Amperbrücke bei Stegen ist fertig

Freie Fahrt durch die Amper-Bögen

Amper-Brücke - Stegen - Verkehrsfreigabe
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Die neue Bogenbrücke über die Amper in neuem Glanz. Beim symbolischen Bandschnitt (von links): Stefan Scheckinger und Christoph Prause vom Bauamt Weilheim, Rainer Mahl vom Landratsamt Landsberg, ADFC-Kreisvorsitzender Martin Baumeister, Echings Bürgermeister Siegfried Luge, Landrat Thomas Eichinger und Innings Bürgermeister Walter Bleimaier.

Stegen – In normalen Zeiten würde eine Blasmusik aufspielen und mit Bier und Brotzeit hätte man das Ereignis gebührend gefeiert. Wegen der Corona-Einschränkungen aber wurde die neue himmelblaue Bogenbrücke über die Amper westlich von Stegen still und leise in kleinem Rahmen ihrer Bestimmung übergeben. Die Bauarbeiten seit Anfang März konnten damit fristgerecht abgeschlossen werden.

Wichtig in Zeiten von Corona-­bedingt bald knappen Kassen: „Die veranschlagten Baukosten von fast 8,5 Millionen Euro wurden eingehalten“, freut sich Christoph Prause vom verantwortlichen Staatlichen Bauamt Weilheim. Die Brücke verbinde Ost- und Westufer, zwei Landkreise und zwei Gemeinden. Darum begrüßte er neben Landsbergs Landrat Thomas Eichinger besonders den Echinger Bürgermeister Siegfried Luge und Innings Gemeindechef Walter Bleimaier. Luge freute sich ganz speziell über den historischen Termin, da er vor 24 Jahren bei seinem Amtsantritt ein paar Meter weiter bei der Einweihung des Echinger Tunnels dabei sein durfte. Baudirektor Stefan Scheckinger, Leiter des Weilheimer Bauamtes, dankte dem Landsberger Landrat stellvertretend für alle Genehmigungsbehörden für die reibungslose Zusammenarbeit.

Mehr Platz für Radler

Nach knapp neunmonatiger Bauzeit ist die 70 Meter lange und freispannende Bogenbrücke über die Amper bis auf ein paar Kleinigkeiten fertig gestellt. Die Brücke ist statisch so angelegt, dass auch Schwertransporte wegen der Höhenbegrenzung des Echinger Tunnels über die Staatsstraße ausweichen können. Und auch Radfahrer und Fußgänger haben jetzt einen auf drei Meter verbreiterten kombinierten Rad- und Gehweg zur Verfügung. Die alte Amperbrücke wies für sie nur einen 1,40 Meter breiten Weg auf, auf dem sich die Vielzahl von Radlern und Fußgängern oftmals in die Quere kamen. Bei der Neuplanung habe Martin Baumeister, Vorsitzender des ADFC Landsberg, tatkräftig mitgeholfen, wie Christoph Prause dankend erwähnte.

Da die gesamte alte Brücke Mängel aufwies und nicht mehr sinnvoll instandgesetzt werden konnte, hatte sich das Staatliche Bauamt Weilheim für einen Neubau entschieden. Zumal es über das Staatliche Sonderprogramm für Brückensanierungen einen kräftigen Zuschuss gab. Eine besondere Herausforderung lag dabei in der bauzeitlichen Verkehrsführung. Da aus naturschutzfachlichen Gründen der Bau einer Behelfsbrücke ausschied und die Staatsstraße St 2070 im Bereich der Autobahnanschlussstellen Greifenberg und Inning gleichzeitig eine ausgewiesene Umleitung für die A96 darstellt, war eine temporäre Vollsperrung der Brücke nicht möglich.

Es blieb nur die einmalige Sonderlösung, alle vier Richtungsfahrbahnen der A96 auf die nördliche Bogenbrücke der Autobahn zu verlegen. Dadurch wurde die südliche Bogenbrücke frei, um bauzeitlich den Verkehr der Staatsstraße sowie den Radfahrer- und Fußgänger­verkehr aufzunehmen. Somit konnte sowohl der Verkehr auf der Autobahn als auch auf der Staatsstraße inklusive Radler- und Fußgängerbewegungen bauzeitlich nahezu ungehindert fließen.

Wie Christoph Prause ausführte, werden Restarbeiten an der Brücke – Korrosionsschutz der Stahlkonstruktion und Anpassungen an den Geländern – witterungsbedingt erst im Mai kommenden Jahres ausgeführt.

Bauamtschef Scheckinger kündigte bei der Verkehrsfreigabe in Stegen bereits das nächste große Brückenbauhaben seiner Behörde an: Die Ammerbrücke zwischen Dießen und Fischen soll nach der Genehmigung in etwa zwei Jahren Radfahrer- und Fußgänger-freundlich erneuert werden.
Dieter Roettig

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