Rathaus aus Sevilla

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Architekt Jacob Obergriller und die beiden spanischen Architekten Marien Rodriguez Carrascova und Héctor Salcedo Garcia (von links) haben das neue Rathaus für die Gemeinde Denklingen entworfen.

Denklingen – Wie ihr neues Rathaus einmal aussehen soll, das können sich die Denklinger Bürger in ihrem alten Rathaus ansehen. Bürgermeisterin Viktoria Horber präsentierte in illustrer Runde vor Architekten und Gemeinderatsmitgliedern die Ergebnisse des Architektenwettbewerbs.

„Zwölf von 190 Bewerbern wurden wie beim Lottospiel ausgelost“, berichtete Carsten Schwunck vom „Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München“ bei der Ausstellungseröffnung. Er hatte die Gemeinde bei dem Verfahren begleitet. Den ersten Preis unter den 10 Entwürfen gewann eine deutsch-spanische Architektenkooperation. Alle Arbeiten sind bis zum 25. Oktober im Rathaus ausgestellt. Die Anwohner sind herzlich eingeladen, die Wettbewerbsergebnisse und die dahinterstehende Architekturphilosophie zu begutachten. Pech für die Gewinner. Ihre Arbeiten sind nicht im repräsentativen Ratssaal sondern im dunklen Eingangsbereich ausgestellt. „Der Bauhof hat es so aufgestellt“, meinte die Rathauschefin etwas entschuldigend. 

Die Sieger des Architekturwettbewerbes sind Jacob Obergriller aus Hörmannsdorf und die spanische Architekturfirma SWES aus Sevilla. Zu dieser Kooperation kam es, weil Jacob Obergriller einen spanischen Architekten in seinem Büro beschäftigte. „So kam der Kontakt mit dem spanischen Büro zustande“, sagte Obergriller und hob die Vorteile der Zusammenarbeit hervor: „Das ist ein junges Team von Architekten mit neuen Ideen, gepaart mit unserer langjährigen Erfahrung“. So hatte Horber die Ehre, auch die beiden spanischen Preisträger Marien Rodriguez Carrascova und Héctor Salcedo Garcia in Denklingen zu begrüßen.

Die Denklinger können beruhigt sein. Spanisch wird ihr neues Rathaus nicht aussehen, „obwohl die große Stringenz und die architektonische Klarheit Teil der modernen spanischen Architektur sind“, sagte Obergriller dem KREISBOTEN. Der Chef des Architekturbüros hat mit seinen spanischen Partnern einen kompakten zweigeschossigen Bau geplant, der an der Schnittstelle zwischen der Hauptstraße des Ortes und Landschaft vermitteln soll.

Wert haben Obergriller und Partner darauf gelegt, dass keine Konkurrenz zu dominierenden Gebäuden in der Umgebung aufkommt. Das Gebäude wurde bewusst von der Hauptstraße aus zurückgesetzt, um einen repräsentativen Vorplatz entstehen zu lassen. Auf der Rückseite des Gebäudes plant Obergriller eine „Festwiese“ mit dem unter Denkmalschutz stehenden alten Backhaus. Die Parkplätze plant er hinter dem Haus. Im Untergeschoss sollen die publikumsintensiven Bereiche untergebracht werden, im Obergeschoss sind Sitzungsräume, Bürgermeisterbüro, Geschäftsstelle und sonstige Räume untergebracht.

Horber wird die den Umzug in das neue Rathaus nicht mehr als amtierende Bürgermeisterin erleben, denn sie tritt bei den Kommunalwahlen nächstes Jahr nicht mehr an. Trotzdem ist sie stolz darauf, das Haus für ihren Nachfolger oder Nachfolgerin im wahrsten Sinne des Wortes bestellt zu haben. Das heutige Rathaus im Gebäude der Volksbank wurde 1974 bezogen. Ganz früher war das Wohnhaus des jeweiligen Bürgermeisters gleichzeitig das „Rathaus“, später bis zur Gebietsreform im Jahr 1972 hatte die Gemeinde zwei Räume in der alten Schule belegt. Sitzungen des Gemeinderates fanden auch schon einmal in Wirtschaften statt.

Verwaltungschef Johann Hartmann rechnet im günstigsten Fall, „wenn alles optimal läuft“, mit einem Baubeginn im Herbst nächsten Jahres. „Der Architektenvertrag könnte noch im November unterschrieben werden“, meinte er gegenüber unserer Zeitung. Das letzte Wort hat dann das Landratsamt in Landsberg.

Christa Spörer

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