Mehr Windkraft im Fuchstal

Die drei Neuen für den Leederer Gemeindewald

Windräder Fuchstal vom Auerberg
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149 Meter ist die Nabenhöhe bei den Windrädern im Fuchstal; bei den Neuen soll sie 166 Meter betragen. Dei Aufnahme stammt vom noch höheren Auerberg.
  • VonJohannes Jais
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Fuchstal – Mit einer Mehrheit von elf zu fünf Stimmen haben die Fuchstaler Gemeinderäte entschieden, dass diesen Sommer die Windräder für den Leederer Gemeindewald bestellt werden. Der Bürgermeister wurde ermächtigt, mit dem Generalunternehmer Enercon, der bereits 2015/2016 die vier Anlagen im Staatsforst errichtet hatte, die Verträge abzuschließen. Es geht dabei um eine Investition von 14,35 Millionen Euro.

Bestellt werden soll jetzt, um die vergleichsweise gute Preissituation zu nutzen. Doch es gibt einen Vorbehalt, der auch vertraglich verankert ist. Denn die Baugenehmigung des Landratsamtes Landsberg liegt noch nicht vor. Außerdem braucht’s noch die Prüfung durch die Kommunalaufsicht, die ebenfalls am Landratsamt angesiedelt ist. Darauf wies auch Geschäftsleiter Gerhard Schmid von der VG Fuchstal explizit hin.

Bürgermeister Erwin Karg führte in das Thema ein. Der Bau der der Anlagen, der vom früheren Gemeinderat 2018 beschlossen wurde, kostet gut 14 Millionen Euro. Hinzu kommen noch die Arbeiten für die Infrastruktur. Die drei Windräder im Gemeindewald Leeder sollen 21 Millionen Kilowattstunden im Jahr erzeugen. Eine Kilowattstunde wird mit 8,1 Cent vergütet. Der Windertrag aus den drei Anlagen ist ungefähr gleich hoch wie bei den vier seit 2016 Jahren bestehenden im Kingholz. Dort erhält die Gemeinde freilich für jede eingespeiste Kilowattstunde mit 8,7 Cent noch etwas mehr.

Mit mehr Leistung

Der Preis eines Windrades sei momentan der gleiche wie bei den Anlagen im Staatsforst. Aber jedes neue Windrad bringe deutlich mehr Leistung, erklärte Robert Sing vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Landsberg. Dies habe auch mit der Nabenhöhe zu tun. Sie beträgt bei den Windrädern im Gemeindewald 166 Metern. Bei den Windkraftanlagen im Kingholz sind es 149 Meter. Auch sind die Flügel der ‚Neuen‘ größer.

Selbst wenn in der Zeit von März bis Mitte August wegen Vogelflugs die Windräder von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang abgestellt werden, sei eine Rendite gewährleistet, die für die Anleger vergleichbar sei mit der in der bisherigen Bürgerwind Fuchstal GmbH. Robert Sing nannte für die drei Anlagen im Gemeindewald die Zahl 4,6 Prozent. Im Fall der Baugenehmigung ist davon auszugehen, dass eine zweite Bürgerwind-Gesellschaft aus der Taufe gehoben wird, in der die Gemeinde ähnlich wie schon bei der ersten wohl den Part des größten Anteilseigners übernimmt.

Mit der Bestellung jetzt im Sommer sichere sich die Gemeinde Fuchstal die Zusage, dass bis November 2022 der Preise stabil bleibt, so Bürgermeister Karg. Man habe mit mehreren Anbietern verhandelt. Ein Hersteller habe nach der Ausschreibung preislich noch nachgebessert: Enercon.

Für die Bestellung stimmten elf Räte. Mit Nein votierten die Räte der Neuen Liste Fuchstal (Anton Frieß, Angelika Gast, Martin Schuster, Wolfram Ruoff) und Christoph Kneißl von der Wählergemeinschaft Leeder.

Frieß, der auch Jäger im Revier ist, in dem die Windräder errichtet werden sollen, hakte in mehreren Punkten ein. Ebenso wie die Windkraft, die einen Einschlag im Wald bedeute, würden auch Fotovoltaik-Anlagen keine Verluste machen, meinte er zum Thema Erneuerbare Energien. Karg hielt entgegen: „Allein mit Fotovoltaik werden wir die Welt nicht retten.“ Beides würde sich ergänzen. Wenn die Sonne scheine, sei der Wind­ertrag geringer. Wenn sich die Sonne nicht blicken lasse, gebe es keinen Strom über Fotovoltaik-Module, aber meist einen Windertrag.

Frieß sprach auch die Entsorgungskosten nach 20 Jahren an. Dazu antwortete Sing, es gäbe genug spezialisierte Entsorgungsfirmen. Das sei inzwischen ein eigener Markt.

Ein Plädoyer für die drei weiteren Windräder gab Josef Weber ab. Das sei „ein Fortschritt für die Gemeinde und ein Fortschritt fürs Land“, bekundete Weber, der auch Waldreferent für Leeder ist.

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