Derzeit der Beste der Liga

War gegen Kaufbeuren (blau) nicht zu bremsen: Muriz Salemovic (Mitte). Foto: Krivec

Als Schiedsrichter Johannes Mayer nach 89:40 Minuten Erbarmen mit der SpVgg Kaufbeuren hatte und die Partie gegen den TSV Landsberg etwas zu früh abpfiff, gab es Außergewöhnliches zu sehen: Einige Gäste­- spieler gingen zu Muriz Salemovic und beglückwünschten ihn zu seiner Leistung. Etwas anderes blieb ihnen an diesem Nachmittag auch kaum übrig. Bei dem auch in der Höhe verdienten 7:1 (3:0) der Landsberger war der 24-Jährige mit teils spektakulären Aktionen an sechs Treffern be­teiligt. Salemovic dürfte somit nicht nur für seinen Coach „derzeit der beste Offensivspieler der Liga“ sein.

Allerdings betont Sven Kresin auch, dass „elf Leute auf dem Platz arbeiten müssen, damit du Erfolg hast“. Gegen Kaufbeuren klappte das vorbildlich und das mit einer ungewohnten Taktik: Aggressiv, lauf- und zweikampfstark setzte man die Gäste von Beginn an auf dem ganzen Platz unter Druck. „Ich wollte einmal etwas anderes ausprobieren und nicht so abwartend spielen lassen“, erläutert Kresin den furiosen Auftritt. „Diesmal haben wir gesagt: volles Rohr von Beginn an.“ Da rieben sich nicht nur die Zuschauer die Augen, auch die Kaufbeurer waren sichtlich überrumpelt und bekamen keinen Fuß auf den Boden. Schon in den ersten fünf Minuten brannte es lichterloh im Strafraum der Gäste, nach einer Viertelstunde schlug es zum ersten Mal ein: Nach einer Salemovic-Ecke senkte sich Nusche­- lers Kopfball ins lange Eck. Nur zehn Minuten später zirkelte der Spielmacher einen Freistoß auf den Kopf von Ayoglu, der nach dem selben Strickmuster auf 2:0 stellte. Noch vor der Pause war erneut Salemovic auf rechts nicht zu halten, seine Hereingabe verwandelte Nuscheler souverän zum 3:0 (39.) Die Kaufbeurer dürften da schon gewusst haben, dass an diesem Tag nichts für sie zu holen sein würde. Durch das dominante Auftreten der Lech­- städter ließen sie sich weiterhin den Schneid abkaufen, was Dragan Lazic an der Seitenlinie sichtlich fast zur Weißglut trieb, daran änderte auch der überraschende Freistoß-Treffer zum 3:1 (61.) nichts. Auch wenn Salemovic an diesem Tag ein Tor verwehrt blieb (kurz nach der Pause setzte er den Ball an die Latte), drückte er dem Spiel weiter den Stempel auf. Nach dem Treffer für die Gäste aus dem Ostallgäu setzte er vom Anpfiff weg Fülla auf links ein, der spitzelte den Ball unter dem herausstürzenden Torhüter zum 4:1 ins Tor. Nach 68 Minuten war es der eingewechselte Sanktjohanser, der einen schönen Salemovic-Pass zum 5:1 verwandelte. Und als der „Mann des Tages“ kurz vor Schluss drei Mann ausgespielt hatte und nur noch durch ein klares Foul zu stoppen war, stellte Hauke per Elfmeter auf 6:1. Ein Novum in der 88. Minute: Nuscheler war es, der Fülla das 7:1 auflegte, allerdings hatte er den Ball – natürlich – von Muriz Salemovic be­- kommen. Mit diesem Kantersieg hat sich der TSV Landsberg die Tabellenführung in der Landesliga zurückerobert, da Gundelfingen nur zu einem 3:3 gegen Verfolger Nördlingen kam. Für Kresin aber „nur eine Momentaufnahme, auch wenn wir natürlich so lange wie möglich oben bleiben wollen. „Der 36-Jährige weiß um die Schwere der nächsten Spiele: Am kommenden Samstag muss man um 14 Uhr bei den Memmingern antreten. "Notfalls spiele ich ohne Kreuzband weiter!" Landsberg – Das Knie von Sven Kresin ist immer für eine Überraschung gut. Bei der Operation wegen eines Knorpelschadens sollte vergangene Woche auch begutachtet werden, ob das Kreuzband wieder in Mitleidenschaft gezogen ist – das fragliche Körperteil war aber gar nicht mehr zu finden. „Ich habe schöne Bilder bekommen, auf denen man sieht, dass man nichts sieht“, so der Spielertrainer des TSV Landsberg. „Das Kreuzband muss schon vor einiger Zeit kaputtgegangen sein, ich weiß nicht genau wann, vielleicht beim Spiel in Affing.“ Aber nicht nur das Band ist futsch, auch der Knorpel wird wohl „nicht mehr wie bei einem Jugendlichen zusammenwachsen.“ Der 36-Jährige gewinnt der Diagnose sogar noch etwas Positives ab. „Ich kann im Moment ja ganz normal laufen. Die Muskulatur hat das Knie vorher gehalten, jetzt muss ich sie eben so hinkriegen, dass sie das wieder schafft. Wenigstens bleiben mir damit die sechs Monate Pause nach einer Kreuzbandoperation erspart.“ Ob er allerdings vor der Winterpause noch einmal eingreift, lässt Kresin offen: „Wenn die Mannschaft so spielt wie zuletzt, muss ich das ja gar nicht.“

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