Der SV Kinsau begeht sein 75-jähriges Jubiläum. Die Planungen waren aufgrund der Corona-Pandemie schwierig, denn es war zu Jahresbeginn ungewiss, welche Auflagen im Sommer gelten würden. Doch nun kann der Vorstand um Markus Altmann ein buntes Programm präsentieren.

Der 26. Juni 1946 ist für den SV Kinsau von historischer Bedeutung: 37 Personen trafen sich beim Schlosswirt, um den Sportverein Kinsau 1946 e. V. aus der Taufe zu heben. Der spätere Bürgermeister Max Wagner wurde 1. Vorsitzender. Zu Beginn wurde allerdings nur Fußball gespielt, für andere Sparten fehlten sowohl die Teilnehmer als auch die Übungsleiter. Das änderte sich erst 1969 durch die Gründung der Abteilung „Frauengymnastik“. Ein Jahr darauf formierten sich die Eisstockschützen, fünf Jahre später folgte Tennis und 1980 kam die Sparte „Reiten“ hinzu. Diese fünf Sportarten bilden bis heute das Fundament des SV Kinsau.

In den letzten Jahrzehnten hat sich viel getan: Durch die Drehung des Platzes um 90 Grad ergab sich ein zweites Spielfeld, die Flutlichtanlage sorgte auch in den Abendstunden für Durchblick und ist erst vor wenigen Tagen komplett auf LED umgestellt worden. 1996 wurde das Vereinsheim umgebaut. Der zweite Anbau, mit einem neuen Kabinentrakt, wurde 2014 geplant und schließlich 2016 errichtet. Seit mittlerweile 52 Jahren besteht eine enge Freundschaft mit der oberfränkischen Spielvereinigung Weißenohe, wovon eine Marmortafel am Vereinsheim Zeugnis ablegt.

Heute kickt die erste Mannschaft in der Kreisklasse, während die zweite den Abstieg in die C-Klasse verkraften musste. Die Stockschützen spielen in der Landesliga, die Tennisabteilung hat Nachwuchsprobleme und schlägt die Filzbälle in der Ü65 Bezirksliga. Gymnastik und Turnen dienen allgemein der Ertüch­tigung und Fitness ohne Wettkampf. Die Abteilung Reiten veranstaltet jährlich den bekannten Wanderritt, an dem bis 250 Menschen und Pferde teilnehmen. Rund 600 Mitglieder hat der SV Kinsau heuer, davon sind 200 aktiv.

Franke in Oberbayern

Um die kümmert sich seit 2017 Markus Amtmann als 1. Vorsitzender. Aber er betont, dass er diese Aufgabe nicht als One-Man-Show versteht: „Ich mache alles zusammen mit dem 2. Vorsitzenden Rudolf Besel und Jugendleiter Jürgen Dollinger. Wir sind ein gutes Team und sprechen uns in allen Dingen ab. Und die einzelnen Sparten werden von den Abteilungsleitern selbständig geführt.“

Der gebürtige Franke lebt seit 2006 im Dorf an der Romantischen Straße. Die Liebe hat ihn seinerzeit nach Oberbayern verschlagen. Der Ehegatte und Vater eines Sohnes und einer Tochter arbeitet als Stabsoffizier bei der Bundeswehr am Fliegerhort Kaufbeuren. Seit 2014 sitzt er im Gemeinderat und ist Vorsitzender des CSU-Ortsverbands Apfeldorf/Kinsau. Offensichtlich ist Markus Amtmann in seiner neuen Heimat angekommen und bestens integriert.

„Dem SV Kinsau geht es gut“, sagt Vorsitzender Markus Amtmann.

Sportlich war er schon immer. In der Jugend spielte er Fußball bei seinem Heimatverein SpVgg Thierberg, danach viele Jahre American Football als Middle Linebacker in der 1. Bundesliga für die Munich Cowboys. Doch irgendwann ließen sich Trainings­aufwand, Familie und Beruf nicht mehr unter einen Hut bringen, so dass er den aktiven Sport an den Nagel hängte und sich Frau und Kindern widmete. Oder er geht einem sehr speziellen Hobby nach: Mehr als 200 Modelle von LEGO Technic hat er gesammelt und zusammengebaut.

„Zum SV Kinsau bin ich 2012 durch meinen Nachbarn Thomas Haseitl gekommen“, erinnert sich Amtmann an seine ersten Kontakte zum Dorfverein. „Es wurde dringend ein Trainer für die B-Jugend gesucht und damit hat alles angefangen.“ Eher tragische Umstände führten 2013 zu seiner Tätigkeit als Jugendleiter und 2016 wurde er gefragt, ob er sich die Aufgabe des 1. Vorsitzenden zutrauen würde. Er konnte und wurde gewählt. Seitdem engagiert er sich für die Sportler in Kinsau.

„Mein Vater war sein Leben lang in der Vereinsarbeit engagiert, also habe ich als Kind viel mitbekommen. Eigentlich war es schon damals mein Traum, in seine Fußstapfen zu treten. Dass es nun hier in Kinsau dazu gekommen ist, empfinde ich als wunderbar“, erzählt Markus Amtmann. „Und nun darf ich mithelfen, das Jubiläum zu organisieren.“

Buntes Programm

Weil niemand genau wissen kann, welche Beschränkungen am 24. Juli noch gelten werden, mussten die Verantwortlichen des SV Kinsau kreativ und flexibel planen. Um 13 Uhr beginnt die Veranstaltung mit einer Wanderung zu verschiedenen Stationen im Ort. Die Teilnehmer können in Gruppen von zwei bis 20 Personen Kuchen essen, Grillgut probieren und dabei einen Quiz mit rund 15 Fragen lösen, bei dem es etwas zu gewinnen gibt. Die Sportanlage ist die letzte Station dieser vergnüglichen und lehrreichen Schnitzeljagd.

Ab 16 werden Urkunden überreicht und die E-Jugend bestreitet ein Show-Match. Ernster wird es um 17 Uhr, wenn die C-Jugend auf die Auswahl des TSV Landsberg trifft. Höhepunkt wird um 18.30 Uhr das Vorbereitungsspiel der 1. Mannschaft gegen einen noch zu bestimmenden Gegner sein. Außerdem planen die Stockschützen ein Event für Jedermann und wer möchte, kann eine Schnupperpartie Tennis spielen. Natürlich ist durchgehend für Speis und Trank gesorgt, und „die Feier wird so lange dauern, wie es die Corona-Maßnahmen erlauben“, sagt Markus Amtmann und die Vorfreude ist ihm deutlich anzumerken. Eine umfangreiche Festschrift rundet das Jubiläum ab.

„Bedanken möchte ich mich bei allen Mitgliedern und Mitgliederinnen. Bei unseren Sponsoren, die uns während der Pandemie die Treue gehalten haben und bei allen, die geholfen haben dieses Jubiläum auf die Beine zu stellen. Dem SV Kinsau geht es gut, die Anlage ist hervorragend und wir möchten noch viele Jahre so weitermachen“, sagt Markus Amtmann und schaut auf die Uhr. Die nächste Sitzung steht an. Es gibt viel zu tun.

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