Keine Kontaktbeschränkungen, nur noch OP-Masken und eine Krankenhausampel

Die neuen Coronaregeln in Bayern

Krankenhausampel Bayern
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Der neue Maßstab in Bayern ist die Krankenhausampel.
  • Susanne Greiner
    VonSusanne Greiner
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Landkreis – Neues Spiel neue Regeln: ab dem morgigen Donnerstag, 2. September, gilt bayernweit bis einschließlich 1. Oktober die 14. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung. Die gute Nachricht: Viele Einschränkungen wie beispielsweise die Kontaktbeschränkung entfallen komplett. Die nicht ganz so gute Nachricht: Ganz einfach sind auch die neuen Regeln nicht.

Grundsätzlich gilt ab einer Landkreis-Inzidenz von 35 in Innenbereichen die 3G-Regel: Zutritt haben nur vollständig Geimpfte, Genesene und Getestete. Ab jetzt sind keine FFP2-Masken mehr vorgeschrieben, die ‚OP-Masken‘ reichen aus. Und die Kontaktbeschränkungen entfallen ersatzlos. Zudem richten sich mögliche Maßnahmen nicht mehr nach den Inzidenzen in den einzelnen Landkreisen, sondern werden im gesamten Freistaat einheitlich geregelt.

Ampel statt Inzidenz: Der wichtigste Punkt der neuen Verordnung ist wohl, dass die 7-Tage-Inzidenz, bisher das A und O für Maßnahmen, bis auf den bereits erwähnten Grenz­wert von 35 komplett wegfällt. Sie wird durch die neue „Krankenhausampel“ ersetzt. Sie zählt die Covid-Patienten in allen Krankenhäusern Bayerns. Werden innerhalb von sieben Tagen bayernweit mehr als 1.200 Covid-Patienten neu eingewiesen, springt sie auf Gelb. Dann kann der Freistaat Maßnahmen ergreifen wie Kontaktbeschränkungen, Personenobergrenzen bei Veranstaltungen oder auch FFP2-Maskenpflicht und PCR-Tests als Standard. Sind an einem Tag mehr als 600 Covid-Patienten bayernweit auf Intensivstationen, springt die Ampel auf Rot. Das ermöglicht dem Freistaat weitere Maßnahmen.

Maßgeblich für die Ampelfarbe sind die Zahlen des DIVI-Intensivregisters. Zu finden sind die jeweils aktuellen Zahlen unter www.intensivregister.de/#/aktuelle-lage/laendertabelle.

3G-Regel: Diese Regel gilt flächendeckend im Innenraum öffentlicher und privater Einrichtungen, bei Veranstaltungen, in der Gastronomie oder auch Freizeiteinrichtungen wie beispielsweise Bädern. Die 3G-Regel gilt nicht in Privaträumen, in Geschäften, im ÖPNV, bei Veranstaltungen unter freiem Himmel bis 1.000 Personen und auch nicht bei Gottesdiensten. Für Kinder, die noch nicht eingeschult sind, gibt es Ausnahmen. Schüler gelten mit Blick auf die regelmäßigen Tests in der Schule als getestet.

Sinkt die Inzidenz eines Landkreises unter den Wert 35, entfällt die 3G-Regel fast komplett. Nur in Alten- und Pflegeheimen und bei Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen bleibt sie auch dann bestehen.

• Maskenpflicht: Im Freien entfällt die Maskenpflicht, nur bei Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen muss eine medizinische Maske getragen werden. In Innenräumen herrscht fast überall Maskenpflicht – solange man nicht einen festen Platz hat, an dem der Mindestabstand zu ‚Haushaltsfremden‘ gewahrt werden kann. Wird der Abstand nicht eingehalten, gilt auch bei einem festen Platz Maskenpflicht.

Im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV)herrscht durchgehend Maskenpflicht.

• Veranstaltungen: Es gibt keine Personenbegrenzungen bei Veranstaltungen: Wird die 3G-Regel angewandt, dürfen die verfügbaren Plätze (bis zu 5.000 Personen) voll ausgenutzt werden. Bei mehr als 5.000 Personen darf auch mit 3G nur noch die Hälfte des Platzes genutzt werden. Dennoch muss weiterhin immer ein Hygienekonzept aufgestellt werden. Bei Veranstaltungen bis zu 1.000 Personen muss das Konzept der entsprechenden Behörde, also dem Gesundheitsamt, nur auf Verlangen vorgelegt werden. Bei Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen muss das Konzept vorgelegt werden, ebenso müssen die Kontaktdaten erhoben werden.

Volksfeste bleiben verboten, ebenso Versammlungen mit mehr als 25.000 Personen.

Bei Veranstaltungen in Innenräumen mit bis zu 1.000 Personen gilt ab der Inzidenz 35 die 3G-Regel, über 1.000 Personen gilt 3G inzidenz­unabhängig. Der Veranstalter muss dies kontrollieren.

Clubs und Diskotheken sollen voraussichtlich ab Oktober wieder geöffnet werden. Auch hier soll die 3G-Regel gelten, allerdings etwas verschärft: Als Tests sind dann nur die zuverlässigeren PCR-Tests zugelassen.

Schulen: Es gibt keinen Wechselunterricht mehr. Generell gilt eine inzidenzunabhängige Maskenpflicht, vorerst auch am Platz. In der Grundschule sind Stoffmasken erlaubt, sonst medizinische Masken. Zudem wird regelmäßig getestet: an Grund- und Förderschule zweimal pro Woche mittels PCR-Pool-Test, sonst dreimal pro Woche mittels Selbsttest.

Es sollen nicht mehr ganze Klassen in Quarantäne kommen. Hier heißt die Devise „Quarantäne nach Augenmaß“ – also nur für Schüler*innen, die unmittelbaren und ungeschützten engen Kontakt zu der erkrankten Person hatten. Bei negativem PCR-Test endet (nach Beurteilung des jeweiligen Gesundheitsamtes) die Quarantäne nach fünf Tagen. „Beim korrekten Einsatz von Luftreinigungsgeräten kann das Gesundheitsamt auf eine Quarantäne der anderen Schüler sogar vollständig verzichten“, ist auf der Webseite des Gesundheitsministeriums zu lesen.

Kitas: Auch hier gibt es keinen eingeschränkten Regelbetrieb mehr. Die Kinder werden zweimal pro Woche getestet, die Quarantäne wird wie in den Schulen gehandhabt.

Handel/Freizeit: In Läden und Freizeiteinrichtungen gilt keine quadratmetermäßigen Kundenbeschränkungen mehr. Die Maskenpflicht richtet sich nach der bereits beschriebenen Regelung.

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