Warten auf die Schlingnatter

Der TSV Landsberg sucht nach mehr Platz – wird der ehemalige Sportplatz reaktiviert?

Vom bisherigen Platz 2 (links) könnte nach den Ideen des TSV Landsberg ein Pfad zu einem weiteren Sportgelände auf dem neuen alten Platz (rote Umrandung) führen.
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Vom bisherigen Platz 2 (links) könnte nach den Ideen des TSV Landsberg ein Pfad zu einem weiteren Sportgelände auf dem neuen alten Platz (rote Umrandung) führen.
  • Susanne Greiner
    VonSusanne Greiner
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Landsberg – Mehr Platz zum Spielen wünscht sich der TSV Landsberg schon länger. „Der 3C-Sportpark im Industriegebiet platzt aus allen Nähten“, sagt Pressewart Patrick Freutsmiedl. Morgen steht der Erweiterungswunsch des Vereins auf der Tagesordnung des Bauausschusses. Es soll nach Osten gehen – zurück ins ehemalige Sportgelände, das bis 2008 schon vom TSV Landsberg als Sportplatz genutzt wurde.

Jetzt ist dort eine Brache. Das heißt: Gras- und Krautbewuchs, Kiesflächen, erste kleine Baumsprösslinge. Rundherum, vor allem gen Westen und Süden, stehen die Bäume schon weitaus höher. Eine erste artenschutzrechtliche Relevanzprüfung Anfang 2020 hatte eine zweite, spezielle artenschutzrechtliche Prüfung erfordert. Für die liegen nun Zwischenergebnisse vor, zu lesen in der Vorlage zur heutigen Sitzung: Auf dem seit über zehn Jahren nicht mehr genutzten Gelände gibt es schützenswerte Tiere: eine Fledermausart sowie drei Falterarten und fünf Heuschreckenarten, die auf der Roten Liste stehen, 36 Vogelarten und nicht zu vergessen die Zauneidechse, die es schon auf die Vorwarnliste der Roten Liste geschafft hat. Auf der Liste steht auch die Schlingnatter. Und die könnte laut Gutachten auf der Brache vorhanden sein leben. Um das abschließend beurteilen zu können, sind jetzt weitere „vertiefende Erhebungen“ notwendig, die rund zwei Jahre dauern sollen. Bevor das Endergebnis des zweiten Gutachtens nicht da ist, wird es keine Entscheidung geben, ob nun für oder gegen den TSV.

Dass der TSV händeringend nach mehr Platz Ausschau hält, liegt an den vielen Nachwuchsgruppen – „was natürlich für den TSV eine gute Sache ist“, sagt Freutsmiedl –, die meist zeitgleich auf dem bisherigen Gelände trainieren wollten. Man müsse jetzt schon auf das Gelände am Sportzentrum und den Kunstrasenplatz am DZG ausweichen.

Auf der Brache, die rund 1,45 Hektar umfasst, könne sich der TSV zwei bis drei Kleinfeldplätze vorstellen: „Für uns die einzige Möglichkeit zur Erweiterung“, betont Freutsmiedl. Das Nachbargelände im Norden gehöre SIP, da könne man nicht hin. Vielleicht gebe es auf der Brache auch noch Platz, um Anlagen für andere Sportarten einzuplanen. Um durch den Gehölzbestand westlich der Brache zu kommen, der zwischen dem 3C-Sportgelände und der Brache liegt und dort auch weiterhin liegen soll, denkt der TSV an einen Durchgang – eventuell als Trimmdichpfad gestaltet.

Schon vorgefühlt

Um seine Träume zu verwirklichen, müsste die bisherige Besitzerin des Geländes, die Stadt Landsberg, dem Verein das Stück Brache, das laut Bebauungsplan Industriegebiet ist, zur Verfügung stellen. Ein Gebiet, das die Stadt auch an interessierte Firmen verkaufen könnte. „Da gehen der Stadt Einnahmen verloren“, gibt Freutsmiedl zu. Man habe aber „vorgefühlt“ uns sei schon vor Monaten auf die Stadt mit dem Erweiterungswunsch zugegangen. Das Echo aus dem Stadtrat sei „nicht negativ“ gewesen, sagt der Pressewart. Die Stadt wolle generell die Vereinsarbeit und das ehrenamtliche Engagement honorieren und fördern.

Diese Aussage bestätigt Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl gegenüber dem KREISBOTEN. Es sei zu begrüßen, dass der Verein so zahlreiche Nachwuchsmannschaften habe und das Gebiet biete sich für den TSV wegen der direkten Nachbarschaft natürlich an. Für den Bereich habe man aber auch schon konkrete Gewerbe-Anfragen. Eine Zufahrt von Norden her ist zudem kein Problem. Der Bereich ist also auch für Firmen gut erschließbar . „Es gibt hier sicherlich einen Zielkonflikt“, sagt Baumgartl. Die Gewerbeflächen im Stadtgebiet sind knapp und begehrt.

Eine Entscheidung muss warten – auf die Schlingnatter. Das Vorhaben wird im Ausschuss nur zur Kenntnis genommen.

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