Grenzenlose Kreativität

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Das klappt doch schon prima: „Die Stelzer“ Wolfgang Hauck (vorne rechts) und Peter Pruchnewitz (4. v. links) mit Teilnehmern des Vefa Gymnasiums, das als eine der bedeutendsten Eliteschulen in der Türkei gilt.

Landsberg – Die beiden Leiter des Theaterensembles „Die Stelzer“, Wolfgang Hauck und Peter Pruchniewitz, sind für sieben Tagen nach Istanbul gereist, um in Vorbereitung auf das „Pasch-Soe“- Projekt „Karawane in die Zukunft – Kreativität Grenzenlos“ einen Stelzentheater- Workshop durchzuführen.

Musik machen, tanzen, (Stelzen-)Theater spielen, Filme produzieren, Kostüme designen, gemeinsam eine Bühnenshow produzieren, neue Freundschaften mit Schülern aus anderen Ländern schließen: Das bietet das regionale „Pasch“-Sommercamp, das Mitte August in Istanbul stattfinde wird. „Pasch“ steht für die Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“. Mehr als 1700 Partnerschulen mit besonderer Deutschlandbindung sind daran beteiligt und wollen nachhaltiges Interesse und Begeisterung für Deutschland und die deutsche Sprache wecken.

Das Auswärtige Amt koordiniert die Initiative. Insgesamt 120 „Pasch“-Schüler aus zwölf Ländern der Region Südosteuropa (SOE), 30 davon aus Deutschland, kommen im Sommer für zehn Tage in Istanbul zusammen. Stelzentheater ist ein Bereich innerhalb unterschiedlicher Pro­jektgruppen, unter denen die beteiligten Schüler wählen und in denen sie kreativ sein können. Angefragt wurden „Die Stelzer“ aus Landsberg einmal mehr vom Goetheinstitut.

Die Teilnehmer erarbeiten in kleinen länderübergreifenden Teams ihre eigenen Visionen von Zukunft. Die Ergebnisse werden in einer 90-minütigen multimedialen, multilingualen Zukunftsshow von den Schülern und Lehrern vor Publikum auf die Bühne gebracht. Um ihr Ziel zu erreichen, arbeiten Schüler und Lehrer schon frühzeitig mit Hilfe eines speziellen Teams von Künstlern, Mediengestaltern, Produzenten, Fort-bildnern und Regisseuren darauf hin, ihre Beiträge für die Show inhaltlich und künstlerisch zu entwickeln und zu proben.

„Vor uns liegt eine spannende Reise, an deren Ende wir ein wahres Mammut-Camp veranstalten werden“, sagt Stephan Reischl, Experte für Unterricht „Schulen: Partner der Zukunft“ am Goethe-Institut in Ankara. „Wir freuen uns sehr auf diese Herausforderung, zumal wir mit unserem Referententeam für die Workshops zur Vorbereitung der Abschlussveranstaltung am 21. August eine ge­- ballte Ansammlung an Experten vor Ort haben werden.“

So trainierten im Stelzentheater-Workshop unter der Leitung von Theaterproduzent Wolfgang Hauck und Regisseur Peter Pruchniewietz 20 Jugendliche der „Pasch“-Schulen – 15 Mädchen und fünf Jungen im Alter von 16 bis 18 Jahren – fünf Tage lang intensiv das Theaterspiel auf bis zu 1,60 Meter hohen Stelzen. Diese wurden zuvor vom Goethe-Institut angefertigt.

In deutscher Sprache

„Die Vermittlung deutscher Sprache soll auch Teil unseres Trainings sein, daher wird der Workshop – ebenso wie das Sommercamp – auf deutsch durchgeführt,“ sagt Wolfgang Hauck. Deutschlehrer werden dabei sein. „Natürlich müssen die Jugendlichen dafür ein bestimmtes Sprachniveau nachweisen und ihre Deutschkenntnisse bis zum Sommer noch verbessern“, berichtet Hauck.

„Bereits nach drei Tagen haben unsere türkischen Jugendlichen gelernt, auf Stelzen zu laufen,“ erzählt er weiter. Aber das sei nur der erste Teil der Aufgabe. „Aus den anderen Teilnehmerländern müssen alle Jugendlichen Bewerbungsvideos erstellen und werden in einem strengen Verfahren für die Teilnahme ausgewählt.“ Auch aus Deutschland können sich Jugendliche über ein anderes Partnerprogramm, das die Teilnahme ebenso unterstützt, bewerben. Dazu werden „Die Stelzer“ noch Informationen an interessierte Schüler weitergeben.

„Für das Sommercamp gibt es jedoch zunächst ganz andere Probleme als gedacht,“ erzählt Wolfgang Hauck. „Zum Beispiel haben die Schüler in der Türkei zwar drei Monate Schulferien, besuchen jedoch in dieser Zeit private Bildungseinrichtungen, in denen sie sich auf eine Universitäts-Aufnahmeprüfung vorbereiten. Deswegen sind die Ferien mit viel Lernstoff gefüllt, und die Zeit für den Workshop muss gut eingeteilt werden.“ Diesen Sommerworkshop wird Theaterleiter Hauck übrigens gemeinsam mit zwei Landsberger Jugendlichen durchführen, die in „Licca Line – Eine lange Fahrt ins sagenhafte Damasia“ mitgewirkt haben.

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