Baurecht bricht Baumschutz?

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Der Bauausschuss der Gemeinde lehnte den Antrag von Michael Hofmann (Bayernpartei) zum Schutz von zwei alten Linden ab.

Dießen – Eine Bruchlandung blieb Michael Hofmann (Bayernpartei) im öffentlichen Teil der jüngsten Bau- und Umweltausschusssitzung nicht erspart. Sein Antrag auf „Unterschutzstellung der Linden“ auf einem Grundstück in der Fischbachstraße im Ortsteil Dettenschwang wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Stein des Anstoßes war eine Bauvoranfrage aus der Fischbachstraße, die schon im Oktober behandelt wurde. Zwei alte Linden sind durch das Vorhaben gefährdet.

Der Vorbescheidsantrag wurde damals mit der Bitte an den Antragsteller zurückgestellt, umgehend aufzuzeigen, wie die Bäume im Zusammenhang mit der geplanten Bebauung geschützt und erhalten werden könnten. Bislang habe sich der Bauherr wenig kooperativ gezeigt, betonte Hofmann. Stattdessen habe die Gemeinde eine Mail mit einem Antrag zur Fällung der Bäume erhalten. Hoffmann forderte nun, die beiden Linden unter Schutz zu stellen. Ein Instrument dafür böte eine Rechtsverordnung zum Schutz von Landschaftsbestandteilen in bebauten Ortsteilen. „Wir sind einstimmig der Meinung, dass die Bäume bleiben sollen. Und wir sollten das ernsthaft versuchen, wenn wir nicht unglaubwürdig werden wollen,“ so Hofmann.

Seitens der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Landsberg würden die Bäume nicht als ortsbildprägend eingestuft, bedauerte Bürgermeister Herbert Kirsch. Darüber hinaus befänden sie sich nicht mehr in optimalem Zustand. Es bestehe Handlungsbedarf um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. „Die Bäume sind gesund“, hielt Hoffmann dagegen, der in unmittelbarer Nachbarschaft wohnt. Selbst die jüngsten Winterstürme hätten ihnen nichts anhaben können. Die einzige Chance, so Kirsch, sei eine Baumschutzverordnung, aber selbst diese könne Baurecht nicht aushebeln. Das Grundstück liege im Innenbereich und die Planung füge sich in die Umgebung ein.

Vor diesem Hintergrund einigte sich das Gremium darauf, Landratsamt und Bauwerber den Vorschlag zu unterbreiten, den Anbau auf Punktfundamenten zu errichten, um die Wurzeln weniger zu tangieren. Ihm sei bisher nur ein einziger Bauherr bekannt, der wegen eines Baumes auf Baurecht verzichtet habe, so Kirsch. Dies geschah vor etlichen Jahren an der Neudießener Straße. Der damalige Gemeinderat der Grünen, Thomas Kanzler, baute kleiner, um eine alte Eiche zu erhalten. 

Ursula Nagl

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