Brauverein ist gegründet

Bald gibt‘s »handmade« Bürgerbräu-Bier aus Schondorf

Brauverein Schondorf - Gründungsversammlung
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Prost auf die gelungene Gründung des Brauvereins Schondorf. Hier stoßen Johannes Gronau, Timm Haug, Veronika Gronau, Peter Krumbach und Reiner Klinz von der Vorstandschaft mit Gemeinderat und Bürgerbudget-Initiator Marius Polter an (von links).
  • Dieter Roettig
    VonDieter Roettig
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Schondorf – Bier ist zumindest in Bayern ein Grundnah­rungsmittel. Darum wundert es nicht, dass Timm Haug und Johannes Gronau mit ihrer Idee eines Schondorfer Brauvereins klarer Sieger des Bürger­budgets 2020 wurden. Die beiden Gerstensaft-Fans wollen die Ammersee-Gemeinde künftig mit „handmade“ Bierspezialitäten verwöhnen. Mit der offiziellen Gründung des Vereins im Gasthof Drexl wurde jetzt der juristische Teil des Vorhabens in die Tat umgesetzt. Nicht ohne Stolz beob­achtet vom grünen Gemeinderat Marius Polter, der das erfolgreiche Mitmachpro­gramm Bürgerbudget in Schondorf initiiert hatte. 

Die 14 Gründungsmitglieder verabschiedeten die umfangreiche Satzung, fachkundig moderiert von Wirtschaftsprüfer Reiner Klinz, selbst ein begeisterter Hobby-Bierbrauer. Zweck des Brauvereins Schondorf ist neben der Förderung der Braukultur die Festigung von Gemeinschaft und Geselligkeit im Dorf. Einmal im Monat soll zusammen gebraut werden, wobei sich jedermann über das Bierbrauen informieren und zuschauen kann. Auch Kurse über die Kunst des Brauens sind geplant. Im einem späteren Schritt denkt man über einen Bierverkauf auf dem Dorfmarkt, bei Festen oder durch Handel und Gastronomie im Ort nach.

Einstimmig bei Enthaltung der Kandidaten wurde die Vorstandschaft für die kommenden zwei Jahre gewählt. Vorsitzender ist Ideengeber Timm Haug, Stellvertreter Reiner Klinz. Den wichtigen Posten des „Brauwarts“ übernimmt Johannes Gronau. Um die Finanzen wird sich künftig Peter Krumbach kümmern und Veronika Gronau ist Beisitzerin mit besonderen Aufgaben wie das Führen der Protokolle.

Nach der offiziellen Gründung freut sich der Brauverein jetzt auf möglichst viele neue Mitglieder, die sich via E-Mail interesse@buergerbraeu-schondorf.de melden können. Die Aufnahmegebühr für aktive Mitglieder beträgt 90 Euro, für passive 60. Der Jahresbeitrag liegt bei 60 bzw. 30 Euro. Sogenannte „Jungmit­glieder“ zahlen ein Drittel weniger.

Dazu kommen beim Bierbrauen noch ein geringe Nutzungsgebühr für die Anlage sowie die Kosten für die Materialien. Reiner Klinz: „Alles in allem wird ein Liter Bier rund zwei Euro kosten, wobei aber natürlich der Spaß am Brauen im Vordergrund steht.“

In die Waschanlage?

Bevor nach dem Eintrag ins Vereinsregister als „e. V.“ der erste Sud angesetzt werden kann, muss noch das Problem mit den Räumlichkeiten geklärt werden. Ursprünglich wollten Gronau und Haug den ungenutzten Lagerschuppen beim Bahnhof über staatliche Förderungen renovieren und als Braustätte nutzen, wobei sie nichts gegen eine Mitnutzung von anderen Vereinen oder Institutionen hätten. Doch dieser Gedanke wurde von Gemeinde und Gemeinderat verworfen. Stattdessen bot man den Braufreunden die ehemalige Schlauchwaschanlage der Feuerwehr im Untergeschoss des Rathauses an. Dort sind Wasser und Strom bereits vorhanden. Das dortige „Fluchtweg-Problem“ wird gerade vom Landratsamt geklärt. Sollte es hier kein Grünes Licht geben, wird man umgehend auf die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten gehen.

Bier als Hobby selbst zu brauen, ist ein Trend, der immer mehr Liebhaber gewinnt. Dafür gibt es Gerätschaften und Komplettsets zu kaufen. Jeder darf pro Kalenderjahr bis zu 200 Liter Bier für den Eigenbedarf steuerfrei herstellen. Trotzdem muss man sich als „Haus- und Hobbybrauer“ beim zuständigen Hauptzollamt anmelden. Bei mehr als 200 Litern und Verkauf ist eine Steueranameldung beim Zollamt abzugeben. Anzumelden ist auch das Brauen zu Demonstrationszwecken. Pro Hektoliter ist hier ein Regelsteuersatz von 0,787 Euro zu bezahlen.

Sollte der Bürgerbräu Schon­dorf einschlagen und eines Tages Bier verkauft werden, wären bei 50 Litern Helles 2,64 Euro Biersteuer fällig. Die Schondorfer Bierinitiatoren haben also neben Organisation und Aufbau auch eine Menge Verwaltungsarbeit vor sich. Was sie aber nicht abschreckt. Sie sehen Bier nicht nur als bayerisches Grundnahrungsmittel, sondern als wohlmundigen Treibstoff des Sozial­lebens. Und das möchten sie in Schondorf wieder richtig ankurbeln.

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