Bau auf Denklinger Gemeindeflur nötig

Die zwei Kameratürme in Denklingen und Fuchstal

Windräder Fuchstal
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Aus ungewohnter Perspektive: Blick von der Anhöhe über Apfeldorf zu den Fuchstaler Windrädern. Die drei neuen Anlagen muss man sich ungefähr gut einen Kilometer vor den bestehenden vorstellen.
  • VonJohannes Jais
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Denklingen/Fuchstal – Mit dem Bauantrag zur Errichtung eines Mastes für ein kamerabasiertes Vogelerkennungssystem haben sich die Denklinger Räte in der Sitzung am kommenden Mittwochabend zu befassen. Aber wieso das? Schließlich gehört der Masten eigentlich zu einem Forschungsprojekt im Fuchstal, das mit drei weiteren Windrädern im Gemeindewald Leeder zusammenhängt.

Die Erklärung ist einfach: Es sind zwei Installationen notwendig. Der Kameraturm Nord wird zwischen den geplanten Windkraftanlagen 1 und 2 weiter im Norden errichtet. Dagegen soll der Kameraturm Süd östlich des dritten und südlichen Windrades stehen. Dessen Standort soll ganz im Südosten der Fuchstaler Flur sein. Und obwohl nur einen guten Steinwurf entfernt, befindet sich der Kameraturm Süd somit bereits auf Denklinger Gebiet, genau gesagt in der Gemarkung Dienhausen.

Die Fuchstaler Räte haben in der ersten Sitzung nach der Sommerpause dem Bauantrag für den Kameraturm Nord zugestimmt. Bei der Abstimmung waren neun Räte dafür und drei dagegen. Normal sind es vollzählig 17 Stimmen; der Bürgermeister und vier Räte fehlten entschuldigt.

Auch die Denklinger Räte befassen sich in der ersten Sitzung nach den Ferien mit dem Bauantrag für den zirka 40 Meter hohen Kameraturm Süd zum Vogelmonitoring. Das Vorhaben liegt im Außenbereich. Der Flächennutzungsplan sieht dort Flächen für die Forstwirtschaft vor. Das wissenschaftlich begleitete Vorhaben, das vom Wirtschaftsministerium finanziell gefördert wird und sich über mehrere Jahre erstreckt, ist privilegiert; es dient der Erforschung, Entwicklung oder Nutzung der Windenergie.

Die Denklinger Räte sind vorab dazu informiert worden, dass der Bauantrag dem Vorhaben „Errichtung von zwei Türmen für ein kamerabasiertes Vogelerkennungssystem mit Überwachungs- und Abschaltfunktion in der Gemeinde Fuchstal“ dient. Insgesamt sind zwei dieser Masten vorgesehen. Einer davon befindet sich in der Gemeinde Denklingen und einer in der Gemeinde Fuchstal.

„Die Kriterien zur Auswahl der Standorte, welche vom ausgewählten Kamerahersteller vorgegeben werden, lassen keine Alternativen zu“, heißt es in der ausführlichen Tischvorlage übers Ratssystem. Folgende Kriterien werden berücksichtigt: Sonnenstand (Minimierung Blendung), Ausrichtung und Abstände zu den geplanten Windenergieanlagen, Topographie, Zugänglichkeit und somit Minimierung des Eingriffs.

Laut Gemeinde Denklingen wurde mit dem Bauamt im Landsberger Landratsamt (Hartmut Neupert) abgestimmt, dass es einen Bauantrag für beide Standorte geben soll, auch wenn sie in zwei unterschiedlichen Gemeinden platziert sind. Darum kommt es zu dem außergewöhnlichen Vorgehen, dass im Abstand von wenigen Tagen jede Kommune somit nur über die Baugenehmigung zum Kameramast innerhalb ihrer Gemeinde entscheidet. Also: die Fuchstaler Räte zum Kameraturm Nord und die Denklinger Räte (am Mittwoch) zum Kameraturm Süd. Der Vorschlag zum Beschluss lautet in Denklingen: Das gemeindliche Einvernehmen ist zu erteilen.

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