Lernen im Team

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Immer zu dritt an einem PC lernen die Asylbewerber im Kratzertreff Deutsch. Dabei helfen sie sich gegenseitig, sogenannte Coaches unterstützen bei Fragen und Problemen.

Landsberg – Seit Mitte November laufen die ersten Kurse von „DLernAsyl“, wie sich die Initiative nennt. Asylbewerber können hier am Computer Deutsch lernen – als Ergänzung zu den Kursen oder als Alternative für diejenigen, die noch auf Kurse warten müssen. Im Kratzertreff in Landsberg haben die Kurse ihren Anfang genommen, Initiator Ernst Schatz ist aber immer auf der Suche nach weiteren „Lern-Orten“ und Lern-Coaches.

In Teams sitzen die Asylbewerber im Kratzertreff in Landsberg am Computer. Zu zweit, idealerweise zu dritt beschäftigen sie sich mit dem Lernprogramm. Hauptsächlich handelt es sich um Eritreer, die in der Iglinger Straße untergebracht sind, aber auch zwei Syrer haben sich dort eingefunden, um Deutsch zu lernen. „Die Sprachprogramme sind durch Spiele und Videoclips sehr abwechslungsreich gestaltet“, erklärt Lern-Coach und ehemalige Lehrerin Silke Foigele. Dadurch sei die Motivation bei den Asylbewerbern natürlich auch sehr groß.

Entstanden ist das Projekt „DLernAsyl“ aus dem Internetcafé für Asylbewerber im Kratzertreff. Mittlerweile gibt es drei Mal pro Woche die Möglichkeit, für zwei Stunden die Computer zum Lernen zu nutzen. Ziel der Kurse ist die sogenannte A1-Prüfung an der Volkhochschule. Damit habe man bisher aber noch keine Erfahrungen, sagt Foigele. Aber nicht nur im Kratzertreff in Landsberg funktioniert das PC-Lern-System.

An der Schondorfer Realschule kommen drei Mal wöchentlich etwa acht bis zwölf Asylbewerber in den Computer-Raum zum Lernen. Betreut werden sie dort von den Senioren der Initiative „Alt hilft Jung“. Aber auch in Windach gibt es seit Anfang Februar eine Gruppe. „Das Konzept funktioniert also“, sagt Initiator und Informatiker Ernst Schatz. Und auch die Beruflichen Schulen Landsberg steigen in „DLern­Asyl“ ein und stellen den Raum der TalentCompany an drei Tagen pro Woche zur Verfügung. Hier könnte man also anfangen, sobald man weitere ehrenamtliche Coaches habe, erklärt Schatz.

Und nicht nur an Coaches mangelt es: „Wir bräuchten noch mehr Lern-Orte.“ Oft hapert es hier aber am Internetanschluss. Die Bedenken bezüglich der Betreiberhaftung räumt der Informatiker aber aus: „Ich sehe da überhaupt kein Problem. Die sogenannten Chromebooks haben kaum Arbeitsspeicher und die Coaches schauen ja auch.“ Ursprünglich sind die Programme des Goethe Insituts und der Volkshochschule für Selbstlerner konzipiert.

Dass eine Sprache einfach so am PC erlernt werden kann, glauben Schatz und Foigele zwar nicht, aber es sei eine gute Ergänzung zu den Kursen. Und dafür gibt es ja schließlich auch noch die Coaches, die eingreifen und unterstützen können. Ihr bringe die Tätigkeit als Lern-Coach auf jeden Fall „wenig Belastung, aber dafür ganz viel Freude“, sagt Foigele.

Astrid Erhard

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