Deutlich überfordert

Auch gegen den Aufsteiger und vermeintlich leichten Gegner aus Regensburg fuhr der EVL wie hier Neuzugang David Sevic (links) am Wochenende meist hinterher. Foto: Krivec

Es war ein weiteres schwarzes Wochenende für den EV Landsberg: Das 0:6 gegen Regensburg und das 2:5 in Füssen bedeuteten nicht nur die Niederlagen 13 und 14 in Folge, bitter war vor allem auch, dass trotz ausgerufener "Aktion Volle Hütte" und attraktiver Verlosungen am Freitag nur 567 Zuschauer den Weg in die heimische Eishalle fanden.

Die sahen dann einen Spielverlauf, den sie aus den vergangenen Wochen gut kennen: Im ersten Drittel war der EVL überlegen, geschlagene sieben Minuten gelang es den Regensburgern nicht einmal, sich per Icing aus dem Landsberger Druck zu befreien. Vor dem Tor ließ man allerdings wieder einmal die Durchschlagskraft vermissen und ging trotz bester Chancen mit 0:0 in die erste Pause. Der geforderte Heimsieg schien da noch in greifbarer Nähe zu sein. Im zweiten Abschnitt kam es dann aber dick: Bei angezeigter Strafe gegen Landsberg hob Sven Gerike die Scheibe zum 0:1 in den Winkel (30.), 28 Sekunden vor Ende des Drittels setzte Sicinski, der gerade von der Strafbank zurückgekehrt war, aus spitzem Winkel den Puck zum 0:2 an Kosarek vorbei. Passend dazu war auch, dass Michel Maaßen nur Sekunden zuvor aus kurzer Distanz wieder am Regensburger Keeper gescheitert war. Das Schlussdrittel begann sicher nicht so, wie sich das Dave Rich in der Pause noch vorgestellt hatte: Bereits nach 17 Sekunden schoss Gerike nach einem weiteren Alleingang an die Latte des Landsberger Gehäuses. Beim vorentscheidenden 0:3 hatte dann erneut Sicinski leichtes Spiel, als der EVL in Unterzahl mit zwei Spielern im gegnerischen Drittel Forechecking betrieb und dementsprechend Sekunden später vor dem eigenen Tor in aussichtslose Situation kam. Das Pech summierte sich dann in der 50. Minute: Anderson traf bei einem seiner Vorstöße nur den Pfosten, im Gegenzug brachte Weinzierl einen eigentlich harmlosen Schuss aus der Drehung von der blauen Linie an Kosarek vorbei zum 0:4 vorbei. Noch in der selben Spielminute gelang es Zeck nicht, Gerike zu stoppen und der setzte den Puck zum 0:5 in den linken Winkel. Der Rest war für Regensburg lockere Pflichtaufgabe. Fünf Minuten vor Schluss musste Stürmer Troy Bigam Verteidigeraufgaben übernehmen, schaffte es aber trotzdem nicht, Regensburgs Martin Ritter am Umkurven des Landsberger Gehäuses zu hindern und sah beim 0:6 genauso schlecht aus wie der inzwischen für Kosarek eingewechselte Reichelmeir. 0:4 hieß es damit im Schlussabschnitt aus Landsberger Sicht, in der Woche zuvor hatte es gegen Garmisch sogar ein 0:5 gesetzt. Für Dave Rich nicht überraschend. "“ch muss Nick Anderson über 40 Minuten Eiszeit pro Spiel geben, Barz hat nicht viel weniger“, so der Coach auf der Pressekonferenz. „Dass die dann irgendwann platt sind, ist klar. Ich sage es ganz deutlich: Wir sind hinten überfordert, überfordert, überfordert. Wir brauchen Verstärkung.“ Die soll nun ja kommen (siehe nebenstehender Bericht), ob das das Problem lösen wird, bleibt abzuwarten. Rich sieht eher grundsätzliche Probleme, wie er auf der Pressekonferenz bekanntgab: „Ich werde von den Fans angemeckert, warum ich Köllner oder Nörenberg soviel spielen lasse. Die Antwort ist ganz einfach: weil ich sonst niemand habe.“ Für das Spiel in seiner alten Heimat Füssen am Sonntag hatte der Coach deshalb eine ganz andere Parole ausgegeben: Das erste Drittel mit 0:0 überstehen und danach mit Kontern zum Erfolg zu kommen. Doch der Gegner machte dem einen Strich durch die Rechnung. 3:0 stand es nach 20 Minuten für die Gastgeber, lediglich das 2:0 im Powerplay hakte Rich unter der Rubrik „so ein Tor kann man kassieren“ ab. Die beiden anderen Treffer waren wieder einmal individuellen Fehlern geschuldet. „Nach dem ersten Drittel war ich richtig sauer. Wir schauen uns die Videos der letzten Spiele an, die Spieler machen es dann im Training besser, nur unter Druck funktioniert es dann doch wieder nicht“, so der Trainer, der auch sagt: „Im ersten Drittel haben wir wieder einmal nicht gemacht, was wir uns vorgenommen haben. Danach haben wir nicht schlecht gespielt, die Schussstatistik war ok, aber das hat dann nicht mehr gereicht. Nachdem uns Kerber, Drommeter und Brenner verletzungsbedingt gefehlt haben, habe ich in den letzten zehn Minuten nur mit zwei Reihen gespielt.“ Dass dabei die Neuzugänge Troy Bigam und David Sefic die Erwartungen wieder nicht erfüllt haben, gesteht Rich ein, nimmt die beiden Stürmer aber auch in Schutz: „David war am Freitag nicht gut, am Sonntag besser, aber ich verlange mehr von ihm, er muss einfach auch mehr arbeiten. Troy Bigam tut sich natürlich leichter, wenn er zwei starke Spieler neben sich hat und nicht Führungsspieler sein soll. Bei beiden muss ich aber sagen, dass man sich im Klaren sein muss, welche Spieler man im Moment überhaupt nach Landsberg holen kann. Für einen Top-Ausländer ist das Geld einfach nicht da.“

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