Rosa als Motto

Die Künstlergilde in der »KunstZeit«

Rosa Werke der Künstler an der Wand im Landsberger Rathausfoyer.
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In der KunstZeit schimmert es auf den Betonwänden des Rathausfoyers Rosa.

Landsberg – Ein Traum in Rosa leuchtet an der Wand im Rathausfoyer und über dem Tresen. Gut 80 quadratische Arbeiten von rund 35 Mitgliedern der Künstlergilde Landsberg-Lech-Ammersee zieren die raue Betonwand: ein Kontrast, der anzieht. Durch die einheitliche Größe – 30 auf 30 Zentimeter – und die Farbe werden die Tafeln zu einem Gesamtwerk, zu einer Gemeinschaftsausstellung. Und zeigen die Künstlergilde als Einheit.

Genau das hat die Vorsitzende der Künstlergilde Katinka Schneweis auch beabsichtigt: weg vom Einzelnen, der lediglich seine Arbeiten präsentieren und verkaufen möchte, und hin zu einer Gemeinschaft, die auch Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt. Die Arbeiten wurden nicht kuratiert, jeder, der etwas einlieferte, dessen Arbeiten wurden auch gehängt – wobei maximal fünf Quadrate pro Person möglich waren. Das war aber die einzige Einschränkung, die die Künstlergilde-Mitglieder neben Format und Farbe bekamen.

Die Ergebnisse reichen von Null bis 100, von Arbeiten, bei denen man nicht so recht weiß, was man damit anfangen soll, bis hin zu faszinierenden rosa Träumchen. Es gibt Collagen mit rosa eingefärbter Rinde oder Pastelle, bei denen Rosa nur als Akzent auftaucht. Zwei Arbeiten sind ganz ohne Rosa, dafür mit breiten orangenen Flächen. Zu bedenken: Menschen mit einer Rot-Grün-Sehschwäche sehen Gelb als Rosa. Orange könnte für sie wie Pink erscheinen. Geometrisch angeordnete rosafarbene Flächen setzen sich gegen das Süße der Farbe, ein Rosenkranz aus Stoff im Drahtkreis oder ein pinkfarbenes Kreuz impfen der Kirche Rosa ein, Fadenmännchen mit rosa Glühbirnenkopf zeigen Traumwolken, alte Kindheitsfotos sind (natürlich) rosa angehaucht, die Seiten der Financial Times – die sind ja per se und irgendwie unpassenderweise rosa. Eine kleine Skulptur, die verdächtig nach einem antiken Tipp-Kick-Spieler aussieht, tummelt sich auf diversen rosafarbenen Plastikflächen, ein rosaner Minizauberhut, skulpturell gearbeitet, greift die Magie der Farbe auf , das BMW-Logo in Rosa erinnert eher an Kaugummi und Cadillac in Florida als an gediegene Luxuslimousinen. Und eine tote Fliege tummelt sich im rosa Farbklecks.

Dass die Qualität der Arbeiten so unterschiedlich ist, mag unter anderem daran liegen, dass manch einer, der normalerweise als Bildhauer arbeitet, das erste Mal seit der Grundschulzeit wieder zum Pinsel gegriffen und sich getraut hat, auch mal neue – und damit ungeübte – Wege zu beschreiten. „Wir haben aber auch Nachwuchskünstler dabei“, sagt Schneweis und zeigt auf „Schnecken im Gras“, gemalt von einer Vierjährigen.

Einzeln betrachtet verlieren die Arbeiten. Zusammen bilden sie ein spannendes Kunstwerk mit zahlreichen Facetten. Schne­weis Idee ist aufgegangen: Die Künstlergilde präsentiert sich hier als Einheit.
ks

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