"Die Moral stimmt!"

HCL-Kapitän Markus Haschka (hinten) auf dem Oval im Zentrum der Inzeller Eisschnelllaufbahn: „Sehr seltsame Atmosphäre!“. Foto: Krivec

Die Trauben hängen für den HC Landsberg in der Landesliga Süd/West in dieser Saison deutlich höher als im vergangenen Jahr. Nach fünf Spielen hat man bereits sechs Minuspunkte zu Buche stehen, am Wochenende gab es eine unglückliche 4:5-Niederlage im Heimspiel gegen Kempten. Immerhin hielten sich die Riverkings am Sonntag mit einem klaren 6:1 in Inzell schadlos.

Schön anzuschauen war die Partie an der österreichischen Grenze nur selten, was allerdings vorwiegend an den äußeren Umständen und den Gast­- gebern lag. Die Eisfläche in Inzell liegt im Zentrum der Eisschnelllaufbahn, „eine sehr selt­same Atmosphäre“, so Kapitän Markus Haschka. In einer harten Partie, die vom DEC teilweise an der Grenze zur Un­fairness geführt wurde, hatten am Ende beide Teams 28 Strafminuten eingesammelt. Als die Referees begannen, Strafen gegen den HCL auszusprechen, hatte sich der DEC aber schon lange selbst um jede Siegchance gebracht. Zehnmal gab es im ersten Drittel zwei Minuten gegen Inzell, die Chance ließen sich die Riverkings, die mit für ein Auswärtsspiel rekordverdächtigen 21 Spielern angetreten waren, nicht entgehen. Schiller, Schäffler, Hess, Stefan und Dominic Kerber machten mit ihren Treffern schon bis zur ersten Pause alles klar, danach schaltete man einen Gang zurück, bevor erneut Stefan Kerber im Schlussabschnitt den Endstand her­stellte. Den Schongang hatte man zwei Tage vorher nicht einlegen können, als man den Zuschauern ein Drama ohne Happy-End bot. Obwohl die Partie über weite Strecken eher zerfahren war, fehlte es zumindest nicht an Spannung. 0:2 lagen die Riverkings nach 27 Minuten hinten, den Anschlusstreffer durch Wedl beantworteten die Gäste mit zwei weiteren Treffern binnen einer Minute, so dass es 13 Minuten vor Schluss sogar 1:4 hieß – Michael Falkenberger, der nicht bei allen Gegentoren gut ausgesehen hatte, räumte den Kasten für Junioren-Torhüter Paul Kienle. Furiose Aufholjagd Aus dem Nichts startete der HCL, der bis dahin recht harmlos agiert hatte, dann eine furiose Aufholjagd. Erneut Wedl, diesmal in Unterzahl, traf zum 2:4 (54.), Gäbelein zum 3:4 (55.) und Dominic Kerber zum 4:4 (56.). Den Kemptener Spielern wackelten plötzlich die Knie, doch mit zwei überflüssigen Strafzeiten brachte sich der HCL noch um den Lohn der Arbeit. In der 58. Minute musste Dominic Kerber raus, in der Schlussminute gesellte sich Alex Wedl zu ihm, in doppelter Überzahl sorgte Ziegler für die Endtscheidung zugunsten der Gäste. „Das ist natürlich bitter; wie in Bad Wörishofen haben wir binnen 30 Sekunden das Spiel verloren“, resümierte Haschka. „Aber die Moral hat gestimmt, sonst wären wir nicht mehr so nah hingekommen.“ Die durchwachsenen Ergebnisse wurmen auch ihn, ganz überraschend kommen sie aber nicht. „Wir haben einen großen Umbruch, setzen viele junge Spieler ein, es war klar, dass es in dieser Saison nicht ganz einfach wird.“ Bei den Zuschauern wirbt er um Verständnis: „Wir sind in einem Prozess, der einfach etwas Zeit braucht. Das wird im einen oder anderen Spiel auch noch zu sehen sein.“ Etwas Erfahrung hat man immerhin schon dazu bekommen: Raymund Nickel (36) bestritt in Inzell sein erstes Spiel für die Riverkings, „eine solide Partie“, wie Kapitän Haschka befand. Nickel war die beiden vergangenen Jahre in Germering aktiv und spielte zuvor 15 Jahre lang für Klostersee. Eine weitere Verstärkung soll im Heimspiel am Freitag (20 Uhr) gegen Bad Aibling auflaufen: Jan Lukats hat inzwischen eine Wohnung und eine Arbeitsstelle gefunden, der 21-Jährige Este wartet nur noch auf seinen Spielerpass. Der liegt im Moment noch beim BEV, da Lukats eine Sperre absitzt, soll aber in diesen Tagen in Landsberg eintreffen. „Er hat gute Anlagen“, berichtet Markus Haschka von den Trainingseindrücken, „aber man darf nicht vergessen, dass auch er noch ein junger Spieler ist.“ Ob dagegen Routinier Markus Rohde für die Partie nach seinem Fingerbruch wieder fit ist, war bei KREISBOTEN-Redaktionsschluss noch nicht abzusehen. Genauso offen ist die Frage, ob die Fans Manuel Wintergerst noch einmal auf dem Eis sehen werden. Der Verteidiger zieht beruflich für die nächsten Jahre in die USA und bestreitet gegen Bad Aibling daher sein vorläufig letztes Spiel – falls er bis dahin seine Mandelentzündung auskuriert hat. Pepe Klemm dagegen laboriert im Moment an Haarrissen im Sprunggelenk und fällt vermutlich noch aus. Gegen Bad Aibling peilt man trotz der Verletzten einen Heimsieg an, auch wenn Haschka weiß, „dass die Liga offenbar noch enger zusammgerückt ist und wir vermutlich in dieser Saison kein einfaches Spiel haben werden.“ Die bisherigen Ergebnisse stützen seine Theorie: Spitzenreiter Pfronten verlor zuletzt überraschend in Schongau und Bad Aibling steht in der Tabelle vor den Riverkings. Zumindest das lässt sich am Freitag ja korrigieren.

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